Die SVG Lüneburg ist nach dem Einzug in das Pokalfinale und dem Überraschungssieg gegen den Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys ohne Frage die Mannschaft der Stunde in der 1. Volleyball Bundesliga. Doch bei all den Lobeshymnen, die in den vergangenen Tagen auf die Spieler von Stefan Hübner einprasselten, zeigt der nüchterne Blick auf die Tabelle: Die SVG ist Lüneburg ist Tabellensechster. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Eine Position mit der viele vor der Saison nicht gerechnet haben und ein großer Erfolg für den Aufsteiger. Ein Spitztenteam, dass auf Augenhöhe mit den großen vier Düren, Bühl, Berlin und Friedrichshafen agieren kann, ist die SVG aber bei weitem noch nicht. Insbesondere bei den Auswärtsspielen mussten die Lüneburger beispielsweise in Düren und Friedrichshafen eine kleine Lehrstunde hinnehmen. Und auch wenn man in Berlin stark spielte, konnte man am Ende auch dort keinen Satz gewinnen. Zu Hause in der heimischen Gellersenhalle läuft es hingegen bei der SVG Lüneburg. Nur zwei Heimniederlagen stehen gegen die starken Bühler und die Netzhoppers Königswusterhausen zu Buche. Beide Male verlor man aber erst hauchdünn im Tie-Break.

Die Netzhoppers sind nun auch nach drei Heimspielen in Folge der nächste Gegner für die Lüneburger. Dort müssen die Lüneburger am Samstag um 19:30 Uhr ihre Form bestätigen. Doch es geht auch noch um ein wenig mehr. Die Netzhoppers sind mit einem absolvierten Spiel weniger und fünf Punkten Rückstand Tabellensiebter und somit genau einen Platz hinter der SVG Lüneburg. Gewinnt die SVG Lüneburg dieses Spiel kann sie also einen wichtigen Schritt in Richtung Playoff Qualifikation tätigen. Die ersten sechs Teams qualifizieren sich direkt, wohingegen Platz 7-10 zunächst noch in die Pre-Playoffs müssen.

Aber die Netzhoppers haben sich in den vergangenen einderthalb Jahren als unangenehmer Gegner präsentiert. Dreimal in Folge musste sich die SVG gegen die Brandenburger geschlagen geben. Zweimal in der zweiten Liga, als die Netzhoppers ungeschlagen Meister geworden sind und eben in der Hinrunde der 1. Bundesliga, bei der die SVG sich gegen den Mitaufsteiger sehr schwer tat. „Das klingt vielleicht nach den vergangenen zwei Wochen etwas merkwürdig, aber ich sehe uns in diesem Spiel nicht als Favoriten. Die Netzhoppers haben eine stimmungsvolle Halle und sind an einem guten Tag sehr schwer zu besiegen“, sagt SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg. „Wir fahren dort mit großer Demut hin, denn wir wissen die Saison ist noch lang und jedes Team kann in dieser Saison einen richtig ansehnlichen Ball spielen“, fügt Bahlburg hinzu.

Ein Vorteil könnte dabei aber sein, dass die Netzhoppers nach einer deutlichen 0:3 Klatsche gegen den TV Rottenburg zu Jahresbeginn scheinbar noch nicht ganz im Jahr 2015 angekommen sind. „Dort hatte aber der wichtigste Spieler der Netzhoppers, Diagonalangreifer Paul Sprung, einen ganz schwachen Tag erwischt. Er ist aber jemand der Spiele entscheiden kann und gegen uns hat er das immer ganz besonders gezeigt“, warnt Bahlburg vor dem Zweitplatzierten in der Topscorer Wertung (220 Punkte) . In dieser steht momentan der Niederländer Tijmen Laane auf Rang eins (228).