Michel gegen den Herrschinger Block

Startschuss zum Vorverkauf für das erste

Playoff-Viertelfinale am 30. März

 

Alles klar mit Platz 4 für die SVG – im Viertelfinale ab 30. März ist aber eine erhebliche Steigerung nötig, um dort auch bestehen zu können. Ein 3:2 (21:25, 25:18, 25:20, 19:25, 15:12)-Erfolg bei den WWK Volleys Herrsching brachte Planungssicherheit, Rang vier in der Hauptrunde der Volleyball-Bundesliga ist nun in Stein gemeißelt. Wer der Gegner im Playoff-Viertelfinale wird, ist aber noch offen. Start der Serie nach dem Modus „best of 3“ ist am 30. Märzum 19 Uhr in der CU Arena Hamburg-Neugraben – entweder gegen Frankfurt oder Düren. Wobei Düren trotz eines beachtlichen 2:3 am Wochenende bei den Alpenvolleys Haching nun die schlechteren Karten hat.

Der Vorverkauf läuft jedenfalls ab diesem Montag, sowohl auf der Geschäftsstelle als auch bei Ticketmaster (ab 10 Uhr).

 

Wie schon in den letzten Spielen war auch der Auftritt in Herrsching höchst durchwachsen. Die LüneHünen suchen weiter nach der Souveränität und dem Selbstverständnis, mit dem sie wochenlang die Liga rockten und sich zeitweise auf Rang drei festsetzten. Mühsam müssen sie sich nun jeden einzelnen Punkt hart erkämpfen – und lassen dabei auch, oft genug sogar unbehelligt von einer gegnerischen Blockaktion, Chancen liegen, die die Fans die Haare raufen oder ungläubig den Kopf schütteln lassen.

 

In der Summe zu

viele Ungenauigkeiten

 

Verlass ist aber wenigstens auf das eigene Blockspiel, das hielt die LüneHünen auch am Ammersee am Leben. „Unsere Mitte war überragend“, lobte auch Chefcoach Stefan Hübner, kritisierte aber ansonsten: „Wir spielen nicht so wie wir eigentlich wollen, ziehen nicht unsere Taktik durch. Und wir sind in den Aktionen nicht präzise genug, packen gerade in langen Rallys eine Ungenauigkeit auf die andere.“ Was sich dann oft in einem Punkt für den Gegner summiert und die ganze Mühe davor zunichte macht.

 

Besonders deutlich wurde das schon im ersten Satz. Nach starkem Start (7:3) wurde aus einer 9:6-Führung ein 9:12-Rückstand, den die SVG nie wieder bedeutend verringern konnte. Wozu vielleicht auch eine minutenlange Diskussion am Anschreibertisch zwischen Schiedsgericht und Schiedsrichter um die richtige Rotation in der Aufstellung nach der ersten technischen Auszeit (8:5) beitrug. Danach war die Konzentration der Gäste sichtbar gestört.

 

Schon vor dem Match durfte man sich fragen, ob das alles so den Ablaufplänen der Liga entspricht, was die Bayern da veranstalten: Die SVG war schon aufs Feld gerufen worden, dann wurden im letzten Heimspiel Herrschings erst einmal alle Helfer für eine Danksagung ins Rampenlicht geholt. Warum nicht vor dem Einlaufen der Teams? Erst nach fünf Minuten folgten Herrschings Spieler. Die LüneHünen waren zwischendurch nacheinander nochmal auf die Toilette verschwunden, Trainer Hübner nutzte die Wartezeit, um im Halbdunkel mitten auf dem Feld weitere taktische Besprechungen durchzuführen.

 

Überragendes

Blockspiel der SVG

 

Der erste Satz passte dann letztlich zu diesem ungewöhnlichen Geschehen, nach den ersten misslungenen Aktionen riss der Faden. Den nahmen die Gäste aber im zweiten Durchgang vor allem dank starker Blockaktionen wieder auf und strebten über 8:4 und 16:13 in den technischen Auszeiten dem Satzausgleich entgegen. Der überragende Schlien machte Punkt um Punkt. Insgesamt 18 waren es am Schluss, darunter allein 6 mit direkten Blockpunkten, aber auch 11 im Angriff bei einer Erfolgsquote von 73%. „Dafür habe ich mir aber am Anfang der Saison auch genug Luft nach oben gelassen“, meinte er später zu dieser Leistung schmunzelnd.

 

Die 10-Minuten-Pause tat der SVG dieses Mal nicht so gut, mit vielen Eigenfehlern ging es weiter. Mit Jannik Pörner nach der ersten technischen Auszeit (8:7) dauerhaft im Diagonalangriff wurde es vorübergehend besser, die Gäste zogen auf 18:13 davon – um doch wieder ins Schwimmen zu kommen. Das Match blieb ein ständiges Auf und Ab. So durften die Bayern auch über 8:6 und 16:14 im vierten Satz wieder ausgleichen und den Tiebreak erzwingen, denn Licht und Schatten wechselten bei der SVG im Minutentakt. Erst im Entscheidungssatz pendelte sich die Fehlerquote auf ein Normalmaß ein, bis schließlich nach 127 Minuten Netto-Spielzeit der 15. Sieg im 21. Saisonspiel unter Dach und Fach war.

 

Hart erkämpfte

Planungssicherheit

 

Ein Spiel, dass Pörner (9 Punkte), der mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden war („schlechte Angriffsquote“), so zusammenfasste: „Das war mehr Kampf als alles andere, aber diesen Kampf haben wir gut angenommen. Das war heute nicht einfach, aber auch solche Spiele muss man erst einmal gewinnen. Vor allem hatten wir eine super Block-Abwehr, vielleicht so stark wie noch nie in dieser Saison. Ich bin froh, dass es jetzt Planungssicherheit gibt.“

 

Zum MVP bei den LüneHünen wurde wieder einmal Cody Kessel gewählt, bereits zum 9. Mal. Er glänzte mit 18 Punkten und einer stabilen Annahme (64%). Ähnlich wie er kam aber auch Ray Szeto (19 Punkte, 60% Annahme) erst allmählich auf Touren. Und verdient hätte die Ehrung auch der seit Wochen sehr starke Schlien gehabt – oder die etwa 30 Fans des Lüneblocks, die das Team unablässig lautstark anfeuerten. Als Krönung gab es nach dem sichergestellten Punkt für Platz 4 die Gesänge: „Wir sind der geilste Club der Welt“ – als Anspielung auf die Titulierung, mit der Herrsching sich selbst seit Jahren feiert.

 

Die SVG spielte mit: Schlien, Baxpöhler, Schriemer, Szeto, Kessel, Sclater, Koslowsky; eingewechselt: van Solkema, Pörner.