Die SVG hat die Ausnahmestellung als einer der besten Aufsteiger in 40 Jahren Volleyball Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Mit 3:2 (25:22;22:25;25:19;24:26;15:10) zwangen die Lüneburger den Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys in die Knie. Für die Berliner wird es nun ungleich schwerer den Rekordmeister VFB Friedrichshafen in der Tabelle einzuholen.
Bei den Berlin Recycling Volleys musste der Australier Paul Carroll auf Grund einer Sehnenreizung kurzfristig passen. Doch BR Volleys Trainer Mark Lebedew bot mit Christian Dünnes einen starken Ersatz auf. Dünnes wurde zudem MVP bei den Berlinern. Überragend spielte auch wieder einmal René Bahlburg, der bei der SVG als MVP ausgezeichnet worden ist.

Große Aufholjagd im ersten Satz

In der wieder einmal restlos ausverkauften Gellersenhalle vor 800 Zuschauern hat die SVG Lüneburg im ersten Satz gegen den Deutschen Meister gut angenommen, aber im Angriff fand man gegen Deutschen Meister zunächst kein probates Mittel. Immer wieder entschärfte die starke Abwehr der Berliner die Angriffe der Lüneburger, bei denen erstmals wieder Kapitän Scott Kevorken von Beginn an spielte. In der Folge erspielten sich die Hauptstädter dementsprechend eine verdiente 16:11 Führung. Doch mit zunehmendem Satzverlauf kämpfte sich die SVG zurück. Mit großem Kampfgeist und druckvollen Aufschlägen gelang so beim Stand von 18:18 erstmals Ausgleich. Doch damit war es noch nicht genug. Mit 21:20 ging die SVG kurz darauf in Führung und zwang BR Volleys Trainer Mark Lebedew zu seiner zweiten Auszeit. Ein spektakulärer Angriff von Falko Steinke führte zu drei Satzbällen, von denen man nach einem Angriffsfehler der Berliner den ersten nutzen konnte.
Vollends aus dem Häuschen waren nach dieser Aufholjagd die Lüneburger Fans, die lautstark eine „Zugabe“ forderten.

Zu viele Aufschlagfehler im zweiten Satz

Und wer hätte das gedacht: Diese Zugabe gab es dann zu Beginn des zweiten Satzes tatsächlich. Die Berliner agierten insbesondere in der Annahme fahrig und so erspielte sich die SVG eine 8:6 Führung. Doch die BR Volleys wären in den vergangenen drei Jahren nicht dreimal Deutscher Meister geworden, wenn Sie in einem zweiten Satz gegen einen Aufsteieger aufgeben würden. Uns so nahm das Spielniveau etwas ab, beide Teams leisteten sich zahlreiche Aufschlag- und Angriffsfehler, doch es blieb hochspannend. Lagen die Berlin Recycling Volleys auch bei der zweiten technischen Auszeit mit 15:16 zurück. Doch dann ließ sich die SVG durch zwei leichte Annahmefehler und einen verschlagenen Aufschlag die Führung nehmen. Beim Stand von 20:18 wechselte Berlins Trainer Mark Lebedew zudem Berlins unangefochtenen Leistungsträger Robert Kromm ein. Ein Zeichen dafür, dass es nun ein richtiger Schlagabtausch wurde. Doch anhaltende Fehler bei den mit viel Risiko gespielten Aufschlägen führten dazu, dass Berlin den Satz mit 25:23 für sich entscheiden konnte.

SVG immer für ein Comeback gut

Nach der zehnmütigen Pause zwischen dem zweiten und dritten Satz kam die SVG unglaublich stark zurück auf das Feld. Wer hier nun der Aufsteiger und wer der Deutsche Meister war, ist nun schwerlich zu erkennen gewesen. Starke Angriffsarbeit, konzentrierte Blockarbeit und immer wieder gute Aufschläge fügten dem Deutschen Meister eine der wohl schmerzlichsten Satzniederlagen in dieser Saison zu. Und eigentlich war es auch keine Angriffsarbeit oder Blockarbeit bei der SVG, es war viel mehr eine Freude bei den Mannen von Stefan Hübner zu sehen. Passend dazu der letzte Ballwechsel, bei dem SVG Niederländer Tijmen Laane aus dem Hinterfeld blockfrei und hart geschlagen zur 2:1 Satzführung vollendete.

Nuancen entscheiden den vierten Satz

Zwei Punkte trennten die SVG dann im vierten Satz vom vorzeitigen Sieg. Einen entscheidenden Faktor dabei auszumachen war schwierig, zu viele Führungswechsel gab es und am Ende war es ein Angriffsfehlerer der SVG, der diesen Durchgang entschied. Somit musste der Tie-Break die Entscheidung bringen.
Berlin im Tie-Break überrollt

Im Tie-Break war dann in der Gellersenhalle spürbar, dass jeder Spieler der SVG dieses Spiel als Sieger beenden wollte. Starke Aufschläge der Mittelblocker Kevorken und Schlien legten dabei die Grundlage, dass die SVG nach einem 0:2 Rückstand rasch mit 4:2 führte und die Berliner nicht in das Spiel zurückkommen ließen.

| Stimmen zum Spiel |

SVG Trainer Stefan Hübner: Ich muss jede Woche erklären, was passiert und das wird bei den anhaltenden Erfolgen immer schwieriger. Gewinnen ist das beste Rezept, um Selbstvertrauen aufzubauen.

SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg: „Hätte uns das jemand vor einem Jahr gesagt. Wir haben einen weiteren sportlichen Höhepunkt erreicht. Aber dieser ist nur etwas wert, wenn wir in den kommenden Wochen nachlegen. Diese werden anstrengend und leider ist ja nicht jedes Spiel ein Heimspiel. Wir sind aber mehr als glücklich in so kurzer Zeit, so viele schöne Momente erleben zu dürfen.

Rene Bahlburg: „Es freut mich für die gesamte Mannschaft. Man merkt, dass wir ein Team sind in dem alles stimmt. Das spiegelt sich auf dem Feld wieder und mit unserem Fans im Rücken haben wir in dieser Saison gegen jeden Gegner eine Chance.

Kaweh Niroomand, Manager BR Volleys : Lüneburg hat sehr gut gespielt,  wir wussten aber was uns hier erwartet. Lüneburg hat einen guten Rhytmus und wir hatten drei Woche Pause. In der Zeit hat Lüneburg drei Spiele gespielt. Wir sind heute insgesamt unter unseren Möglichkeiten geblieben. Das ist schade, gehört im Sport aber dazu. Wir haben ja schließlich auch eine spannende Liga gewollt.