Jordan Ewert überragte gegen die Netzhoppers

Sechs Punkte für entspannte Heimreise der LüneHünen

3:0 bei den Netzhoppers besonders wertvoll

Das war das richtige Zeichen, dass mit der SVG in der Rückrunde noch zu rechnen ist: Optimale sechs Punkte ohne Satzverlust in ihren zwei Auswärtsspielen brachten die LüneHünen mit nach Hause, vor allem aber zeigten sie sich beim Wiederbeginn nach fünf Wochen Spielpause auch stark verbessert. Das 3:0 (25:22, 25:23, 25:22) bei den Netzhoppers KW-Bestensee kann sich dabei im Kampf um einen Playoff-Platz noch als besonders wertvoll erweisen, jedenfalls ist der brandenburgische Rivale in der Tabelle erst einmal überholt. Denn mit dem 3:0 (25:21, 25:14, 25:21) knapp 22 Stunden später beim VC Olympia Berlin kletterte die SVG auf Rang 7.

Gutes Comeback von Gijs van Solkema

Gegen die in dieser Saison bisher so starken Netzhoppers, immerhin Überraschungs-Pokalfinalist, gab – natürlich – der von Polonia London zurückgekehrte Zuspieler Gijs van Solkema sein Comeback und hatte gleich wieder die Fäden fest in der Hand. Zwar gelang dem holländischen Nationalspieler längst noch nicht alles und ist noch Luft nach oben, aber nach einem Halbjahr Abwesenheit war das Verständnis schon wieder erstaunlich gut. „Ja, er hat seine Zuspiele gut gemischt“, bescheinigte ihm auch Stefan Hübner ein gelungenes Debüt im Team, das der Chefcoach im Vergleich zum letzten Einsatz von „Günni“ van Solkema ansonsten nur auf einer Position verändert aufs Feld schickte. Nur Jordan Ewert war ein neuer Mitspieler, alle anderen kannte er noch aus der letzten Saison.

Ewert nutzte aber die neuen Zulieferdienste gleich mit einer Erfolgsquote von 56%, war sofort auf Touren, punktete mit seinen gefürchteten Wischern in den gegnerischen Block ebenso wie mit Schmetterbällen und war am Ende mit 20 Zählern SVG-Topscorer und MVP, der zudem in der Annahme ebenso viel beschäftigt wie stabil war: 45% bei nur einem Fehler in 20 geforderten Situationen. Schon im ersten Satz sammelte der Außenangreifer sieben Punkte und sorgte vor allem zusammen mit Viktor Lindberg (4) und Michel Schlien (3, alle durch Blocks) dafür, dass der Start gelang.

Auch eine fast fehlerfreie Aufschlagbilanz trug dazu bei, dass der stets ausgeglichene Eingangssatz letztlich an die Gäste ging. Die mussten zwar eine frühe 5:3-Führung bald wieder abgeben, machten dann aber aus einem 13:11 für KW ein 13:14, aus dem zeitweilig ein 4-Punkte-Vorsprung wurde (17:21). Die Gastgeber kamen noch einmal zurück (22:24), eine Abwehr an die Antenne beendete aber ihre Hoffnungen aufs Happyend. Zumal weder Diagonalangreifer Johannes Mönnich (9 Punkte) noch Außen Karli Allik (4) annähernd so auftrumpfen konnten wie im Hinspiel. Da waren sie hauptverantwortlich für den 3:2-Sieg der Netzhoppers: Mönnich 24 Punkte, Allik 21.

Zum zweiten Satz blieb dann Allik, auch in den letzten Spielen enorm stark, auf der Bank. Der eingewechselte Theo Timmermann machte der SVG viel mehr zu schaffen, war am Ende gar mit 13 Punkten bester Scorer der Brandenburger und ihr MVP. Verhindern konnte aber auch er nicht, dass die LüneHünen auch diesen Umlauf für sich entschieden. Denn das Angriffsspiel wurde nun wesentlich variabler, auch der Pipe wurde nun ein wirksames Mittel, vor allem aber das in Satz eins noch gar nicht gespielte erste Tempo über Schlien und Florian Krage.

Über 8:5 und 16:12 zu den technischen Auszeiten strebte Hübners Team einem 2:0 entgegen, doch eine Serie von Byron Keturakis, einer der besten Aufschläger der Liga, machte es wieder spannend. Die Netzhoppers glichen aus (18:18), die SVG aber behielt die Ruhe und verlor nicht, wie in der Hinrunde oft gesehen, den Faden. Vor allem Ewert konterte entscheidend, machte in dieser Phase vier seiner acht Punkte in diesem Satz, selbst von Solkema steuerte zwei Zähler bei. KW blieb dennoch dran (23:24), bevor Lindberg – später mit Schlien zusammen (je 9) zweitbester Scorer – alles klar machte.

SVG behält immer Ruhe und Geduld

Aber der Gegner gab sich noch längst nicht geschlagen. Keturakis am Aufschlag haute ein 3:0 zu Beginn von Satz drei raus, Hübner sah sich zu einer frühen Auszeit genötigt. Dennoch hieß es bald 5:1 und gar 14:9. Aber die LüneHünen meisterten auch diese Situation. Nachdem Ewert auf 14:10 verkürzt hatte, kam der eingewechselte Hannes Gerken an die Aufschlaglinie, servierte nicht nur ein Ass (mit Netzkante), sondern weiterhin druckvoll, was Ewert und der ebenfalls eingewechselte Richard Peemüller zu weiteren Punkten nutzten – 14:13, die Gäste waren wieder voll dabei.

Nach dem 16:16-Ausgleich und Konter der Netzhoppers zum 19:17 wendete die SVG das Blatt auf 19:20, ohne dem Gegner schon den Zahn zu ziehen (21:22). Doch dann schickte Gerken sein zweites Ass rüber und legte zum Schnellangriff für Schlien auf, bevor schließlich ein Aufschlagfehler der Hausherren das Match beendete und SVG-Coach Hübner zufrieden resümieren ließ: „Wir hatten uns viel vorgenommen für diesen Start. Es war nicht alles perfekt, nicht durchgängig super. Aber wir haben viele gute Sachen gemacht und hatten eine gute Energie auf dem Feld. Wir haben immer die Ruhe behalten, waren geduldig und haben dann die wichtigen Punkte gemacht. Und die Eingewechselten haben dazu viel beigetragen.“

Gegen die Netzhoppers spielten: Lindberg, Krage, Pörner, Ewert, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Thole, Craft, Gerken, Peemüller.

Ein sicherer Dreier auch gegen VCO

Tags darauf beim VC Olympia Berlin sackten dann die LüneHünen die nächsten drei Punkte ein, taten sich aber zeitweise schwer. Im Gegensatz zum Match zuvor begannen dieses Mal Konrad Thole (für Viktor Lindberg) außen und Richard Peemüller (für Jannik Pörner) diagonal. Das Hübner-Team lag im ersten Stz schon 9:13 zurück, ehe der Knoten platzte und Thole – der mit einigen Fehlversuchen begann – der 13:13-Ausgleich gelang.

Mit dem 16:15 des eingewechselten Pörner war endlich die erste Führung erreicht, doch die Youngster auf der Gegenseite fighteten. Die beiden größten Talente, Erik Röhrs und Filip John, ragten mal wieder heraus und hielten das Geschehen bis in die Crunchtime hinein offen (20:22), ehe Hübner mit einer Auszeit die Weichen auf Satzgewinn stellte.

In Durchgang zwei hatte die SVG dann leichtes Spiel, weil sie nun nicht mehr so viele leichte Fehler im Angriff machte und auch die Aufschlagfehler minimierte. Über 8:5 und 16:10 bei den technischen Auszeiten sowie 22:13 war schnell alles geklärt. Jordan Ewert ragte in diesem Satz heraus, machte da neun seiner insgesamt 16 Punkte. Damit war er erneut bester Scorer, MVP wurde jedoch Peemüller, der lange gebraucht hatte, um seinen Aufschlag zu finden, dann aber zunehmend punktete.

Abschnitt drei war dann eng wie der Eingangssatz. Die LüneHünen legten zwar dank des nun mit sieben Punkten groß auftrumpfenden Peemüller gut vor (8:5, 11:8), ließen den Gegner nach einem Schreckmoment nach einem Umknicken von Krage aber wieder ins Spiel kommen und aus einem 13:10 einen 13:14-Rückstand werden. Hin und her ging es nun (16:16), ehe vier Punkte in Folge zum 20:16 für die SVG die Vorentscheidung bedeuteten und das Endergebnis wenig später feststand.

Gegen den VCO spielten: Ewert, Thole, Krage, Schlien, Peemüller, van Solkema, Koslowsky, eingewechselt: Pörner, Gerken, Lindberg, Craft.