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Rückkehrer zur EM: Georg Grozer (r.), zuletzt vor 2 Jahren im Nationalteam, und Moritz Karlitzek, der zuletzt eine Verletzung auskurierte. Foto: CEV

Oldie Georg Grozer soll es richten

Bei der EM ist von der SVG Neuzugang Erik Röhrs dabei

Teil 2 (von 3) eines heißen Volleyball-Sommers für die Nationalmannschaft steht an: die Europameisterschaft mit zunächst den Vorrunden-Turnieren in Italien, Bulgarien, Nordmazedonien und Israel. Das deutsche Team flog an diesem Montag zu seinen Gruppenspielen nach Italien (Perugia und Ancona). Viertelfinalist und Platz 6 standen bei den letzten Titelkämpfen zu Buche nach einem 0:3 gegen den späteren Europameister Italien. Die Runde der besten 8 ist auch jetzt wieder das Mindest-Ziel, eine Medaille der große Traum.

Zunächst einmal müssen die Mannen von Bundestrainer Michal Winiarski in ihrer Gruppe A mindestens 4. werden, um in die k.o.-Runde zu kommen. Das ist machbar. Übermächtig sind sicher die Gastgeber, gegen die es zum Abschluss der Vorrunde geht. Das Match davor gegen Serbien (9. der Weltrangliste) ist auch eine hohe Hürde. Bis dahin aber sollte gegen Estland (39.), die Schweiz (36.) und Belgien (23.) das Weiterkommen schon gesichert sein. Vier 6er-Gruppen gibt es, für den DVV ist dabei zunächst die Gruppe C mit Polen, Niederlande, Tschechien, Montenegro, Nordmazedonien und Dänemark interessant. Denn der Schlüssel für das Achtelfinale lautet: A1 – C4, A2 – C3, A3 – C2 und A4 – C1. Spielort bleibt Italien (Bari), dort ginge es auch im Viertelfinale weiter, bevor der Medaillenkampf in Rom lockt.

Drei ehemalige LüneHünen im Mittelblock

Die Nominierung von Georg Grozer, zuletzt bei der EM 2021 beim Nationalteam, war nach den letzten Lehrgängen und Testspielen schon keine Überraschung mehr. Aber der Kraftprotz dürfte mehr spielen, als wohl ursprünglich geplant war. Denn der 38-Jährige ist der einzige gelernte Diagonalangreifer im Kader, Linus Weber fällt wegen einer Erkrankung aus. Newcomer Yann Böhme von der SVG, in der Nations League und bei der Universiade dabei und vor einem Jahr noch Zweitligaspieler, kann nach der wochenlangen, ungewohnten Belastung nicht noch ein drittes Turnier bestreiten.

Alternative zu Grozer ist wohl in erster Linie Moritz Karlitzek, nach einer Verletzung erst seit ein paar Wochen wieder im Training. Aber der sonstige Außenangreifer spielte diese Position auch im Sommer 2022 mehrmals, als Weber ebenfalls ausfiel. Auch zurück aus einer Verletzung ist der erfahrene Stamm-Libero Zenger. Spannend wird, wer den Vorzug als Zuspieler bekommt – Kapitän und Routinier Kampa oder der in diesem Sommer bisher überragende Tille. Im Mittelblock fällt die Nominierung von drei ehemaligen LüneHünen auf (Krage, Brehme, Maase).

Im Blickpunkt dürfte aber Grozer stehen. Er will im Herbst seiner Karriere vor allem noch einmal zu den Olympischen Spielen und tut für diesen Traum alles. Der langjährige Mitstreiter Kampa (36) hat ihn gerade noch einmal geadelt: „Georg ist unser Fixstern. Er war in den letzten zehn, 15 Jahren im deutschen Volleyball und weltweit der Crunchtime-Player schlechthin – und ist es immer noch.“ Tatsächlich war in jüngerer Vergangenheit die Crunchtime oft ein großes Manko der jungen Mannschaft, die da den Sack nicht zumachte. Nur: Allein kann es auch Grozer nicht richten, sich allein auf ihn in den entscheidenden Szenen zu fokussieren, würde die Mannschaft zu ausrechenbar machen.

Weltrangliste immer im Hinterkopf

Ein gutes Abschneiden bei der EM ist auch wieder enorm wichtig im Hinblick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr. In Paris 2024 sind ja nur 12 Teams inklusive Ausrichter Frankreich dabei, nur 11 können sich also weltweit qualifizieren. Und da dürften für den DVV die Aussichten über einen guten Platz in der Weltrangliste wesentlich besser sein als bei einem der drei Qualifikationsturniere selbst (je 8 Teams) im September/Oktober, bei denen jeweils nur zwei Tickets vergeben werden. Trotz nicht immer überzeugender Leistungen bei der Nations League hat sich der DVV dort in der Weltrangliste schon von auf Platz 17 auf 15 verbessert, mithilfe einer guten EM soll es nun noch höher gehen.

Der deutsche 14er-Kader: Zuspiel: Lukas Kampa, Johannes Tille, Mittelblock: Anton Brehme, Tobias Krick, Florian Krage, Lukas Maase, Außenangriff: Christian Fromm, Moritz Reichert, Ruben Schott, Moritz Karlitzek, Erik Röhrs, Diagonalangriff: Georg Grozer, Libero: Julian Zenger, Denys Kaliberda. Die Positionen sind vom DVV so benannt, ob sie dann aber so eingenommen werden, bleibt abzuwarten. Ein Beispiel ist neben der noch nicht kommunizierten, zweiten Stelle im Diagonalangriff auch die Einstufung des in der Annahme starken Außenangreifers Kaliberda als (zweiter) Libero – wie schon mehrfach bei den letzten Turnieren.

Die Gruppenspiele der DVV-Auswahl:

30.8. (18 Uhr): Estland

1.9. (18 Uhr): Schweiz

3.9. (21 Uhr): Belgien

5.9. (21 Uhr): Serbien

6.9. (21 Uhr): Italien

Die Spiele laufen nur im kostenpflichtigen Stream auf sportdeutschland.tv oder auch eurovolley.tv     (hre)

NEWS aus der Liga

Einen weiteren Libero haben die WWK Volleys Herrsching verpflichtet. Konkurrent von Nationalspieler Leonard Graven (19) wird der routinierte US-Boy Ryan Manoogian (30), zuletzt bei Fonte do Bastardo in Portugal, davor bei Dinamo Bukarest.

Beim FT 1844 Freiburg hat auch Linus Hüger verlängert. Der Außenangreifer (20) startete seine Bundesliga-Laufbahn bei den United Volleys Frankfurt und ist seit 2022 im Breisgau.

Simon Gallas heißt eine Verstärkung für Aufsteiger ASV Dachau. Der Diagonalangreifer (22), der auch im erweiterten Kader der Nationalmannschaft steht, sammelte erste Bundesliga-Erfahrungen bei den Volley Bisons Bühl und studierte in den letzten Jahren in den USA, spielte dabei für das College-Team USC Trojans an der University of Southern California.

NEWS aus der Szene

Neuer DVV-Präsident

Fünf Wochen nach dem Rücktritt von René Hecht und weiterer Vorständler hat der deutsche Volleyball-Verband (DVV) eine neue Führungsspitze. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde Markus Dieckmann ohne Gegenstimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Stellvertreter wurden Julius Brink (neu) und der im Juli ebenfalls zurückgetretene und nun zurückgekehrte Matthias Hach. Hecht hatte monatelang massiv in der Kritik gestanden, bis es als Gipfel zur Revolte der Landesverbände gekommen war. Ob der Neubeginn nun alle Wogen glättet, muss sich zeigen, denn die DVV-Spitze ist Beachvolleyball lastig – Dieckmann (47), hauptberuflich Geschäftsführer einer Sportartikel-Firma, war in seiner Karriere u.a. zweifacher Beach-Europameister. Das Karriere-Highlight von Brink (41) war der Beach-Olympiasieg 2012, heute arbeitet er u.a. als Experte und Moderator im Fernsehen.

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Für die DVV-Frauen kam bei der Europameisterschaft das Aus im Viertelfinale, wie schon bei der Endrunde in der Nations League sorgte Polen dafür. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen unterlag 0:3 (22:25, 20:25, 24:26) – und verlor wie schon zu Beginn der Titelkämpfe mit Hanna Orthmann durch die für sie nachgerückte Anne Hölzig eine Spielerin durch eine schwere Verletzung. Weitere Achtelfinals: Türkei – Belgien 3:1, Frankreich – Rumänien 3:1, Italien – Spanien 3:0, Niederlande – Schweiz 3:0, Bulgarien – Slowakei 3:2

Den Titel bei der Südamerika-Meisterschaft sicherte sich Brasilien vor mehr als 8000 heimischen Fans in Recife mit einem abschließenden 3:0 (25:17, 25:18, 25:19) im 5er-Turnier gegen Chile. Dritter wurde Argentinien.

Durch ein 3:0 (25:20, 25:18, 25:18) gegen Gastgeber Iran wurde Japan zum 10. Mal Asien-Meister. Bronze sicherte sich Katar mit einem 3:0 gegen China.

Beach-NEWS

Mit der deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand endet in dieser Woche (31. August – 3. September) die diesjährige German Beach Tour. Die bis dato besten 16 Duos pro Geschlecht kämpfen um die Medaillen. Titelverteidiger sind Nils Ehlers/Clemens Wickler und Cinja Tillmann/Svenja Müller. Der Zugang zum Center Court mit rund 3900 Plätzen (bisher 3000 verkauft) ist wie in den vergangenen Jahren kostenpflichtig, die Side Courts bleiben wie gewohnt frei zugänglich.

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