Neunmal in Folge war die SVG in Pflichtspielen ungeschlagen und sie wollte es auch in der Neuauflage des Pokalhalbfinals gegen die SWD Powervolleys Düren bleiben. Jede Serie findet jedoch einmal ein Ende und im Fall der SVG war es den Dürenern vorbehalten diese Serie der Lüneburg im zehnten Spiel zu beenden. Verdient mit 3:1 (20:25;23:25;25:17;20:25) gewannen die von Michael Mücke trainierten Westfalen im wieder einmal ausverkauften Hexenkessel „Gellersenhalle“ und haben nun beste Aussichten die Hauptrunde als Tabellendritter abzuschließen..

Die SVG erwischte zwar noch einen relativ guten Start im ersten Satz, doch das eigentliche Vorzeigestück der Lüneburger, der Aufschlag, stand im Spiel gegen Düren nicht in einem vernünftigen Fehler-/Effektivitätsverhältnis. So hatte Düren zunächst wenig Mühe mit den Aufschlägen der Heimmannschaft und erzielte die SVG doch einmal einen Wirkungstreffer, folgte rasch der nächste Aufschlagfehler. Auf der anderen Seite schlugen die Gäste aggressiv und platziert auf. Allen voran MVP Sebastian Gevert und Jan-Philipp Marks setzten der SVG mit ihren Sprungaufschlägen stark zu. Die Folge: Die SVG Lüneburg rannte in den Sätzen eins, drei und vier bei allen technischen Auszeiten jeweils einem Rückstand hinterher. Waren die Lüneburger doch einmal nah dran aufzuholen entschieden die Dürener die langen, wichtigen Ballwechsel zumeist für sich. In den ersten beiden Sätzen war es noch der starke Aussenangreifer Matthias Pompe, der die wichtigen Punkte, beispielsweise beim Stand von 24:23 im zweiten Satz erzielte. Im vierten Satz war es dann dem MVP Sebastian Gevert vorbehalten, den Sieg mit brachial geschlagenen Angriffen und seiner emotionalen Ausstrahlung einzutüten. 19 Punkte insgesamt erzielte der MVP insgesamt.

Dabei spielte die SVG keinesfalls ein schlechtes Spiel. Jannik Pörner zeigte eine konstant gute Partie und wurde mit 18 Punkten Topscorer der Lüneburg. Und auch Mittelblocker Scott Kevorken war mit 12 seiner 14 Angriffe erfolgreich und brachte die SVG im dritten Durchgang mit zwei Blockpunkten in Folge auf den Weg zum Satzgewinn.

“ Aber Düren hat heute so gespielt, wie wir sie eigentlich im Pokalhalbfinale erwartet hatten. Starke Aufschläge und eine große Präsenz auf dem Feld zeichneten sie heute Abend aus. Sie haben gezeigt, dass sie zurecht auf dem dritten Tabellenplatz stehen. Düren ist eben Liga eines der Topteams“, sagt SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg.

Die vom Schnee geprägte Anreise der Dürener hatte dabei scheinbar keinen Einfluss auf das Spiel der Gäste. Insgesamt 24 Stunden waren die Dürener nach Lüneburg mit ihrem Reisebus unterwegs, inklusive nicht eingeplanter Hotelübernachtung an der Autobahn. „Wir sind Freitags um zwölf Uhr Mittags losgefahren und waren erst am Samsagmittag um 12 Uhr in Lüneburg. Wir haben, nachdem Nachts auf der Autobahn nicht mehr ging und wir bereits zwölf Stunden unterwegs waren, umdisponiert und kurzfristig ein Hotel unterwegs aufgesucht“, sagt Dürens Trainer Michael Mücke.

Was bleibt nun also für die SVG nach dieser Niederlage? Jede Menge positives, wenn es nach Cheftrainer Stefan Hübner geht: „Wir haben viele, viele Spiele im Januar gehabt und viele aufregende und tolle Wochen mit neun Siegen in Folge hinter uns. Das hätte uns vor der Saison keiner zugetraut, dass wir der erfolgreichste Aufsteiger in 40 Jahre Volleyball-Bundesliga werden. Diese Niederlage wirft uns deshalb nicht um oder bringt uns mental in Schwierigkeiten. Verlieren gehört zum Sport dazu, genauso wie das Gewinnen. Wir atmen jetzt erst einmal durch und dann haben wir mit Bühl und Friedrichshafen noch zwei weitere tolle Ligaspiele, ehe mit dem Pokalfinale und den Playoffs noch einmal ein ganz anderer, spezieller Abschnitt der Saison beginnt.“

Da die Netzhoppers nur noch theoretische Chancen haben die SVG einzuholen, ist die direkte Playoff Teilnahme der SVG kaum noch zu nehmen. In den letzten beiden Spielen geht es viel mehr darum, von welcher Startposition die „Salzstädter“ in das Rennen um den Einzug in das Halbfinale gehen. Zwischen Platz vier und sechs ist für die SVG dabei noch alles möglich. Lediglich Platz vier berechtigt zu einem Heimspiel im ersten Viertelfinalspiel der Best-of-three Serie.

Zu einem direkten Duell um den begehrten Platz vier kommt es für die SVG beim nächsten Auswärtspiel gegen den TV Ingersoll Bühl am 14.02.2015 um 20 Uhr. Jedoch gilt es zunächst abzuwarten, wie sich die Bühler bis dahin schlagen, da sie momentan drei Spiele weniger als die SVG absolviert haben. „Wir warten ab und versuchen natürlich das optimale herauszuholen. Der Druck liegt aber bei den etablierten Teams.  Wir haben nun endlich wieder genau die Rolle, die uns am besten liegt; die des Underdogs“, sagt Andreas Bahlburg.