Wenn den Gegnern der SVG Lüneburg im Spiel etwas spanisch vorkommt, liegt das vielleicht an Carlos Mora Sabaté. Der Katalane, einer von fünf Ausländern im Team, hat beim Volleyball-Bundesligisten prächtig eingeschlagen und fühlt sich in der Hansestadt pudelwohl. Und das aus vielerlei Gründen, nicht nur weil es sportlich bisher so gut läuft. Denn nach dem Umzug in den deutschen Norden fühlen sich Sabaté und seine Freundin Ana Pilar Amores hier schon fast heimisch. „Eine Atmosphäre wie in unserer Heimatstadt Tarragona“, sagt Carlos. Trotz aller Veränderungen halten die beiden natürlich an Bewährtem fest. Beim mittäglichen Besuch in ihrem Appartement im ehemaligen Anna-Vogeley Heim kündigt sich schon auf dem Flur der Duft der spanischen Küche an. Ob Paella, Tapas oder andere Spezialitäten, auf die heimatlichen Genüsse möchten die beiden nicht verzichten. „Das Essen ist für uns die größte Umstellung gewesen. ,,Umso glücklicher waren wir, als wir das erste Mal Kichererbsen entdeckt haben“, erzählt Carlos, der die Aufgaben des Kochs übernommen hat. ,,Das macht er hervorragend“, berichtet Ana. „Und auf die Siesta verzichten wir auch nicht, sofern es mein Trainingsplan zulässt“, fügt Carlos hinzu. Das Paar wohnt jetzt erstmals gemeinsam zusammen. ,,Ich war etwas skeptisch, doch es klappt hervorragend“, freut sich Ana. ,,Es hat das Eingewöhnen hier deutlich erleichtert“, findet auch ,,Mora“, wie ihn die spanischen Meister und Pokalsieger CAI Voleibol Teruel riefen. Ganz neu für das Duo ist die deutsche Sprache. Aber die soll nicht lange ein Problem sein. Carlos und Ana haben sich als Gasthörer an der Leuphana Universität eingeschrieben, nehmen an einem Sprachkurs teil. „Das bringt sehr viel und zudem lernt man mit Japanern, Brasilianern und Chinesen Menschen vieler Kulturen kennen“, schildert der 24 jährige Nationalspieler seine Eindrücke. Also gibt es keinen Grund, den Wechsel nach Lüneburg zur SVG zu bereuen, nur ihre Eltern vermissen sie manchmal. Doch auf sie müssen der glühende Barca-Fan und seine temperamentvolle Freundin nicht allzu lange verzichten. Beide Eltern haben sich in Kürze für jeweils einen einwöchigen Besuch angekündigt, genau wie Carlos‘ Bruder.

Die Eltern von Carlos und Ana kennen sich dabei schon, seitdem sie als Kinder im Grundschulalter waren. Die Beziehung der beiden war also in gewisser Weise vorgezeichnet – wer dann wie Ana Pilar Amores mit dem Wort „Amores“ die Liebe im Namen trägt, muss das Glück wohl auf seiner Seite haben. So hoffen sie, dass sich ihre Wünsche nicht nur privat, sondern auch sportlich mit der SVG in der Bundesliga erfüllen.