Vorfreude auf die Nations League - Der DVV-Kader für Rimini

Fünf Wochen Volleyball satt

DVV-Team startet Freitag in der Bubble gegen Australien

Eine intensive Vorbereitungsphase liegt hinter den Volleyball-Nationalspielern, jetzt beginnen ebenso intensive Turnierwochen der Nations League mit mindestens 15 Matches innerhalb von 27 Tagen. Auftaktgegner für das DVV-Team ist an diesem Freitag, 28. Mai, um 12 Uhr mittags deutscher Zeit Australien. Gespielt wird in einer Event-Blase im italienischen Rimini, am Start sind 16 Mannschaften – die Schützlinge von Bundestrainer Andrea Giani treffen also zunächst einmal auf jeden weiteren Teilnehmer. Landen sie unter den besten Vier, folgt aber gleich anschließend am 26. und 27. Juni noch die Endrunde.

Es geht erstmals auch um Weltranglisten-Punkte

Im letzten Jahr fiel der Wettbewerb Corona-bedingt aus, und auch nun schlagen die Auswirkungen der noch nicht überstandenen Pandemie weiter durch. Denn eigentlich sieht das Format der 2018 eingeführten Nations League (Nachfolger der World League) vor, dass die Vorrunde fünf Wochen lang mit Turnieren verteilt über die Kontinente läuft. In Woche sechs fand dann die Endrunde mit den 5 Besten plus Ausrichter statt. So jettete Deutschland 2019 erst durch die Welt (China, Kanada, Frankreich, Brasilien), bevor es selbst einer der Vorrunden-Gastgeber war und in Leipzig Portugal, Polen und Japan empfing. Die Endrunde fand dann ohne Deutschland, das nur 14. wurde, in Chicago statt. Sieger wie bei der Premiere 2018: Russland.

In Pandemie-Zeiten sind solche Reise-Aktivitäten natürlich undenkbar, und die Durchführung an nur einem Standort war die einzige Möglichkeit, den Wettbewerb nach der Zwangspause neu zu beleben. Ursprünglich war eins der Vorrunden-Turniere wieder in Deutschland, in Düsseldorf, vorgesehen. Und bei den Frauen, für die es die Nations League ebenfalls gibt, in Rostock. Nun spielen auch sie in der Bubble Rimini, fast zeitgleich vom 25. Mai bis 20. Juni. Das DVV-Team startet gegen Russland (25. Mai, 13 Uhr). Insgesamt stehen also in der norditalienischen Stadt innerhalb kurzer Zeit 248 Matches der Top-Nationen, 124 pro Geschlecht, auf dem Plan.

Früher schickten große Nationen auch schon mal ihr B-Team ins Rennen, gerade wenn noch ein weiteres Großereignis bevorstand – in diesem Jahr sind es ja für einige Länder sogar zwei mit Olympia und EM. Dem hat nun der Weltverband FIVB versucht, mit zwei Änderungen entgegenzusteuern. Zum einen darf jedes Land bis zur Hälfte des Wettbewerbs noch Spieler für den ohnehin erlaubten größeren Kader (17 statt 14) nachnominieren, Stichtag dafür ist der 9. Juni. So können Akteure, die für ihre Vereine besonders lange im Einsatz waren (z.B. Finale der Champions League), zunächst noch pausieren und später in die Bubble Rimini eintauchen.

Zweite Neuerung ist, dass das Abschneiden in der Nations League für die Weltrangliste gewertet wird. So wollen die Mannen um Kapitän Lukas Kampa, der wegen der Folgen einer Knieverletzung auch später dazustößt und somit die Sonderregel in Anspruch nimmt, schon hier ordentlich Punkte sammeln und zudem bei der EM im September gut abschneiden, um in diesem Ranking wieder unter die ersten Zehn zu klettern – im Moment sind sie nur 21.

Niederlande ersetzen China nach dessen Absage

Nummer 16 in der Welt ist derzeit Holland, das wegen dieser guten Platzierung für China einspringen darf. Die Chinesen haben ihre Teilnahme abgesagt. Die Niederlande hätten normalerweise über die zweitklassige europäische Golden League und dann anschließend über den Challenger Cup versucht, aufzusteigen. Aus der Golden League kommen üblicherweise die beiden Besten in den Challenger Cup, ein Qualifikationsturnier mit sechs Teams aus den verschiedenen Welt-Verbänden. Der fällt in diesem Jahr Corona-bedingt aus. Und in der Nations League ist dieses Mal der Abstieg ausgesetzt

Das DVV-Team trifft somit jeweils im 3-Tages-Rhythmus auf folgende Gegner (alle Angaben in deutscher Zeit):

28. Mai, 12.00: gegen Australien
29. Mai, 10.00: gegen Frankreich
30. Mai, 13.00: gegen Bulgarien
3. Juni, 10.00: gegen Argentinien
4. Juni, 12.00: gegen Niederlande
5. Juni, 12.00: gegen Slowenien
9. Juni, 10.00: gegen Serbien
10. Juni, 16.00: gegen USA
11. Juni, 10.00: gegen Iran
15. Juni, 16.00: gegen Japan
16. Juni, 18.00: gegen Kanada
17. Juni, 21.00: gegen Polen
21. Juni, 16.00: gegen Russland
22. Juni, 19.30: gegen Brasilien
23. Juni, 19.30: gegen Italien

Übertragen werden die Spiele in Deutschland live lediglich online auf volleyballworld.tv gegen eine Gebühr von 19,99 Euro für sämtliche Matches dieses Sommers.

NEWS AUS DER LIGA

Ihren Kader komplett haben die Giesen Grizzlys, 12. und letzter Spieler ist Diagonalangreifer Augusto Renato Colito, spanischer Nationalspieler vom Vizemeister CV Almeria.

Nun meldet auch der TSV Unterhaching die ersten Personalien für die Saison 2021/22, setzt dabei weiterhin auf Youngster. Zwei bisherige Stützen haben verlängert: Libero-Talent Leonard Graven (17) und Diagonalangreifer Juro Petrusic (18). Erste Neuverpflichtung ist Außenangreifer Patrick Rupprecht (18) vom Drittligisten ASV Dachau. Alle drei spielen im August für den DVV bei der U19-WM.

Diagonalangreifer Jonas Kaminski hat bei den WWK Volleys Herrsching verlängert.

NEWS AUS DER SZENE

Der frühere LüneHüne Steven Marshall (31) wechselt innerhalb Frankreichs 1. Liga von Chaumont nach Nizza. Der kanadische Außenangreifer, im Nationalteam oft zweiter Libero hinter Blair Bann, war 2015/16 zweitbester Scorer der SVG und ging dann nach Berlin.

Die Chicago Iceman in den USA werden zu einem Sammelbecken ehemaliger Bundesliga-Spieler. Nach Will Craft, der von der SVG dorthin als spielender Co-Trainer ging, wechselten nun auch der Ex-LüneHüne Michael Michelau (zuletzt in Schweden) sowie Außenangreifer David Wieczorek (Herrsching und Giesen), Diagonalangreifer Griffin Shields (2018/19 in Herrsching) und Libero Avery Aylsworth (Friedrichshafen) dorthin.

Für die Europameisterschafts-Endrunde der Frauen vom 18. August bis 4. September in vier Ländern wurden jetzt die Gruppen ausgelost. Das deutsche Team trifft im bulgarischen Plovdiv im Pool B auf Bulgarien, Polen, Spanien, Tschechien und Griechenland. Im Pool A (Belgard/Serbien) spielen Serbien, Aserbaidschan, Russland, Belgien, Frankreich, Bosnien&Herzegowina, im Pool C (Zadar/Kroatien) spielen Kroatien, Italien, Belarus, Slowakei, Ungarn, Schweiz und im Pool C (Cluji/Rumänien) kämpfen Rumänien, Türkei, Niederlande, Ukraine, Finnland und Schweden um das Weiterkommen. EM-Titelverteidiger ist Serbien.

Das nächste 4-Sterne-Turnier der Weltserie im Beachvolleyball steht an: Im russischen Sotschi geht es von Mittwoch bis Sonntag noch einmal um wichtige Punkte für die Weltrangliste und die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio – oder wie für die schon qualifizierten Julius Thole/Clemens Wickler um einen weiteren Formaufbau für das Großereignis. Außer den Vizeweltmeistern sind acht weitere deutsche Duos am Start, wobei drei davon durch die Qualifikation müssen.

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