Deutschlands National-Libero Julian Zenger (rotes Trikot) hofft am Sonntag auf den Triumph in der Campions League. Den sollen für Trentino Itas vor allem der neue italienische Superstar Alessandro Michieletto (l.) und der Bulgare Matey Kaziyski (r.) als Punktesammler möglich machen. Foto: CEV

Die doppelte Chance zur Revanche

Champions League Frauen und Männer: Gleiche Finals wie 2021

In der Champions League der Männer und Frauen stehen am Wochenende die Entscheidungen an – mit den sogenannten „Super Finals“ im slowenischen Ljubljana findet die Saison 2021/22 im Vereins-Volleyball ihren Abschluss. Bei den Männern gibt es dabei das gleiche Endspiel wie im Vorjahr, Titelverteidiger ZAKSA Kedzierzyn-Kozle aus Polen trifft auf Herausforderer Trentino Itas aus Italien (Sonntag, 21 Uhr). Zuvor steigt das Frauen-Finale, ebenfalls eine Neuauflage von 2021: Vorjahressieger Imoco Conegliano/Italien wird erneut geflordert von VakifBank Istanbul aus der Türkei (Stg., 18 Uhr). Zu sehen sind beide Spiele nur im Bezahl-Stream auf eurovolley.tv (zusammen 2,99 Euro).

Mit Kedzierzyn-Kozle holte sich im letzten Mai erstmals ein polnisches Team den begehrten Titel in der Königsklasse – erstaunlich genug ist diese Premiere, wenn man an die Stärke des osteuropäischen Landes in den letzten Jahren mit WM-Gold 2014 und 2018 sowie der PlusLiga denkt. Und trotz einiger wichtiger Abgänge nach diesem 3:1-Triumph scheint die Mannschaft so stark wie eh und je, wurde Meister und Pokalsieger im Land und will nun das Triple perfekt machen.

Der Titelverteidiger muss aber mit einem schweren Handicap antreten: Mittelblocker Norbert Huber, 2021 neu gekommen und einer der herausragenden Spieler dieser Saison in Polen, hat sich in der Playoff-Finalserie die Achillessehne gerissen. Vor einem Jahr waren u.a. Benjamin Toniutti, Zuspieler von Tokio-Olympiasieger Frankreich, Mittelblocker Jakub Kochanowski und Polens Nationalteam-Libero Pawel Zatorski gegangen. Weiter dabei sind aber die Leistungsträger Aleksander Sliwka (Außen, 18 Punkte) und Lukasz Kaczmarek (Diagonal, 15), damals die erfolgreichsten Scorer, sowie der Kapitän und MVP des Super Finals 2021, Kamil Semeniuk (Außen).

Trentino lechzt nach erstem Titel der Saison

Auch Trentino Itas, das die Berlin Recycling Volleys im Viertelfinale ausschaltete (3:0, 2:3), hat mehrere Änderungen im Sommer 2021 auf Schlüsselpositionen gut verkraftet. So waren der holländische Diagonalangreifer Nimir Abdel-Aziz – Topscorer der letzten Champions-League-Saison – und Italiens Zuspieler Nummer 1, Simone Giannelli, gegangen. Doch in Zuspieler Riccardo Sbertoli, Nummer 2 in Italien, dem weit in der Welt herumgekommenen Bulgaren Matey Kaziyski (Außen), sowie den italienischen Nationalspielern Giulio Pinali (Diagonal) und Daniele Lavia (Außen) kamen starke Nachfolger. Und neuer Libero wurde Julian Zenger aus Berlin.

So mischte Trentino wieder in allen Wettbewerben lange vorne mit, zumal im Mittelblock die serbischen Routiniers Srecko Lisinac und Marko Podrascanin immer noch eine Klasse für sich sind. Vor allem aber leuchtete der 2021 aufgegangene Stern von Alessandro Michieletto weiter ganz hell. Der junge Außenangreifer (20), stark in allen Elementen des Volleyballs und 2,11 Meter groß, führte Italien im letzten Jahr zum EM-Titel und Gewinn der U21-WM und ist nicht nur in seinem Heimatland längst ein Superstar. Als er in einer langen, Kräfte zehrenden Saison zu schwächeln begann, gab es im Pokalfinale ein 1:3 gegen Perugia und im Playoff-Halbfinale der Meisterschaft kam das Aus im 5. Match (trotz 2:0 Führung nach Spielen) gegen den späteren Titelgewinner Lube. Seit fast vier Wochen war aber nun Zeit zur Erholung, während Kędzierzyn-Koźle noch bis zum 14. Mai im Einsatz war.

NEWS aus der Liga

Auf der Streaming-Plattform Twitch, bekannt durch die Übertragungen der Bundesliga-Spiele, haben die TSV Giesen Grizzlyes in einer Talk-Runde ihren Kader für die neue Saison veröffentlicht., soweit nicht vorher schon bekannt. Bei den fünf Neuzugängen ist ein echter Coup gelungen: der vielfache frühere Nationalspieler Jakob Günthör (Mittelblock), früher in Friedrichshafen und Frankfurt, kommt nach einem Jahr in Portugal (Fonte do Bastardo, Azoren) nach Hildesheim. Viel Bundesliga-Erfahrung bringt auch der kanadische Außenangreifer Jori Mantha nach drei Jahren in Herrsching mit. Neu sind zudem die finnischen Nationalspieler Voitto Köykko (Libero) vom Meisterschaftsdritten Akaa Volley und Fedor Ivanov (Zuspieler) vom Pokalsieger Savo Volley sowie Außenangreifer Francisco Iribane vom spanischen Playoff-Halbfinalisten CV Guaguas, ebenfalls ein Nationalspieler. Verlängert haben Zuspieler Jan Röling und Außenangreifer Lorenz Karlitzek.

Der japanische Libero Satoshi Tsuiki, der Beste in der Bundesliga auf dieser Position, wechselt nach zwei Jahren von den United Volleys Frankfurt zu den Berlin Recycling Volleys, hat als Nachfolger von Santiago Danani (Argentinien) einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Die Hauptstadt verlässt dagegen nach einem Jahr wieder Jeffrey Jendryk. Wohin der US-Amerikaner, einer der herausragenden Mittelblocker der Liga, geht, ist noch nicht bekannt.

In der neuen Saison trägt der VfB Friedrichshafen seine Heimspiele wieder am Bodensee aus. Der Gemeinderat der Stadt hat Grünes Licht gegeben, den Hangar R am Flugplatz Friedrichshafen in eine Volleyball-Arena umzubauen. Dafür erhalten die Häfler einen Zuschuss von 1,8 Millionen Euro. Die Flugzeughalle, die allerdings nur 1000 Zuschauer fassen wird, ist zunächst für drei Jahre die neue Heimat für Training und Spiele – auch für das Nachwuchsteam YoungStars in der 2. Liga.

Bei den powervolleys Düren hat Diagonalangreifer Sebastian Gevert (33) um ein weiteres Jahr verlängert.

Außenangreifer Jonas Sagstetter wechselt vom TSV Haching München zu den WWK Volleys Herrsching.

Erste Personalplanungen für den Kader 2022/23 haben die Netzhoppers KW-Bestensee jetzt im Paket bekanntgegeben: Die Leistungsträger Brandon Rattray (Diagonalangriff), Blake Leeson (Mittelblock), Stefan Kaibald (Außenangriff) und José Jardim (Zuspiel) haben die Brandenburger verlassen.

NEWS aus der Szene

Die europäischen Pflichtspiele für Nationalmannschaften beginnen am kommenden Mittwoch in der Golden League. Neben einem Preisgeld von 125.000 Euro geht es für den Sieger unter 11 Teams um das Startrecht für den Challenger Cup Ende Juli in Südkorea mit acht Teams, die dann einen Platz um den Aufstieg in der Nations League 2023 ausspielen. Am Start sind – zunächst in Gruppenspielen (Hin und Rück) starke Teams wie die Türkei, Tschechien, Belgien oder Kroatien (mit Berlins Trainer Cédric Enard). Kroatien richtet dann ab 12. Juni auch die 4er-Endrunde aus.

Ebenfalls in der kommenden Woche beginnt die Silver League, in der 7 Mannschaften um einen Aufstiegsplatz in die Golden League und 50.000 Euro für den Sieger kämpfen.

Die Champions League in Afrika hat zum 15. Mal Al-Ahly SC aus Ägypten mit einem 3:1 im Finale gegen Espérance Sportive de Tunis aus Tunesien gewonnen.

Der frühere LüneHüne Michael Michelau (USA, Saison 2019/20) hat mit Savo Volley den finnischen Pokal gewonnen und ist mit dem Club Vizemeister geworden.

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