Schon wieder lange Gesichter - Die LüneHünen können einfach nicht mehr gewinnen

Playoff-Teilnahme wackelt

LüneHünen rutschen auf Platz acht ab

Die Talfahrt der LüneHünen hält an: Durch die siebte Nullnummer in Folge, ein 0:3 (16:25, 21:25, 26:28) bei den Grizzlys Giesen in Hildesheim, rutschte die SVG nun auf Tabellenplatz 8 ab und muss vor den letzten beiden Hauptrundenspielen mehr denn je befürchten, die Playoffs der besten acht Teams zu verpassen. Denn der Abstand zu den Hildesheimer Vorstädter beträgt nun – wie auch zu Rottenburg – nur noch vier Punkte. Diese beiden Rivalen gilt es nun in Schach zu halten, während der Tabellensiebte KW-Bestensee durch ein überraschendes 3:2 gegen Haching an der SVG vorbeigezogen ist.

Die Pleitenserie ist schon fatal genug, jetzt wird sie noch ein Stück bitterer durch eine Niederlage im so prestige-trächtigen Nordderby, erstmals überhaupt in der Bundesliga, und dann auch noch so deutlich: Dieses 0:3 ist das fünfte Match unter den sieben Niederlagen, bei denen es nicht einmal zu einem Satzgewinn reichte. So dicht dran wie dieses Mal war die SVG allerdings in dieser schlimmen Krise noch nie.

Katastrophale Aufschlagquote

In Durchgang drei, der besten Phase in diesem 20. Saisonauftritt, funkelte endlich ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die Mannen um Kapitän Viktor Lindberg hatten einen Rhythmus gefunden, steigerten sich auf eine Angriffsquote von 56 Prozent, standen stabil in der Annahme (54%) und hatten in Florian Krage – später Silber-MVP – ihren herausragenden Punktesammler (7 von insgesamt 9). Auch Mike Michelau (5 von 7) und Blake Scheerhoorn (4 von 8) trumpften auf, obwohl die ohnehin schlechte Aufschlagquote des Teams in diesem Satz geradezu demoralisierende Ausmaße erreichte: 8 Fehler bei 27 Versuchen sind ganz einfach zu viele.

Dieses Manko war es dann auch, das den möglichen Satzgewinn kostete, nachdem es hin und her gegangen war und die SVG bis tief in die Crunchtime führte (23:22). Doch in der alles entscheidenden Phase stellten sich nach zuvor guten Aktionen zwei Servicefehler ein, der vierte Matchball für Giesen brachte die Entscheidung durch einen verschlagenen Schmetterball von Scheerhoorn. Aufschlagfehler waren es am Ende insgesamt 18 (von 65).

Der Spielbeginn hatte Schlimmstes befürchten lassen. Die SVG hielt nur bis zur ersten technischen Auszeit mit, dann wurde aus einem 7:8 ein 7:12, schließlich ein 11:16 und 11:21, obwohl bei den Gastgebern mit Mittelblocker Magloire Mayaula sogar einer ihrer Besten fehlte (Bindehautentzündung). Sein Vertreter Robert Schramm (am Ende 7 Punkte) sowie Nebenmann Johnathan Moate (10) kamen aber in der Mitte immer wieder mit Schnellangriffen zum Zuge. Und der Diagonale Hauke Wagner (14, Quote 74%) war gar nicht zu stoppen und wurde Gold-MVP. Grundlage der wuchtigen Angriffsaktionen war eine stabile und präzise Annahme.

Giesen auch ohne Mayaula stark

In Durchgang zwei war die SVG dann besser im Spiel, hatte aber neben dem Problem Aufschlag auch einige höchst unglückliche Situationen im Blockspiel – mehrmals kam der Ball auf der eigenen Seite des Netzes herunter. Dennoch kämpften sich die Gäste nach einem 11:15 wieder heran, schafften nach einem 15:19 fast den Gleichstand (18:19) und blieben bis zum 21:23 dran.

So gefiel Trainer Stefan Hübner denn auch, „dass die Einstellung weiterhin stimmt, keiner steckt den Kopf in den Sand und versucht bis zum Schluss alles“. Positiv habe sich die Angriffsleistung entwickelt, vor allem aus der Abwehr heraus und im Sideout, also nach der Annahme beim Aufschlag des Gegners. „Da zeigen die Statistiken mit die besten Werte überhaupt in dieser Saison“, so der Coach. Hübner will jedoch nichts beschönigen, auch er weiß angesichts der anhaltenden Niederlagenserie: „Die Playoffs gehen für uns zwei Wochen früher los – die nächsten beiden Wochenenden spielen wir so etwas wie die Pre-Playoffs.“

Die SVG spielte mit: Lindberg, Schlien, Pörner, Thole, Brehme, Durkin, Koslowsky; eingewechselt: Scheerhoorn, Krage, Michelau, Ronkainen.