Dürens Tobias Brand bestätigte seine starke Form der letzten Wochen. Hier ist der Außenangreifer (l.) gegen einen SVG-Dreierblock mit (v.l.) Hannes Gerken, Dalton Solbrig und Auke van de Kamp erfolgreich.

Zu spät den Rhythmus gefunden

SVG verliert mit völlig umgebauten Team 0:3 in Düren

Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach diesem Motto warf Chefcoach Stefan Hübner vor dem letzten Match des Jahres die Rotationsmaschine an und schickte im Auswärtsspiel bei den powervolleys Düren eine Starting Six gespickt mit Überraschungen aufs Feld. Das Ergebnis war eine 0:3 (13:25, 20:25, 28:30)-Niederlage beim Tabellenzweiten, die aber nicht weh tut. Die LüneHünen, für die schon zuvor Rang vier in weiter Ferne war, bleiben Fünfte, werden so auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Zwischenrunde ab 22. Januar gehen.

An Platz 5 ist kaum noch zu rütteln

Im Vergleich zum Pokal-Halbfinale blieben die bei diesem Triumph so starken Jordan Ewert, Arthur Nath und Pearson Eshenko sowie auch Stamm-Zuspieler Joe Worsley ganz oder teilweise auf der Bank. Ins Team rückten für dieses – laut nordrhein-westfälischer Coronabestimmungen – Geisterspiel Tim Stöhr und der zuletzt etwas glücklose Michel Schlien, die Fäden in die Hand nehmen durfte Hannes Gerken.

„Einerseits wollten ich gerade Stöhr und Gerken ein ganzes Spiel gegen einen guten Gegner geben und sie für ihre Trainingsleistungen belohnen. Andererseits tun Ewert und Worsley die Erholungspausen mal ganz gut“, erklärte Hübner seine Überlegungen und – sonst kein Freund von Rechenspielen – gab zu: „Ich habe mir die Tabellenkonstellation mal genauer angesehen und mir gedacht, dass das passt. Zumal es ein Auswärtsspiel war. In einem Heimspiel hätte ich das so rigoros nicht gemacht, vor unseren Fans und Sponsoren wollen wir immer möglichst in Bestbesetzung und mit Vollgas spielen.“

Der Beginn ging dann auch schief. Im Eingangssatz war deutlich zu sehen, dass dieses Team sonst so nicht zusammenspielt. Viele Eigenfehler und ausgelassene Chancen, wenig Aufschlagdruck und dazu auch technische Fehler ließen Düren immer weiter davonziehen. Über 8:3, 12:9 und 20:11 ging es dem schnellen Ende entgegen. Letztlich nur neun eigene Punkte der SVG, 13 insgesamt, waren desaströs. Beim Gegner waren insbesondere Sebastian Gevert und Tobias Brand (je 5) gut im Spiel.

Doch die SVG steigerte sich, je mehr, desto länger das Match andauerte. Satz zwei verlief schon knapper, das Service wurde druckvoller, das Angriffsspiel variabler. Auke van de Kamp kam nun immer besser zum Zug (5 seiner insgesamt 14 Punkte), erst Mitte des Satzes erarbeitete sich Düren einen kleinen Vorsprung, den es bis zum Ende vor allem dank des überragenden Brand mit viel Einsatz hart verteidigen konnte.

Starker dritter Satz bleibt unbelohnt

Noch besser sah Durchgang drei aus. Zur ersten technischen Auszeit führten Libero Tyler Koslowsky & Co. (8:6), gestatteten den Hauseherren dann, den Spieß auf 9:8 umzudrehen und sogar wegzuziehen (16:12), doch die SVG, die sich längst gut ins Match reingearbeitet hatte, kam wieder heran und glich in der Crunchtime sogar aus (23:23). Die längste Rally schloss dann sogar Nath – inzwischen mit Worsley zusammen zum zweiten Mal eingewechselt – mit der 24:23-Führung für die Gäste ab. Der Brasilianer sorgte mit einem Block gegen Gevert zum 24:25 auch für den zweiten Satzball, Schlien für Nummer 3, Nath für Nummer 4 – doch das bessere Ende hatte Düren mit dem 30:28 für sich. „Das war dann ein bisschen ärgerlich, den hätte ich gerne gewonnen. Noch ein vierter Satz wäre schön gewesen“, bedauerte Hübner.

Die SVG spielte mit: Stöhr, Schlien, Peemüller, van de Kamp, Solbrig, Gerken; Koslowsky; eingewechselt: Worsley, Nath (Stenogramm des Spiels s.u.)

Bundesliga-Spiele zusammengefasst

Mit zwei Nachholspielen der Netzhoppers KW-Bestensee wurde zum Jahresausklang zumindest die untere Tabellenhälfte wieder begradigt. Die Brandenburger rückten dabei mit zwei glatten Siegen nahe an den Tabellenfünften SVG heran, der nach seiner Niederlage in Düren nur noch 2 Punkte Vorsprung hat. Aber die Netzhoppers müssen ihre beiden letzten Matches jeweils gegen Friedrichshafen bestreiten.

Vorgesehen war ursprünglich auch das Match Frankfurt – Berlin, musste aber wegen Coronafällen in Team des Hauptstadtclubs abgesagt werden.

Die Spiele im Stenogramm:

powervolleys Düren – SVG Lüneburg 3:0

(25:13, 25:20, 30:28)

82 Min., 0 Zuschauer

MVP: Pettersson – Solbrig

Scorer: Brand (16), Gevert (12), Pettersson (8), Röhrs (5), Broshog (4), Urban (2), Kocian (1) – van de Kamp (14), Peemüller (9), Stöhr, Solbrig (je 6), Nath (5), Schlien (4), Gerken (2)

Netzhoppers KW-Bestensee – WWK Volleys Herrsching 3:1

(25:22, 22:25, 25:23, 25:23)

85 Min., 0 Zuschauer

MVP: Rattray – Mantha

Beste Scorer: Rattray (23), Timmermann (17), Kaibald (13) – Mantha (24), Peter (18), Ilic (11)

Netzhoppers KW-Bestensee – TSV Haching München 3:0

(25:19, 25:22, 25:16)

71 Min., 0 Zuschauer

MVP: Timmermann – Schumann

Beste Scorer: Rattray (15), Timmermann (13), Chamberlain (9) – Schumann (12), Petrusic (7), Rösler (6)

SVG intern

Die LüneHünen samt Trainerteam und Staff sowie die Vereinsführung und Mitarbeiter der Geschäftsstelle wünschen allen Gönnern, Fans und Freunden

einen guten Start ins neue Jahr – auf das wir alle gesund durch diese schwierigen Zeiten kommen und uns 2022 wieder in der Arena sehen.

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