Unter dem Strich stehen zwei recht deutliche Niederlagen, dennoch ist unsere Herren in der Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison einen großen Schritt weiter gekommen. „Das war super, Spiele auf so einem Level sind doch viel lehrreicher als Siege gegen leichtere Gegner“, urteilte Trainer Stefan Hübner schon fast euphorisch nach der Rückkehr aus Polen, wo er mit seinem Team zweimal in Stettin bei Espadon Szczecin antrat und zunächst 1:3 (16:25, 20:25, 25:20, 17:25) und tags darauf sogar 0:5 (20:25, 20:25, 15:25, 24:26, 11:15) unterlag.

Die Stettiner wurden in der vergangenen Saison nur 12. unter 16 Teams in der Plusliga, der starken Liga des amtierenden Weltmeisters Polen. Doch das dürftige Abschneiden lag an großer Unruhe mit Trainerwechsel und Austausch von Spielern während der Saison. „Jetzt haben sie ein ganz neues, recht junges und interessantes Team aufgebaut, werden weiter vorne landen und können die Etablierten ärgern“, berichtet Hübner.

So kamen ein kanadischer Mittelblocker aus der ersten Sechs des Nationalteams, der erste finnische Zuspieler und ein us-amerikanischer Außenangreifer, Stammspieler in Nationalteam, neu dazu. „Und insgesamt ist das ein ganz anderes Niveau, mindestens so stark wie Berlin und um einiges besser als unsere letzten Gegner“, so Hübner. Zuletzt hatte die SVG sowohl beim holländischen Meister als auch Pokalsieger gewonnen, davor bei Zweitligist Hildesheim und den Baltic Cup in Warnemünde mit Erfolgen gegen Zweitligist Mitteldeutschland und Bundesliga-Rivale KW-Bestensee (insgesamt sechs Siege).

Und nun ging es gegen einen Kontrahenten, der in der Saisonvorbereitung auch schon drei Wochen weiter ist, am Sonnabend in den Punktspielbetrieb einsteigt, während es für die SVG am 15. Oktober losgeht. „Unsere Angriffe aus guten Situationen haben schon sehr gut funktioniert, da waren wir sogar absolut auf Augenhöhe. Der große Unterschied war der Bereich Aufschlag/Annahme“, fasst Hübner die Erkenntnisse kurz zusammen. „Deren Aufschläge waren Klasse, da haben wir enorm Druck bekommen. Und wir konnten selbst nicht so viel Druck aufbauen, einige haben noch keinen guten Rhythmus.“

Da gibt es also noch einige Arbeit, ebenso im Element der Angriffe aus schwierigen Situationen – für Hübner ein normaler Zwischenstand. „Das war schon spannend zu sehen, toll, mal gegen so einen Gegner spielen zu können. Auch sonst war alles bestens. Die Fahrt ist mit etwa vier Stunde nicht zu lang, die Organisation war super, die Stettiner waren sehr gastfreundlich. Wir haben auch verabredet, das zu wiederholen“, so der Coach, der die Polen dann auch nach Lüneburg einladen möchte, wenn mal die neue Arena steht.

Am kommenden Montag und Dienstag testet die SVG nun zweimal bei den Berlin Volleys, zuvor nehmen die „LüneHühnen“ am Wochenende bei den Spielen der Sülfmeistertage teil.