Bloß nicht stolpern heißt für die SVG am Wochenende das Motto gegen Unterhaching

Leichtsinn ist fehl am Platz

SVG-Auftakt zu einem strammen Februar-Programm

Mit sechs Spielen an 22 Tagen hat es der Monat Februar in sich für die SVG Lüneburg. Vier Auftritte davon sind Heimspiele, vor allem da gilt es, fleißig Punkte für eine Teilnahme an den Playoffs zu sammeln. Und gleich der Auftakt an diesem Sonnabend (19 Uhr) in der Gellersenhalle gegen den TSV Unterhaching soll und muss den nächsten Dreier bringen, um wieder in diese Tabellenzone vorzudringen. Denn derzeit steht Platz 9 zu Buche und genau dort schaut man am Ende in die Röhre, wenn am letzten Hauptrunden-Spieltag unter sechs ziemlich gleichwertigen Teams fünf Tickets für die entscheidende Saisonphase verteilt werden.

„Die Tabelle ist derzeit so ein bisschen wie die Börsenkurse, die ändern sich auch andauernd. Da muss man jetzt nicht ständig hinschauen“, gibt sich Chefcoach Stefan Hübner unbeeindruckt von den Schwankungen von Runde zu Runde. „Für uns geht es einfach darum, unsere Leistung abzurufen und gut zu spielen, den Schwung zu halten, mit dem wir in dieses Jahr gegangen sind.“ Das gelang nach zunächst drei Siegen zuletzt beim 0:3 in Düren nicht mehr ganz so gut. „Das waren jeweils bis zur Crunchtime offene Sätze, dann hat Düren, unter anderem mit Aufschlagstärke, abgeliefert, als sie mussten. Wir haben ihnen das erlaubt – das müssen wir künftig wieder besser machen“, weiß der Trainer.

Unterhaching besser als derzeitiger Tabellenstand

Denn auch gegen den kommenden Gegner gilt es, die Konzentration hochzuhalten und das Zusammenspiel im Team weiter zu entwickeln. Die Bilanz der Bayern sollte nicht zu Leichtsinn verführen. Zwar holten sie erst zwei Punkte durch ein 3:2 bei VCO Berlin, doch irgendwann werden sie einem Etablierten eine unliebsame Überraschung bereiten. Denn die Leistungen dieses Mixed-Teams aus vielen Youngstern und einigen wenigen Routiniers werden stabiler. Die Sätze enden zunehmend knapper, gelegentlich springt auch ein Satzgewinn heraus. So auch im Hinspiel beim 3:1-Erfolg der LüneHünen. Trainer Patrick Steuerwald, ein ehemaliger Zuspieler, der früher auch ein paar Länderspiele zusammen mit Stefan Hübner bestritt, arbeitet akribisch daran, das Team zu entwickeln und die Talente zu fördern.

Als größtes Versprechen auf die Zukunft gilt derzeit der noch 16-jährige Libero Leonard Graven. Insgesamt acht Spieler gehören den Jahrgängen 2000 bis 2004 an, meist aus dem Münchner Umland. Denn der TSV, der zu früheren Zeiten viele Stars verpflichtete, hat sich nun nach der Bundesliga-Rückehr dem Motto „local heroes“ verschrieben. Die Talente sollen sich dabei in Ruhe entwickeln, zumal der Abstieg in dieser Saison ausgesetzt wurde. So wird in Unterhaching den Fortschritten der Youngster mehr Beachtung geschenkt als der Platzierung, spielen die Routiniers nur noch wenig. Die Tabelle ist ohnehin etwas trügerisch. Die SVG ist die einzige Mannschaft mit nur 13 Spielen, hinkt also ohnehin etwas hinterher. Die Konkurrenten haben teils schon 15, das Führungsduo Friedrichshafen/Berlin sogar 16. So bringt es tatsächlich wenig, den derzeitigen Rang als alleinigen Maßstab zu nehmen. Sicher ist aber: Mit einem Dreier jetzt steigen die Chancen auf die Playoffs.

Wichtige drei Punkte für die Playoff-Teilnahme

Nach den Verletzungen von Dalton Solbrig (Saison-Aus) und Konrad Thole (Comeback-Termin ungewiss) wird die SVG nun auf dem Transfermarkt nicht mehr tätig, obwohl die VBL die Transferliste wegen der Corona-Krise ausnahmsweise über den üblichen Januar hinaus bis zum 8. Februar geöffnet hält. Ein Last-Minute-Wechsel war ja bezüglich eines Mittelblockers noch eine Überlegung, da diese Position nur noch mit zwei Spielern besetzt ist. „Alles, was wir national angedacht und versucht haben, hat nicht funktioniert. Und international werden wir, schon aus finanziellen Gründen, nichts versuchen“, hat Hübner dieses Thema ad acta gelegt.

Bei der Übertragung des Live-Streams auf sporttotal.tv werden einige Fans vielleicht dennoch stutzen, weil sie glauben, in der SVG-Mannschaft ein unbekanntes Gesicht zu sehen – es handelt sich dann um Außenangreifer Will Craft. Der US-Amerikaner hat sich für eine gute Sache eine Glatze schneiden und rasieren lassen. Craft wollte mit dieser Aktion aufmerksam machen auf Kinder, die wegen Krebsbehandlungen ihre Haare verloren haben. In den USA gibt es die St. Baldrick’s Foundation, die Spenden zur Unterstützung von Wissenschaftlern sammelt, die an besseren Behandlungsmethoden für krebskranke Kinder arbeiten und nach Heilmitteln forschen. Diese Stiftung unterstützte nun Craft mit seiner Aktion, die schulterlangen Haare zu opfern. Mehr als 2100 US-Dollar an Spenden kamen zusammen.