Aktionen, die zermürben können: Jordan Ewert (Nr. 4) überwindet Herrschings Dreierblock mit einem Wischer gegen die Hände von Samuel Jeanlys (l.), der davon im Lauf des Matches zunehmend genervt war. Foto: Behns

Dem Gegner den Spaß genommen

3:1 gegen Herrsching mit zunehmender Blockstärke

Erst viel Kampf und auch ein wenig Krampf, zum Schluss absolut souverän – so haben die LüneHünen wieder einmal, wie fast immer, den Süd-Rivalen WWK Volleys Herrsching geschlagen nach Hause geschickt und die 0:3-Schlappe im Hinspiel wettgemacht. Mit einem 3:1 (25:23, 19:25, 26:24, 25:16) kletterten sie an den Gästen und auch an Friedrichshafen vorbei auf Platz vier. Dieser Erfolg ist auch eine Rückenstärkung für das Pokal-Halbfinale am 22. Dezember gegen den gleichen Gegner an gleicher Stelle. Zuvor aber sollen in der LKH Arena weitere Punkte aufs Konto gebucht werden – vor dann hoffentlich wieder mehr Fans. Nur 200 hatten sich dieses Mal, sicher hauptsächlich wegen der Corona-Lage, zu einem Besuch entschlossen.

Das Match begann mit zwei Knalleffekten, zwei Assen von Joe Worsley, der mit seinen Sprungaufschlägen wieder einmal den meisten Druck in diesem Element machte. Diese 2:0-Führung gab die SVG in der Folge nie mehr her. Besonders Jordan Ewert (6 Punkte) und Richard Peemüller (4) waren in diesem Eingangssatz gut im Spiel. Doch der Vorsprung wurde maximal drei Punkte groß, weil sich ansonsten im Service zu viele Fehler einschlichen (8) – und weil die Gäste insbesondere durch Tim Peter ihre Angriffe effektiv verwerteten. Noch unauffällig blieb dagegen der im Hinspiel so starke Diagonalangreifer Samuel Jeanlys. Nach 28 Minuten war dann Satz eins verbucht.

Jeanlys viel besser im Griff gehabt als im Hinspiel

Im folgenden Abschnitt steigerte Herrsching sich vor allem in der bis dahin schwachen Annahme. Dadurch kam auch Jeanlys besser zum Zug, verwandelte nun 5 seiner 7 Angriffe. Zudem schlug Mittelblocker Luuc van der Ent mit Schnellangriffen ein ums andere Mal zu. Dem konnte bei der SVG, die ein wenig den Faden verloren hatte, nur Ewert Paroli bieten (7 Punkte, Angriffsquote 60%). Nach ausgeglichenem Beginn zogen die Bayern durch eine Aufschlagserie inklusive eines Asses von Jori Mantha von 4:5 auf 9:5 weg.

Beim 14:14 hatte sich die SVG wieder herangekämpft, von 16:16 stellten die Gäste dann aber auf 16:19 – eine Vorentscheidung. Trainer Stefan Hübner versuchte, mit zwei Auszeiten schnell hintereinander (17:20, 17:21) das sich abzeichnende Unheil aufzuhalten, vergebens. Symptomatisch der Satzball, als sich nach dem wieder einmal geblockten Angriff von Arthur Nath, der keinen guten Tag hatte, Ewert, Pearce Eshenko und Auke van de Kamp nicht einig waren, wer den Abpraller nehmen soll – 19:25.

Der zunächst für Peemüller eingewechselte und nun für Nath spielende van de Kamp sollte aber im dritten Durchgang zu einem glänzenden Joker werden, gab der Mannschaft auch mit seinen Emotionen neuen Schub. Der im Mittelblock neu gekommene Dalton Solbrig (für Michel Schlien) hatte dagegen zunächst unglückliche Aktionen, steigerte sich aber immer mehr. Und dabei bewiesen die LüneHünen wieder einmal Geduld, denn zunächst legte Herrsching vor. 8:11 stand es, als van de Kamp seinen ersten Punkt (von 5 in diesem Satz) machte. Dann blockte Eshenko nach einer langen Rally Jeanlys, die SVG war wieder dran.

Jeanlys wirkte zunehmend entnervt, weil ihn Ewert auch bei seinen Wischern immer häufiger fand und benutzte – und dann auch mit einem Monsterblock stoppte (13:14). Als schließlich auch noch der gerade eingewechselte Jannik Pörner seine ersten beiden Angriffe versenkte und auch Solbrig Jeanlys blockte, hatte die SVG endgültig wieder Oberwasser. Zwei weitere Punkte durch van de Kamp und ein Aufschlag mit Wirkung von ihm, den Eshenko zu Satzball verwandelte, brachte das 26:24, und der Holländer hüpfte wie ein Flummi durch die Halle.

Einwechselspieler bringen die Wende

Das ohnehin inzwischen starke Blockspiel mit fünf direkten Punkten wurde im vierten Satz noch effektiver (6). Dazu trug auch Pörner wesentlich bei. Dreimal war er nun zur Stelle, versenkte zudem 6 seiner 7 Angriffe. Sein Pendant im Diagonalangriff, Jeanlys, hatte längst jede Lust verloren, nachdem Ewert seinen zweiten Monsterblock gegen ihn gesetzt hatte. Der SVG-Außenangreifer punktete zudem noch fünfmal im Angriff, war schließlich Topscorer (21) und MVP. Der Vorsprung der LüneHünen wuchs beständig, Herrsching mit Libero Ferdinand Tille als MVP zeigte nur noch wenig Gegenwehr. Satz und Match endeten schließlich, für diesen Satz typisch, mit zwei Blocks von Pörner.

„Im Aufschlag hatten wir die meiste Zeit eine ganz gute Wirkung, im Block haben wir gut gearbeitet, und der erste Angriff nach der Annahme war erneut eine Stärke. Zudem sind wir geduldig geblieben, wenn es eine zeitlang nicht so gut gelaufen ist. Und dann haben die Eingewechselten es sehr gut gemacht, noch einmal richtig Energie reingebracht“, freute sich Hübner, wie sich das Match zugunsten seines Teams entwickelte.

SVG: Worsley, Nath, Eshenko, Peemüller, Ewert, Schlien; Koslowsky. Eingewechselt: Gerken, Pörner, van de Kamp, Solbrig.

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