Jannik beim Aufschlag

LüneHünen trotz umgebautem Team optimistisch

Mehr als 25 Wochen sind seit dem letzten Auftritt der SVG Lüneburg am 17. April in Friedrichshafen beim dritten Playoff-Halbfinale vergangen, davon 9 Wochen Saisonvorbereitung inklusive eines Trainingslagers liegen hinter dem neuen Team – nun geht es endlich wieder los: Am Sonnabend um 19 Uhr kommen die Volleyball Bisons Bühl zum Saisonstart 2019/20 in die Gellersenhalle. Dafür gibt es auch noch ein Restkontingent an Eintrittskarten.

Die Spannung ist dabei wohl noch größer als in den Vorjahren, weil kaum ein Fan die neue Mannschaft der LüneHünen bisher in Augenschein nehmen konnte. Testspiele fanden auswärts oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, der Kader hat sich erheblich verändert, was über die Zugänge bisher bekannt wurde, war aber äußerst vielversprechend.

Die Vorfreude war auch zu spüren, als sich die neue Mannschaft den Sponsoren und weiteren geladenen Gästen bei der jährlichen Teampräsentation in der Ritterakademie vorstellte. Chefcoach Stefan Hübner bedauerte zwar, dass sechs Spieler gegangen sind, „das ist aber letztlich auch Werbung für uns, wenn sich jemand hier so weiterentwickelt, dass er einen lukrativen Vertrag wie in Berlin, in Frankreich oder Bahrein bekommt“, spielte er auf die Abgänge Cody Kessel, Ryan Sclater, Noah Baxpöhler und Ray Szeto an.

Mittelblock bleibt das Prunkstück

Dann blickte der Trainer voller Vorfreude auf sein „neues Projekt“, äußerte sich sehr zufrieden über die Zusammenstellung des neuen Teams. Und Bernd Schlesinger, der Sportliche Leiter, blickte voraus: „Ich erwarte am Sonnabend eine volle Halle, ein gutes Spiel und einen erfolgreichen Start wie immer in den letzten Jahren. Und allgemein rechne ich anfangs mit überraschenden Ergebnissen, weil bei vielen Teams noch wichtige Spieler wegen des World Cups fehlen. Erst Ende der Hinserie wird sich wohl alles zurechtgeruckelt haben.“

Auch bei den LüneHünen ist mit Diagonalangreifer Blake Scheerhoorn ein Akteur beim World Cup in Japan im Einsatz, der Kanadier fehlte deshalb auch bei der Teampräsentation, schickte aber eine längere Video-Botschaft aus Nagano in die Ritterakademie. Jannik Pörner, sein Vertreter auf dieser Position bei der SVG, zuletzt in zwei Testspielen wegen Rückenbeschwerden außer Gefecht, gab Entwarnung: „Ich war viele Stunden bei unseren tollen Physios in Behandlung, habe schon wieder voll trainiert und bin fit für Sonnabend.“

Es kann also losgehen. Nach der „wunderbaren Reise“ (Hübner) zuletzt wird nun die 6. Tour durch die deutschen Bundesliga-Hallen zu einer Reise ins Ungewisse mit vielen offenen Fragen. Wer etabliert sich im fast ganz neuen Außenangriff? Wie bewältigt Scheerhoorn letztlich die Umstellung von Außen auf Diagonal? Wer wird Zuspieler Nummer 1? Sicher ist wohl: Im Mittelblock bleiben die LüneHünen, auch von der Körpergröße her, eine Macht. Aber insgesamt muss sich noch zeigen, wie sich der liga-weit heiße Transfer-Sommer auf das Abschneiden der SVG auswirkt.

SVG macht mit bei Pilotprojekt: Kommentierter Internet-Stream

An diesem Wochenende startet auf Wunsch der Volleyball-Bundesliga (VBL) ein Pilotprojekt, für das im Männer-Bereich zwei Vereine die Vorreiterrolle übernehmen: die SVG Lüneburg und die Berlin Volleys.

Alle im Internet-Stream auf sporttotal.tv laufenden Spiele sollen ab 2020/21 mit Kommentierung laufen, dazu startet nun die Versuchsphase. Die SVG konnte für seine Heimspiele einen jungen Sportredakteur gewinnen: Roman Gerth, der früher für die LZ tätig war, mittlerweile in Hannover arbeitet und über erste Vorerfahrung in der Live-Kommentierung verfügt. Der 25-Jährige engagiert sich nun für die SVG ehrenamtlich als Kommentator und wird dabei – im Regieraum unter der Tribüne sitzend – von einem Experten unterstützt.