Dresden ist eine der wenigen Städte in Deutschland, in der es sowohl einen Volleyball-Bundesligisten im Damen als auch Herrenbereich gibt.
Doch unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen der beiden Vereine nicht sein. Die Damenmannschaft des Dresdner SC spielt seit 1997 sehr erfolgreich in der 1. Volleyball-Bundesliga , gewann je drei Meister- und Pokaltitel und verfügt inzwischen über einen Etat von ca. 1,4 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite steht das Herrenteam des VC Dresden, das sich inzwischen nach seinem Namenssponsor Cloud and Heat Volley Dresden umbenannt hat, seit 2012 in der 1. Liga spiel und mit einem Minietat zwischen 300.000 und 400.000 Euro antritt.

Die Heimspielstätte beider Vereine ist die Margon Arena mit einem Zuschauervermögen von 3000 Plätzen. Ist diese stimmungsvolle Halle bei den Frauen des Dresdner SC regelmäßig ausverkauft, wäre das Knacken der 1000er Zuschauermarke mal wieder eine Erfolgsmeldung für die Dresdner Männer.

Die Gründe für die Unterschiede sind dabei vielseitig. Die Erfolge, der Zuspruch und der Etat der Frauen sind über viele Jahre gewachsen und die Wahrnehmung in der Stadt entsprechend größer und positiver als bei den Männern.

Die Herren sind erst 2012 in die Bundesliga aufgestiegen und hatten mit einem starken Konkurrenten in der eigenen Stadt nicht die einfachsten Voraussetzungen beim Werben um Sponsoren. Sportlicher Erfolg kann in so einer Situation in der Regel viele Defizite ausgleichen, doch dieser blieb leider in den ersten beiden Jahren der Bundesligazugehörigkeit größtenteils aus. Insgesamt fünf Siege gelangen den Dresdner Männern in der Hauptrunde, in zwei Jahren ersten Bundesliga.

Fehlstart für Dresden in dieser Saison

Mit einem leicht erhöhten Etat, neuem Trainer und zahlreichen Neuzugängen sollte nun in dieser Saison alles besser werden, doch mit erst einem Saisonsieg belegen die Dresdner momentan den letzten Tabellenplatz.

Mal wieder möchte man sagen, doch ein Blick auf die bisherigen Spiele offenbart: Ein Pauschalurteil kann über die Dresdner Mannschaft in dieser Saison nicht gefällt werden.
Mit dem Startprogramm Friedrichshafen, Berlin und Bühl spielten die Dresdner in den ersten drei Spielen gegen die drei Spitzenteams der vergangenen Saison. Ein Fehlstart war somit zwar nicht vorprogrammiert, aber ein Großteil der Liga wäre wohl mit drei Niederlagen aus diesen Spielen herausgegangen. Und so verkauften sich die Dresdner teuer, holten gegen Friedrichshafen und Berlin sogar stets über 20 Punkte pro Satz. Ein Satzgewinn blieb den Dresdnern jedoch verwehrt und gegen Bühl gab es zudem eine sehr deutliche Niederlage.
Doch im anschließenden Spiel gegen den CV Mitteldeutschland deuteten die Dresdner in einer sehr engen Partie an, dass sie mithalten können und feierten gleich am nächsten Spieltag gegen den starken Aufsteiger Herrsching ihren ersten Saisonsieg. Es schien aufwärts zu gehen mit den Dresdnern und ein Satzgewinn im darauf folgenden Spiel bei den Netzhoppers ist vielleicht nicht als Erfolg zu werten, aber auch die Netzhoppers sind neben Herrsching und der SVG ein starker Aufsteiger. Doch im anschließenden Spiel gegen die bisher satz- und sieglose Mannschaft des VC Olympia Berlin setzte es eine herbe Niederlage.

Ausgeglichene Liga als Problem

Und in diesem Punkt liegt vielleicht das große Problem der Dresdner im bisherigen Saisonverlauf. Die Dresdner Mannschaft hat sich verbessert, aber es gibt keine schwachen Teams in der 1. Liga in diesem Jahr. Die Aufsteiger haben im sportlichen Bereich Ihre Hausaufgaben erledigt und die schwächelnden Teams der vergangenen Saison, wie der CV Mitteldeutschland und der TV Rottenburg, haben sich ebenfalls verbessert.

Und so gab es für die Dresdner beim 0:3 gegen den TV Rottenburg am vergangenen Wochenende, aktuell die Mannschaft der Stunde in der ersten Bundesliga, nichts zu holen. Zumindestens auf dem Papier nicht. Denn im ersten Satz führten die Dresdner lange und hatten beim Stand von 23:24 die Chance einen Satzball abzuwehren. Doch zu diesem Ballwechsel kam es erst gar nicht. Ein Aufstellungsfehler der Dresdner beendete bezeichnenderweise den ersten Durchgang zu Gunsten der Rottenburger.

Spiel auf Augenhöhe erwartet

Und so kommt es am kommenden Mittwoch, um 20 Uhr in der Gellersenhalle zum Aufeinandertreffen der SVG Lüneburg und den Cloud and Heat Volleys Dresden, mit der SVG in der Favoritenrolle. Davon möchte SVG Geschäftsführer Andreas Bahlburg aber nichts wissen: „Wir haben als Zweitligist 2012 Dresden im Viertelfinale des Pokals geschlagen, da war Dresden der Favorit. Niemand weiss, ob jetzt nicht doch irgendwann der Knoten bei den Elbstädtern platzt. Deshalb müssen wir unser Niveau konstant spielen, um die Punkte in Lüneburg zu behalten.“ Und SVG Niederländer Tijmen Laane fügt hinzu: “ Wir haben jetzt drei Siege und drei Niederlagen, wir wollen mit einem Sieg im Mittelfeld bleiben und Dresden die Möglichkeit nehmen den Anschluss herzustellen.“ Dabei kann SVG Trainer Stefan Hübner auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Am kommenden Wochenende tritt die SVG dann am Samstag beim Deutschen Meistern den Berlin Recycling Volleys an, ehe man am Sonntag gegen die Juniorennationalmannschaft des VC Olympia Berlin spielt.