Spieltag wie gemalt für SVG

Drei Punkte gegen Netzhoppers und Konkurrenz patzt

Diese drei Punkte waren fest eingeplant, am Ende wurden es gefühlt sogar noch mehr – weil die Konkurrenten in der dicht gedrängten Spitzengruppe fleißig patzten, während die LüneHünen ihr Heimspiel gegen die Netzhoppers KW-Bestensee mit 3:0 (29:27, 25:20, 25:20) gewannen. Wiederholt sich das am Wochenende, wenn gleich sieben Spiele auf dem Bundesliga-Programm stehen? Die SVG jedenfalls steht am Sonnabend (16 Uhr/Stream auf sporttotal.tv) beim VC Olympia Berlin vor der nächsten Aufgabe, bei der es nur ein Ziel geben kann: 3 Punkte.

 

Nächste Aufgabe wartet schon

Im Match gegen die Brandenburger gaben sich die LüneHünen zwar letztlich keine Blöße, taten sich aber eingangs enorm schwer. „Wir haben da ein bisschen zu viele Fehler gemacht, besonders im Aufschlag. Sonst wäre das Ergebnis wohl noch deutlicher ausgefallen“, war Chefcoach Stefan Hübner insgesamt zufrieden. Zumal er kurzfristig noch auf Zuspieler Adam Schriemer (Rückenbeschwerden) verzichten musste.

Doch dessen Vertreter Gijs van Solkema hat oft genug bewiesen, dass jederzeit auf ihn gebaut werden kann und unterstrich das erneut. Der Holländer streute seine Zuspiele sehr variabel, arbeitete auch viel mit dem ersten Tempo, was besonders Michel Schlien im Spielverlauf immer häufiger nutzte. Das SVG-Urgestein war am Ende bester Scorer mit 12 Punkten, darunter 5 direkte Blockpunkte. Auf deren 4 kam sein Nebenmann Noah Baxpöhler – ein schier unüberwindlicher Mittelblock also.

Im ersten Satz allerdings standen noch satte 7 Aktionen in der Statistik, bei denen der Block den Ball nur ins Aus lenken konnte, dreimal vom Kopf Schliens oder Baxpöhlers – auch dieses Pech ein Grund für den engen Verlauf bis in die Verlängerung, bevor dann der dritte Satzball die Führung brachte. Ein Satz auch, in dem Ryan Sclater und Casey Schouten, der Diagonale auf der Gegenseite, um die Wette schmetterten.

 

Wenn der Block zur Mauer wird…

Schouten war dann am Ende auch bester Scorer bei KW (15 Punkte), fast jeder Angriff lief über ihn, seine Fehlerquote – auch bei seinen variablen Aufschlägen – wuchs allerdings auch immer mehr an. Bei der SVG dagegen stabilisierten sich alle Elemente zusehends, im zweiten Durchgang wurde so aus einem 5:8 bei der ersten technischen Auszeit wurde so ein 10:8 und 15:12. Doch die Gäste glichen beim 18:18 noch einmal aus, ehe Schouten zwei Fehler produzierte. Ein Monsterblock von Schlien, ein Spike von Cody Kessel (zum MVP gewählt) und ein Ass von van Solkema machten dann das 2:0 sicher.

Im dritten Satz hatten die Gäste nicht mehr viel zu bestellen, spätestens bei der zweiten technischen Auszeit war die Vorentscheidung gefallen (16:10). Der SVG gelang nun nahezu alles. Ray Szeto streute sogar eine Annahme per Brust bei einem Aufschlag ein. Trainer Hübner hatte sein Team „mit einer Ansprache wie vor dem Pokal-Halbfinale“ aufs Feld geschickt, wollte so unterstreichen, „dass wir jedes Spiel gleich angehen, egal, gegen wen es geht“.

 

Auch VCO Berlin wird nicht unterschätzt

Und so werden die LüneHünen sicher auch den nächsten Gegner nicht unterschätzen. Schließlich stehen im Talentschuppen von VCO Berlin vier Spieler, die schon im Kreis der A-Nationalmannschaft auf der Liste stehen, zuvorderst Angreifer Linus Weber und Mittelblocker Anton Brehme, die von Bundestrainer Andrea Giani auch schon eingesetzt wurden. Und Weber – das Zweitspielrecht macht es möglich – spielt auch schon immer mal wieder für die Berlin Volleys, selbst in der Champions League. In der Bundesliga-Scorerliste wird er geführt zwischen Größen wie Sauss (Düren), Protopsaltis, Sossenheimer (beide Friedrichshafen) und Schwarz (Frankfurt).

Ob bis zum Sonnabend Schriemer wieder fit ist oder ob Hannes Gerken aus der zweiten Mannschaft noch einmal als Backup zu van Solkema aushilft, wird sich erst kurzfristig entscheiden.