Die LüneHünen wollen ihre Blockstärke auch im Playoff-Viertelfinale untermauern

Bereit für spannende Playoffs

Am Mittwoch gegen Herrsching vorlegen wäre ideal

Die Karten sind neu gemischt, auf geht’s in die Playoffs: Zum ersten von maximal drei Viertelfinal-Duellen erwartet die SVG Lüneburg an diesem Mittwoch um 19 Uhr die WWK Volleys Herrsching. Vorlegen heißt die Devise, um dann am Wochenende möglichst mit einer 1:0-Führung und guten Chancen aufs Halbfinale nach Bayern zu reisen. Spiel zwei steigt am Sonnabend am Ammersee, ebenso tags darauf ein eventuell nötiger dritter Vergleich. Zunächst aber ist nun Matchtime in der Gellersenhölle, die in der anhaltenden Corona-Pandemie leider weiterhin für Fans geschlossen bleibt. Zu verfolgen ist das Nord-Süd-Duell aber wieder auf sporttotal.tv im kommentierten Live-Stream.

Verschworene Truppe ist heiß auf mehr

Fünfter, vorzeitig die Playoffs klar gemacht, 10 von 20 Spielen gewonnen, 32 Punkte – wer hätte das nach der ersten Saisonhälfte gedacht? Zu Weihnachten hatten die LüneHünen gerade einmal 11 Zähler zusammengekratzt, verkündeten aber unisono im Brustton der Überzeugung, es in der Rückrunde besser zu machen. Und sie haben geliefert, obwohl der Kader verletzungsbedingt schon vor Wochen auf zehn Spieler schrumpfte. Aber es präsentiert sich eine verschworene Einheit, für die zum Beispiel auch exemplarisch ist, dass der nach einer Fuß-Operation seit langem an Krücken laufende Dalton Solbrig selbst die weiten Bus-Touren nach Friedrichshafen oder Bühl mitmachte, um das Team zu unterstützen. Sicher keine Selbstverständlichkeit.

Rückenwind gaben und geben natürlich auch die Erfolge. Selbst bei den großen Zwei des deutschen Volleyballs, in Berlin und gerade in Friedrichshafen, gab es ja Punkte (jeweils 2:3-Niederlage). Und in der vergangenen Woche brachten zwei freie Tage, die Chefcoach Stefan Hübner gewährte, die – auch geistige – Frische zurück. „In dieser Phase mit den Spielen Schlag auf Schlag und den Reisen ist an ein Training wie sonst ohnehin nicht mehr zu denken. Kurze und intensive Einheiten gibt es jetzt, dazu die Videositzungen“, gibt Hübner einen Einblick und fügt an: „Selbstvertrauen durch die Erfolge, andere positive Erlebnisse, die Atmosphäre im Team, Freude zusammen – all das hilft natürlich.“

Auch Herrsching, das seine bisher beste Platzierung verbucht hat, geht selbstbewusst in die entscheidende Saisonphase. Mit Platz 4 ist ein Saisonziel gesichert, Nummer zwei, das Pokalfinale, wurde als Halbfinalist (2:3 gegen KW-Bestensee nach 2:0-Führung) knapp verpasst. Nun legte Trainer Max Hauser jüngst, auf die Playoffs angesprochen, nochmal nach: „Wir wollen zumindest ins Halbfinale.“ Denn auch die Bayern zeigten, wie siegen geht: Nach dem Spiel in Reppenstedt verloren sie nur noch einmal (0:3 in Düren) und dann wieder am vergangenen Wochenende. Doch auch dieses 2:3 bei den Berlin Volleys (nach 0:2-Rückstand) war aller Ehren wert, auch wenn die Hauptstädter zwei Tage nach dem Champions-League-Auftritt bei Trentino mit Sergey Grankin, Ben Patch, Anton Brehme und Libero Julian Zenger vier absolute Leistungsträger schonten.

Noch ein Neuer für Herrsching

Die Gäste haben ihren 12er-Kader, aus dem die Youngster Justus Lembach und Laurenz Welsch kaum Einsatzzeiten hatten, noch kurzfristig aufgestockt: vom VC Olympia Berlin ist Libero Moritz Eckardt gekommen. Auch noch nach Ende der Transferperiode sind solche Wechsel den Internatsspielern, für die die Saison ja seit Mitte Februar beendet ist, erlaubt. Angesichts von Ex-Nationalspieler Ferdinand Tille auf der Libero-Position rechnet SVG-Trainer Hübner mit einer anderen Rolle für Eckardt: „Ich denke, er ist als Alternative für die Annahme gedacht und wird wohl kein Libero-Trikot anziehen.“

Zu den Erfolgsaussichten in diesem Viertelfinale sagt er: „Wie so oft im Vergleich Vierter gegen Fünfter ist da alles möglich. Diese Konstellation ist immer spannend, häufig am spannendsten überhaupt. Die Chancen stehen 50:50, das wissen beide Seiten.“ Im Hinspiel, als die SVG noch nicht ihre jetzige Verfassung hatte, gab es im November ein 3:0 für Herrsching. Das Rückspiel gewann die SVG am 23. Januar 3:2. Gegen eine Wiederholung des letzten Ergebnisses hätten die Fans der LüneHünen sicher nichts einzuwenden…

BUNDESLIGASPIELTAG ZUSAMMENGEFASST

Auf den ersten fünf Plätzen tat sich am letzten Spieltag der Bundesliga-Hauptrunde nichts mehr, dahinter aber war es turbulent. Durch das 1:3 im direkten Duell in Bühl rutschte Pokalsieger Frankfurt noch auf Rang 7 ab, KW-Bestensee zog durch einen 3:1-Erfolg bei den Giesen Grizzlys vorbei auf Rang 6. Bühl mit einem wiedererstarkten Tomas Lopez nach langer Verletzungspause rettete sich als 8. ins Playoff-Ziel. Das Nachsehen hatten die Giesen Grizzlys, für die damit als 9. die Saison beendet ist.

In den ersten Duellen der Viertelfinals spielen somit am Mittwoch außer SVG Lüneburg – Herrsching noch: Bühl – Friedrichshafen, Frankfurt – Düren und KW-Bestensee – Berlin. Nicht alle Zweitauflagen starten dann am Sonnabend, Düren – Frankfurt findet erst am Sonntag statt, Berlin – KW-Bestensee gar erst am Dienstag nächster Woche (16. März).

Die Begegnungen des Wochenendes:

VfB Friedrichshafen – SVG Lüneburg 3:2
(25:21, 23:25, 25:23, 22:25, 15:9)
123 Min., 0 Zuschauer
MVP: Böhme – Ewert
Scorer: Marechal (18), Maase (14), Juhkami, Böhme (je 13), van de Velde, Weber (je 6), Vincic (5), Fiel (4), Balean (3), Worsley (1) – Ewert (19), Lindberg (17), Pörner (14), Krage (10), Peemüller (5), Craft (4), Schlien (3)

Berlin Volleys – WWK Volleys Herrsching 3:2
(25:23, 25:22, 23:25, 29:31, 15:11)
130 Min., 0 Zuschauer
MVP: Michelucci – van der Ent
beste Scorer: Moraes (22), Kessel (19), Michelucci (13) – Wieczorek (18), van der Ent, Kaminski (je 17)

TSV Giesen Grizzlys – Netzh. KW-Bestensee 1:3
(25:23, 19:25, 25:27, 23:25)
108 Min., 0 Zuschauer
MVP: Wagner – Timmermann
beste Scorer: Wagner (18), van Tilburg, Menner (je 15) – Timmermann (24), Weir, Westphal (je 11)

Bisons Bühl – United Volleys Frankfurt 3:1
(25:23, 25:20, 20:25, 25:20)
95 Min., 0 Zuschauer
MVP: Lopez – Malescha
beste Scorer: Gallas (22), Lopez (17), Kronthaler (15) – Schöps, Malescha (je 15), Baxpöhler, Reinhardt (je 10)

NEWS AUS DER LIGA

Außenangreifer Tim Stöhr von den Bisons Bühl hat sich im Training eine Sprunggelenksverletzung zugezogen.

Bei den Netzhoppers KW-Bestensee steht Byron Keturakis erneut auf der Verletztenliste. Der Zuspieler, der schon länger an Rückenproblemen laboriert, war bis zum Pokalfinale am 28. Februar gerade so spielfähig geworden, erlitt aber dann während des Matches einen Rückschlag und hielt nur unter Schmerzen durch.

Das Pokalfinale hat auch bei Gewinner United Volleys Frankfurt Spuren hinterlassen. Außenangreifer Tim Grozer, der sich auch schon zuvor mit Blessuren herumplagte, musste im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Bühl mit Schulterproblemen passen. Der argentinische Außenangreifer Rodrigo Quiroga fehlt mit einem Muskelfaserriss in der Wade schon länger. Die Probleme im Außenangriff haben die Hessen nun mit der Verpflichtung von Erik Röhrs vom VCO Berlin behoben.

NEWS AUS DER SZENE

Zu einem russischen Finale zwischen Dinamo Moskau und Zenit St. Petersburg kommt es im CEV-Cup. Moskau gewann beide Halbfinals gegen Frankreichs Spitzenreiter Montpellier (3:1 und 3:0) mit dem Ex-LüneHünen Ryan Sclater als Leistungsträger. St. Petersburg setzte sich gegen Maaseik/Belgien durch. Im Challenge Cup stehen Mailand und SK Ankara im Finale.