Stark in der Annahme, sicher im Abschluss mit 16 Punkten - Will Craft war der Mann des Abends beim SVG-Sieg

Glatter Gang zum nächsten Dreier

Mit Will Craft steht mal ein anderer Spieler im Mittelpunkt

So leicht wird es in dieser Saison nicht wieder: Mit einem 3:0 (25:16, 25:21, 25:19)-Erfolg gegen den TSV Unterhaching buchten die LüneHünen die im spannenden Ringen um die Playoff-Teilnahme dringend benötigten drei Punkte, verließen den undankbaren 9. Platz wieder und kletterten in der Tabelle auf Rang 6. Ein Pflicht-Dreier angesichts der noch ausstehenden Aufgaben bis zum Ende der Hauptrunde. Schon am kommenden Mittwoch, erneut in der Gellersenhalle, wartet mit Frankfurt ein ganz anderes Kaliber. Die Hessen verteidigten gerade Platz 4 mit einem 3:2-Triumph gegen Meister Berlin.

SVG lässt von Beginn an nichts anbrennen

„Vor allem mit dem Start war ich sehr zufrieden. Die Jungs hatten die richtige Einstellung, sind das sehr konzentriert angegangen und haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, lautete das Fazit von Chefcoach Stefan Hübner, der mit Will Craft noch einen Spieler herausstellte: „Er hat das wirklich gut gemacht. Und ich freue mich, dass er auch MVP geworden ist und heute mal im Mittelpunkt steht. Denn Will geht sensationell mit seiner Rolle um. Er hat ja bisher nicht viel Spielanteile bekommen, aber er ist wirklich immer, bei jedem Spiel und in jedem Training, gut gelaunt und immer voller positiver Energie,“ drückte er seine Wertschätzung für den 27-Jährigen aus.

Craft bekam eine Chance statt des geschonten SVG-Topscorers Jordan Ewert und fiel nicht nur – wie berichtet – mit neuem Äußeren (Glatze) auf, sondern auch mit einer rundum starken Leistung. Nach Libero Tyler Koslowsky bekam Craft die meisten Bälle in der Annahme (59% positiv) und überzeugte da ebenso wie im Angriff, wo er 12 seiner 16 Chancen zu Punkten machte (75%). Mit zusätzlich drei Blocks und einem Ass kam der US-Boy so auf 16 Punkte als bester SVG-Scorer und erhielt am Schluss verdient und von den Teamkameraden gefeiert die goldene MVP-Medaille.

Der Mann des Abends war auch sofort voll da, sammelte schon im Eingangssatz 8 Punkte, darunter bei einer Aufschlagsserie das Ass zum 7:3. Kaum nach stand ihm der erneut starke Viktor Lindberg (7), der alle Varianten seines Repertoires ausspielte. So standen die Süddeutschen zunächst auf verlorenem Posten und drohten Mitte des Satzes unterzugehen: Block Michel Schlien, Block Craft, Block Schlien – innerhalb kurzer Zeit war das Ergebnis auf 16:8 gestellt. Dieser Vorsprung wuchs dann weiter.

Zu wenig Gegenwehr für eine Überraschung

Zu Durchgang zwei kamen die Gäste mit einer veränderten Aufstellung, u.a. mit neuem Zuspieler (Eric Paduretu) und neuen Diagonalangreifer, Juro Petrusic, der später auch ihr MVP wurde. Insgesamt 10 Punkte sammelte er noch bei einer guten Quote von 62% und war so zweitbester Scorer seines Teams hinter dem schon in den letzten Wochen starken Simeon Topuzliev (15). In der Abwehr und Annahme stellte der 16-jährige Libero Leonard Graven sein Talent unter Beweis. Für eine Überraschung in der Gellersenhalle war das alles aber zu wenig. Nach der zweiten technischen Auszeit ging es erst von 9:8 auf 12:8, dann von 14:12 auf 17:12. Spätestens, als Craft die längste Rallye des Spiels mit dem 20:15 abschloss, war auch dieser Satz gelaufen.

„Dann haben wir etwas den Faden verloren, haben nicht mehr so gut angegriffen und sind etwas hektisch geworden“, monierte Trainer Hübner die nächsten Minuten, „aber die Jungs haben ja wieder die Kurve gekriegt.“ Zeitweise führte Unterhaching mit zwei Punkten, die Unordnung im SVG-Spiel zeigte sich auch, als einmal Zuspieler Gijs van Solkema als dritter Mann in der Kette zum Schmettern gezwungen wurde. Doch nach der technischen Auszeit (7:8) brachte erst ein entschlossener Lindberg, dann ein noch entschlossenerer Jannik Pörner die LüneHünen wieder auf Kurs. Pörner punktete nach einem 12:12 dreimal in Folge, zweimal mit Bällen, die abgewehrt an der Hallendecke landeten – was ja dann bald in der neuen Arena wegfällt… Als dann auch Craft noch einmal mit vier von fünf verwandelten Angriffen, darunter ein Pipe, aufdrehte, war das 3:0 unter Dach und Fach.

SVG: Lindberg, Krage, Pörner, Craft, Schlien, van Solkema, Koslowsky; eingewechselt: Peemüller, Gerken.