Auf der Homepage des TV Bühl läuft ein Countdown, wie viele Tage, Stunden und Minuten es noch bis zum zweiten Playoff-Viertelfinale gegen die SVG Lüneburg sind. Ist es für die Nummer 1 im Norden auch die tickende Uhr bis zum Ende der Premierensaison in der Volleyball-Bundesliga? Oder setzt der beste Aufsteiger aller Zeiten nochmal ein Zeichen und erzwingt ein drittes Duell? Die Antworten gibt es am morgigen Sonnabend ab 20 Uhr, außer in der „Großsporthalle“ im badischen Bühl auch auf sportdeutschland.tv live im Internet-Stream.

Sicher ist: Bei einem weiteren Sieg steht Bühl in der Bestof-3-Serie im Halbfinale, aller Wahrscheinlichkeit nach gegen Friedrichshafen. Gewinnt aber die SVG in Bühl wie schon am 14. Februar in der Bundesliga-Hauptrunde (3:1) und egal mit welchem Ergebnis, dann müssen sich die Süddeutschen am kommenden Mittwoch (25.März) noch einmal in die „Gellersenhölle“ aufmachen. Und darauf hoffen hunderte von SVG-Fans. „Wir werden alles versuchen“, gibt Trainer Stefan Hübner die Stimmung in der Mannschaft wider, die sich noch längst nicht geschlagen gibt. Was gilt es, besser zu machen? Vor allem muss die SVG wieder Diagonalangreifer Lubos Kostolani so gut in den Griff bekommen wie in den Hauptrunden-Vergleichen. Der Slowake kam am Wochenende auf außergewöhnliche 28 Punkte – nicht 16, wie der Druckfehler- Teufel im LZ-Spielbericht glauben machen wollte. „Er hat sehr viele Bälle bekommen und auf ihn hatte der Block zu wenig Kontrolle. Insgesamt hatten wir aber im Block mit eigenen Punkten eine gute Bilanz“, hat Hübner bei der taktistischen Auswertung festgestellt. Offensichtlich war auch die fehlerhafte Annahme. „Da lagen wir weit über unserem sonstigen Schnitt“, stimmt der Coach zu und schiebt das nicht nur auf die Service-Qualitäten des Gegners: „Wir waren nicht sauber in den Händen.“ Soll heißen: Die Annahme war, wie auch die Blockabwehr, oft technisch unsauber, geriet mehrmals sogar zu maßgerechten Vorlagen für Bühls Angreifer. Alles Fakten, die Hübner schon gleich nach dem Match zum Fazit brachten: „Es ist gut, mit ein bisschen Wut nach Hause zu gehen. Wir wissen, dass wir für diese Niederlage selbst verantwortlich sind.“

Darauf gründen sich nun auch einige Hoffnungen für Verbesserungen. Der Gegner war gut, aber nicht überragend oder gar unschlagbar. So ist noch alles drin, auch wenn der Zuspieler Nummer 1, Carlos Mora Sabaté, verletzt ist. Sein Vertreter Eugenio Dolfo hat die Trainingseinheiten dieser Woche genutzt, die Abstimmung mit den Angreifern zu verbessern. „Mit ihm ist es eben ein anderes Spiel“, stellt Hübner klar, dass eine Umstellung auf dieser wichtigen Position nicht so einfach ist. „An ihm lag es nicht, und das wird auch jetzt nicht der entscheidende Punkt sein. Wir können auch in dieser Besetzung gewinnen.“