Den Schwung mitnehmen

Der Deutsche Meister kommt. Das Volleyball-Starensemble aus der Hauptstadt gibt seine Visitenkarte in der Gellersenhalle ab und bringt einige Volleyballer mit Weltklasseformat mit. Dazu gehören beispielsweise die Shoji Brüder. Die beiden Hawaiianer spielen für die US Nationalmannschaft, mit der sie im vergangenen Sommer die World League gewinnen konnten. Oder eben Paul Carroll, der sprunggewaltige Diagonalangreifer aus Down Under zählte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Spielern bei den Berlinern. Und diese vergangenen Jahre waren für die BR Volleys sehr erfolgreiche Jahre. Dreimal in Folge gelang es den Meistertitel zu gewinnen und somit den Dauerkonkurrenten VFB Friedrichshafen zur Nummer zwei in der Republik zu degradieren. Nur mit dem Pokal wollte es bei den Berlinern in den vergangenen Jahren nicht klappen und auch in dieser Saison mussten sich die Berliner bereits im Halbfinale geschlagen geben. Mit 0:3 verlor man deutlich gegen die in dieser Saison wieder erstarkten Friedrichshafener.

Druck bei den Berlinern

„Es ist schon etwas paradox, dass wir jetzt als Pokalfinalist den Deutschen Meister empfangen“, sagt dann auch SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg. „Nach dem starken Spiel von uns im Hinspiel und unserem jüngsten Erfolg werden uns die Berliner aber wohl nicht unterschätzen. Das wird eine richtige Herkulesaufgabe für unsere Jungs“, so Bahlburg weiter. Dafür spricht auch, dass sich die Berliner keinen Ausrutscher in der Liga leisten dürfen, nachdem das Hinspiel gegen Friedrichshafen in der Liga ebenfalls verloren wurde. „Ein bisschen Druck lastet da schon auf den Berlinern“, sagt Bahlburg über den Deutschen Meister, der sich als Tabellenerster der Hauptrunde eine optimale Ausgangsposition für die Play-Offs und ein Heimrecht im ersten Spiel für ein mögliches Finale erspielen möchte.

Steinke und Kevorken wieder fit

Den Druck haben sich die Lüneburger für das kommende Spiel mit ihren starken Leistungen der vergangenen Wochen bereits genommen. Nach dem Einzug in das Pokalfinale und dem deutlichen Sieg am vergangenen Sonntag gegen Herrsching strotzt der Aufsteiger nur so vor Selbstvertrauen: „Jetzt hoffe ich, dass wir auch gegen Berlin zumindestens einen Satz holen können“, sagt der sportliche Leiter und Co-Trainer Bernd Schlesinger. Dafür muss bei einem Gegner wie Berlin bei den Lüneburger aber vieles klappen. Umso besser, dass mit Kapitän Scott Kevorken und Diagonalangreifer Falko Steinke wieder zwei wichtige Stützen des Teams zur Verfügung stehen. Kevorken feierte dabei am vergangenen Samstag bereits ein kurzes Comeback. „Sein Rücken ist momentan wieder beschwerdefrei. Für einen Spieler wie Scott, der immer spielen und sein bestes geben möchte freut uns das ganz besonders“, sagt SVG Sprecher Henrik Morgenstern. Beschwerdefrei ist auch weiterhin Steinke, der ja bereits im Pokalhalbfinale zum Einsatz gekommen ist. Lediglich hinter Neuzugang Nicolas Marks steht für den kommenden Mittwoch noch ein Fragezeichen. „Er hat eine Entzündung im Fuß. Da muss man abwarten. Wir geben ihm aber auf jedenfall ausreichend Zeit sich einzufinden und freuen uns darauf, wenn er fit ist und uns einsatzbereit zur Verfügung steht“, so Morgenstern

Tabelle eng zusammengerückt

Platz drei und sechs trennen momentan nur vier Punkte. Damit haben die Lüneburger für die restliche Rückrunde als jetziger Tabellensechster eine perfekte Ausgangslage. Auf Platz sieben rangiert der TSV Herrsching auf den man mit sieben Punkten nun einen zunächst komfortablen Vorsprung hat. „Wir sind der Jäger mit einem relativ kleinen Rückstand. Eine Rolle in der wir uns super wohl fühlen“, so Morgenstern. Die Berliner hingegen sind für die SVG Lüneburg nicht nur sportlich, sondern auch rein zahlenmäßig ausser Reichweite. Mit sieben Punkten und zwei weniger gespielten Partien schielen die Berliner auf die Tabellenspitze und könnten bei einem Sieg mit dem VFB Friedrichshafen gleichziehen. Es bleibt also abzuwarten, ob die SVG dem haushohen Favoriten der mit einem Etat jenseits der 1,5 Millionen Euro arbeitet, ein Bein stellen kann.