Anton machte ein starkes Spiel in Rottenburg

Sieg – aber ohne die volle Ausbeute

3:2 in Rottenburg nach schwachem dritten Satz

Das war ein hartes Stück Arbeit für die LüneHünen,wohl härter noch als im Vorfeld befürchtet. 2:06 Stunden brauchte die SVG, um sich beim TV Rottenburg mit 3:2 (25:23, 23:25, 17:25, 25:20, 15:7) durchzusetzen und nicht gleich im ersten Auswärtsspiel der neuen Saison eine Pleite zu erleben. Statt der erhofften drei Punkte gingen also nur zwei mit auf die Heimreise, doch nach dem Verlauf war Chefcoach Stefan Hübner damt „absolut zufrieden“. Phasenweise sah es nämlich so aus, als würde die SVG vor 1550 Zuschauern in der Tübinger Paul-Horn-Arena eine unliebsame Überraschung erleben.

Hübner hatte seine Starting Six auf drei Positionen im Vergleich zum Saisonauftakt gegen Bühl verändert, brachte im Mittelblock Michel Schlien statt Florian Krage, als Zuspieler Leo Durkin statt Gijs van Solkema und Außen dessen US-Landsmnn Michael Michelau statt Viktor Lindberg. Wohl, weil der Schwede in der letzten Saison noch ein Schützling von Rottenburgs Coach Christophe Achten in Finnlands 1. Liga war, der ihn also in- und auswendig kennt.

Drei Änderungen in der Starting Six

Und das Konzept schien aufzugehen. Die SVG legte einen guten ersten Satz hin, lag zwar zur ersten technischen Auszeit 7:8 zurück, drehte das aber auf 11:8 und hielt diesen 3-Punkte-Vorsprung dann lange. Eng blieb es vor allem durch Rottenburgs Aufschlagstärke. So haute Tim Grozer vier Asse raus. Beim 22:22 hatten die Hausheren wieder ausgeglichen, doch der Satz war nicht mehr zu retten.

In Durchgang zwei musste Hübner früh seine erste Auszeit nehmen (5:2 für den TVR), viel änderte sich dadurch nicht, der Gegner zog auf 8:2 uns 12:6 davon. Die SVG kam wieder auf 12:10 heran, musste den Gegner wieder davonziehen lassen (16:12, 19:15), kämpfte sich erneut zurück (21:20, 24:23), um dann doch den Satzausgleich quittieren zu müssen.

Was dann folgte, beschrieb Trainer Hübner anschließend schonungslos: „Da haben wir aufgehört Volleyball zu spielen, unser Spiel ist komplett zusammengebrochen. Wir haben eine ganze Kette von Fehlern gemacht. Das war ein schwieriger Moment, das war die Gefahr groß, dass das ganze Spiel weggeht.“ Denn sein Team trat nach einem 3:8-Rückstand in der ersten technischen Auszeit geradezu destaströs auf: über 14:6 und 20:11 zogen die Gäste bis auf 11 Punkte davon (22:11).

Den roten Faden wiedergefunden

„Gut war aber, wie die Jungs dann ins Spiel zurückgefunden haben“, atmete Hübner in Abschnitt vier auf. Der längst eingewechselte Lindberg, später auch zum MVP gewählt, brachte mit seiner Coolness Ruhe ins Spiel, Jannik Pörner – insgesamt 16 Punkte – machte seinen Job im Diagonalangriff ebenso erneut gut wie Außen Antti Ronkainen (14), Brehme punktete weiter zuverlässig und neben ihm setzte der inzwischen eingewechselte Krage auch noch vier Blocks. Über sichere Führungen in den technischen Auszeiten (8:4, 16:13) sorgten die LüneHünen für den Gleichstand und Tiebreak.

Und in diesem Entscheidungssatz sorgten sie mit einem 4:0 gleich für klare Verhältnisse, beantworteten Rottenburgs Aufbäumen (5:5) mit einem 8:5 zum Seitenwechsel und bauten diese Führung nun kontinuerlich aus. Vor allem Lindberg war nun nicht mehr zu halten, buchte hier 5 Punkte, darunter ein Ass.

„Die haben eine starke Mannschaft beisammen und werden in diesem Jahr eine gute Rolle spielen, davon bin ich überzeugt“, war Hübner dennoch vom Gegner beeindruckt und stellte besonders Tim Grozer (u.a. 6 Asse) und Libero Taichi Kawaguchi heraus.

SVG: Michelau, Brehme, Pörner, Ronkainen, Schlien, Durkin, Koslowsky; eingewechselt: Lindberg, van Solkema, Krage.