Unsere Volleyballer ziehen auch beim TV Rottenburg im Tiebreak den Kürzeren

Der Stachel der Niederlage saß tief. Zum zweiten Mal in Folge bezahlte der Bundesliga-Aufsteiger SVG Lüneburg Lehrgeld und zog im Tiebreak den Kürzeren. „Das ist sehr, sehr bitter für uns“, klagte Volleyball-Hüne Tijmen Laane nach dem 2:3 (25:17, 23:25, 16:25, 25:20, 8:15) beim weiterhin ungeschlagenen TV Rottenburg – und fügte im nächsten Atemzug an: „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Daraus müssen wir lernen. Das ist der beste Weg.

Etwas entspannter nahm Cheftrainer Stefan Hübner den zweiten K.o. innerhalb von drei Tagen hin. „Bitter ist nicht das richtige Wort. Wir sammeln Erfahrung. Der Punkt in Rottenburg ist okay.“ Einerseits durfte er nach der ,,Achterbahnfahrt“ feststellen, dass sein Team beileibe kein Leichtgewicht in der Beletage ist und ,,wir das Niveau haben“. Andererseits: ,,Wir müssen das konstanter hinkriegen.“ Das Wiedersehen an alter Wirkungsstätte hatten sich besonders Falko Steinke und René Bahlburg anders vorgestellt. Bei der Begrüßung durch den Hallensprecher in der Tübinger Paul-Horn-Arena huschte noch ein freudiges Lächeln über die Lippen der Ex-Rottenburger, doch am Ende waren beide Lüneburger zerknirscht. „Der fünfte Satz ist immer ein Glücksspiel“, sagte Diagonalangreifer Steinke und ergänzte: „Und die Schiedsrichter hatten nicht ihren besten Tag.“ In der Tat sorgten einige strittige Entscheidungen für Zündstoff, doch die Fehlerquote der Unparteiischen hielt sich die Waage. Bahlburg blieb bei seinem Auftritt blass, Hübner nahm den Außenangreifer Mitte des dritten Satzes vom Feld und brachte Stefan Köhler. Zu diesem Zeitpunkt lag die SVG mit 4:10 im Hintertreffen, nachdem sie wenige Minuten zuvor den zweiten Durchgang knapp und unglücklich abgegeben hatte. Zuvor hatte der Neuling die Hausherren sogar fest im Griff gehabt. „Der Anfang verlief für uns zu einfach“, meinte Steinke. Hübner sah in der ersten 23 Minuten ,,das Beste, war wir bislang gespielt haben“. Als der Liganeuling im dritten Satz nach teilweise haarsträubenden Fehlern mit 1:2 in Rückstand geraten war, versank er jedoch nicht in Selbstmitleid, sondern konterte mit einer Klassemoral. „Das war richtig gut, was wir im vierten Satz gespielt haben“, betonte Laane, der beste Spieler vor 1800 Zuschauern. Die Lüneburger eilten souverän auf 13:6 davon, mussten zwar hinnehmen, dass die Gastgeber bis auf drei Punkte (16:19) herankamen, doch das SVG-Team befreite sich wieder aus der Umklammerung, und Steinke beendete schließlich mit einem Block den Durchgang. Mit diesem Pfund konnte die Hübner-Truppe nun wuchern und blieb zunächst auch im Tiebreak stabil. Als Laane die 6:5-Führung erzielte, durfte der Aufsteiger vom dritten Saisonsieg träumen. Dass Mittelblocker Michel Schlien, der stark angefangen, dann aber doch merklich nachgelassen hatte, postwendend einen Aufschlag verballerte, zeugte von schwachem Nervenkostüm. Den Nerv raubte den Lüneburgern letztendlich einer, der zuvor lediglich bei Aufschlägen aufs Parkett gekommen war: Sven Metzger. Dem Rottenburger gelangen zwei Asse in Folge, die der SVG wehtaten. Laane verkürzte zwar noch einmal, doch von nun an sollten die Einheimischen das Heft nicht mehr aus der Hand geben. Laane warb um Verständnis für das ständige Auf und Ab in der Partie: „Wir sind ein neues Team. Da kann man nicht erwarten, dass wir immer so erfolgreich wie in den ersten beiden Begegnungen spielen.“ Die Konstanz muss sich der Aufsteiger noch erarbeiten.

SVG Lüneburg: Steinke, Laane, Schlien, Sabate, Kevorken, Bahlburg, Mattson; eingewechselt: Pörner, Dolfo, Köhler, Brüggemann.