Michel Schlien hat seinen Vertrag um eine elfte Saison verlängert

Kapitän Schlien bleibt an Bord

Mal in der neuen Arena spielen immer im Hinterkopf gehabt . . .

Michel Schlien unterschreibt für ein 11. Jahr bei der SVG

Zehn Jahre im gleichen Verein, das ist in der heutigen schnelllebigen Zeit ein außergewöhnliches Jubiläum – jetzt hat er seinen Vertrag verlängert: Michel Schlien, ohnehin aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken, bleibt auch eine elfte Saison ein LüneHüne.

Noch zu Zweitligazeiten, 2011, kam Schlien – von Beruf Chemiker in der Produktentwicklung – vom VC Olympia Hamburg zur SVG und reifte zu einem der besten Mittelblocker der Bundesliga. Stets Stammspieler, absolviert der Mannschaftssenior, gerade 29 Jahre alt geworden, wohl gerade seine beste Saison. Auch wenn er solches Lob in einem ihm typischen Understatement jüngst abwehrte: „Beste Saison? Ich weiß nicht – eine gute Saison vielleicht, aber keine sehr gute und nicht so sehr außergewöhnlich. Es gibt immer noch Bereiche zu verbessern, an denen wir arbeiten.“

Dass der Kapitän das weiter bei der SVG tut, ist die fast logische Folge einer Entwicklung, die er all die Jahre aufmerksam verfolgt hat: „Ich freue mich total auf die Arena. Dort nochmal spielen zu können, hatte ich von Anfang an im Blick, das wollte ich auf jeden Fall noch mitnehmen. Durch die Verzögerungen beim Plan und Bau der Arena musste ich meinen Vertrag dann immer wieder verlängern, mal um ein Jahr, mal um zwei Jahre“, begründet er launig seine Unterschrift eines neuen Kontraktes.

Europacup am liebsten als LüneHüne

Und nun nur ein Ein-Jahres-Vertrag, wo die künftige Spielstätte der Fertigstellung entgegensieht? Wieder antwortet er hintersinnig lächelnd: „Ich möchte in meiner Karriere auch noch mal Europacup spielen. Aber man hört ja immer mal wieder, dass das auch die SVG möchte – und ich am liebsten mit der SVG. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, auch nach der folgenden Saison zu bleiben. Mal sehen, vom Alter her ginge es ja auch noch.“ Zumal der gebürtige Hamburger nach langer Suche mittlerweile auch hier heimisch geworden ist, mit seiner Frau Tatjana in Südergellersen ein Haus gekauft hat: „Das passt, wir sind da mehr als glücklich.“

Sportlich heimisch ist der Mann mit der angestammten Trikot-Nummer 14 seit Jahren im Vorderfeld der Rangliste „Blockpunkte“, war 2017/18 schon einmal Zweiter, und ist nun sogar nach Abschluss der Hauptrunde mit großem Abstand Erster geworden, verbuchte mit 55 Punkten mehr als je zuvor. Im Ranking der Topscorer steht er zudem im überwiegenden Kreis der Diagonal- und Außenangreifer auf Platz 12 auch so gut wie nie da, holte 105 Punkte (direkte Block- plus Angriffspunkte). Das alles zudem in einem Team, das auch immer wieder durch herausragende Leistungen wie zwei Pokalfinals und bisher drei Playoff-Halbfinalteilnahmen Schlagzeilen schreibt. Da hätte er doch mal eine Chance in der Nationalmannschaft oder zumindest eine Einladung zum Lehrgang verdient, oder?

Wenn das Nationalteam mal locken würde…

„Wenn eine Anfrage kommen würde, würde ich sicher hinfahren. Aber ich sitze jetzt auch nicht auf heißen Kohlen und warte darauf“, sieht der 2,06-Meter-Mann dieses Thema entspannt, weit davon entfernt, sich selbst ins Gespräch zu bringen. Aber vielleicht ergibt sich ja nun eine Chance, da auf die DVV-Auswahl in diesem Sommer zwei Großereignisse mit Nations League und Europameisterschaft warten. Auf seiner Position im Mittelblock gibt es zwar große Konkurrenz, aber einige Kandidaten – auch viel jüngere – plagen oder plagten sich da immer wieder mit Wehwehchen weit mehr herum. Michel Schlien ist zum Glück bisher von schweren Verletzungen verschont geblieben, hat auch keine gravierenden Rücken-, Schulter- oder Knieprobleme wie so viele Volleyballer.

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