Lüneburgs starker Mittelblock

LüneHünen sind heiß auf Punkte

Netzhoppers kommen mit frischem Selbstvertrauen

Was für ein Kontrastprogramm für die LüneHünen: Am Mittwochabend der Auftritt im Volleyball-Tempel, der Max-Schmeling-Halle, bei der Übermannschaft Berlin Volleys. Nun, drei Tage später, kommt mit den Netzhoppers KW-Bestensee ein (vermeintlicher) Underdog der Liga in die Gellersenhalle. Und diese Aufgabe am Sonnabend (19 Uhr) wird wohl kein Stück leichter. Die Brandenburger reisen mit ganz frischem Selbstbewusstsein nach einem Sieg in Frankfurt an. Ein Restkontingent an Karten ist noch verfügbar.

Beim 0:3 (21:25, 16:25, 20:25) in Berlin stand die SVG in 77 Minuten weitgehend auf verlorenem Posten. Wieder einmal untermauerte der Meister und aktuelle Tabellenführer seine Stärke, wenn auch die LüneHünen phasenweise gut dagegen hielten. „Den ersten Satz fand ich von uns richtig gut“, konnte Chefcoach Stefan Hübnern sogar zurecht bilanzieren. „Das Element Angriff aus der Abwehr hat mir wie schon zuletzt gegen Frankfurt gut gefallen, dieses Mal haben wir das sogar mit mehr Ruhe und Geduld gespielt.“

In Berlin weitgehend auf verlorenem Posten

Folge davon war ein offener Schlagabtausch, bei dem die LüneHünen aus einem 7:9-Rückstand eine 12:10- und 13:11-Führung machten, ehe die Hauptstädter den Spieß wieder zu ihren Gunsten auf 16:15 umdrehten und dann in der Crunchtime, eingeleitet von einem Ass des genialen Zuspielers Sergey Grankin (21:18), davonzogen. Bei der SVG verteilte Gijs van Solkema, der auch Silber-MVP wurde, die Bälle gut, verwandelt in erster Linie durch Blake Scheerhoorn.

In Durchgang zwei brach der Außenseiter dann aber nach der ersten technischen Auszeit (6:8) ein, der Rückstand wuchs und wuchs, Moritz Reichert (Berlins MVP) legte eine Aufschlagserie hin, das Resultat drohte zu einem Desaster auszuufern (9:20), die SVG fand kein Mittel gegen Berlins immer öfter gespieltes erstes Tempo über Jeff Jendryk und Nicolas Le Goff.

„Wichtig war, dass wir zum Schluss zurück ins Spiel gefunden haben und im dritten Satz wieder fast auf dem Anfangsniveau waren“, blickte Hübner zurück. Da war dann besonders sein Mittelblock stark, zuvorderst Florian Krage mit sechs seiner insgesamt acht Punkte. So bleib die Hoffnung auf einen Satzgewinn bis zum 22:20, ehe Berlin mit drei Punkten in Folge den Sack zuband.

Im Aufschlag bleibt viel Luft nach oben

Nach wie vor zu hoch ist bei der SVG die Zahl der Service-Fehler (in Berlin 18 von 59), „aber auch die Quote der Aufschläge ohne Wirkung“, stimmte Hübner zu. Das sollte sich schon jetzt bei der nächsten Aufgabe bessern, auch KW-Bestensee kann sonst für lange Gesichter sorgen. Zumal die Gäste nach dem 3:1 in Frankfurt mit ganz breiter Brust anreisen werden. Beeindruckend dort war vor allem die Angriffsleistung von Ex-Nationalspieler Dirk Westphal: 25 Punkte, 59% Erfolgsquote, nur drei Fehler bei 37 Versuchen. Und der Diagonale Casey Schouten, vor kurzem noch verletzt, präsentierte sich auch wieder topfit (19 Punkte).

Dass die Netzhoppers, wie auch Eltmann, Rottenburg und Giesen, noch einmal kurzfristig – schon eingesetzte – Verstärkung durch den chilenischen Mittelblocker Simon Guerra Uteau bekam, nimmt Hübner gelassen: „Andere haben eben ganz andere Möglichkeiten, es hilft wenig, darüber zu lamentieren. Das muss für uns eher Ansporn sein – dass man sich keinen Stillstand erlauben kann und Wege in allen Bereichen finden muss.“

Die SVG spielte in Berlin mit: Lindberg, Krage, Scheerhoorn, Ronkainen, Brehme, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Durkin, Michelau, Pörner, Thole.