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Zu Fuß durch den McDrive

So feierten die LüneHünen ihren Pokaltriumph

Was für ein Wochenende! Um 9 Uhr stand am Montag für die LüneHünen schon wieder Trainingsalltag an. Doch von Alltag konnte nach diesem Wochenende nicht die Rede sein.

Die 48 Stunden zuvor werden noch lange Teil der kollektiven SVG-Erinnerung sein. Der erste Titel der Klubgeschichte: Ein Traum, der wahr wurde – und mal wieder für SVG sorgte: Super-Viel-Gänsehaut. Und auch für viel Medienecho und Social-Media-Reichweite. Auch viele Ex-LüneHünen freuten sich mit, grüßten von ihren Stationen in ganz Europa. Wohl jeder wird in Erinnerung behalten, wo er an diesem 28. Februar 2026 gegen 22:09 Uhr war …

Die SVG-Jungs jedenfalls ließen am Samstag ebenso ihren Emotionen freien Lauf wie die Fans in der SAP Arena, beim Public Viewing in Lüneburg oder vor dem Livestream.

Nach ihrer feucht-fröhlichen Feier in der Mannheimer Arena – samt einer „coolen“ Eis-Partie auf der Trainingsfläche der Adler Mannheim direkt vor der SVG-Kabine – ging es für das Team von Stefan Hübner auf die siebenstündige Bus-Rückfahrt – samt Extra-Feierstopp. Weil das Fast-Food-Restaurant schon geschlossen hatte, ging es zu Fuß durch den McDrive-Schalter. Eine eigentlich geplante Rückfahrt des Teams mit dem Sonderzug und 500 feiernden Fans muss aufgrund der beiden Fünf-Satz-Spiele des Abends leider ausfallen – auch, weil Cole Young noch zum „Opfer“ der Dopingprobe wurde, damit auch einiges vom Kabinen-Spaß verpasste.

Tags darauf wurde der Erfolg gebührend gefeiert. In der vollen Ritterakademie ließen einige hundert Fans ihre Pokalhelden hochleben, nutzten die Gelegenheit für Fotos mit dem Pokal und Autogramme.

“Vor zwanzig Jahren hatte einer eine Idee”, hatte Moderator und Hallensprecher Dirk Böge an die Anfänge der SVG erinnert, an Vision und Ehrgeiz von Gründer Andreas Bahlburg, der beharrlich das Projekt SVG vorangetrieben hatte. “Ich war etwas mit Emotionen befasst”, gab Bahlburg einen Einblick in sein Mannheim-Erlebnis. “Das, was mal Visionen waren, wurde verwirklicht.” Doch der SVG-Macher blickte gleich wieder nach vorn: “Wir haben noch viel vor, es ist ein langer Weg – wir sind noch nicht fertig!”, versprach er den Fans.

Es folgte ein launiger Talk mit dem Erfolgs-Duo Stefan Hübner und Bernd Schlesinger. “Ich war nervös, muss ich gestehen”, verriet Hübner. “Aber Nervosität ist auch was Gutes, es zeigt, dass einem etwas wirklich etwas bedeutet.” Etwas lockerer trug es der Sportliche Leiter nach außen: “Ich war traurig, dass es schon nach fünf Sätzen vorbei war”, witzelte Schlesinger. “Ich hätte das gern noch 1,5 Stunden länger genießen können, weil ich mir ziemlich sicher war, dass wir als Sieger vom Feld gehen. Ich wusste, dass wir mit dieser Mannschaft ganz anders dastehen als bei den Pokalfinals vorher.”

Viel Applaus gab’s für Jesse Elser und sein Kompliment an die Fans: “Ihr seid definitiv die besten Fans in ganz Deutschland! Ihr unterstützt uns so großartig – und wir könnten nicht glücklicher darüber sein, euch hinter uns zu haben!”

Santeri Välimaa ließ sich von Dirk Böge einen der Gründe für den Erfolg entlocken – trotz eines Neuaufbaus des Teams: “Es war leichter, als ich dachte. Es war super-einfach, hier in der Stadt und im Team anzukommen. Es ist gut, von Beginn auch eine Connection im Team auf dem Feld zu haben. Aber wichtiger ist die Connection abseits des Felds. Wir hatten schon in der ersten Woche viel Spaß, das hat uns zusammengebracht.”

Über dieses Gefühl freut sich auch Shane Holdaway. Er gehörte beim Finale erstmals zum Kader – und saugte den besonderen Moment ebenso auf wie die gesamte SVG-Familie. “Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass sowas hier alles passiert. Dieser Klub haut schon so viel raus bei Spielen, die nur halb so bedeutsam sind. Dass nach diesem ersten Titel jetzt so viel Begeisterung da ist, überrascht mich absolut nicht. Die ganze Anerkennung gehört den Jungs für all ihre Arbeit – ich fühle mich ein bisschen wie der kleine Junge in einem Gruppenprojekt, der eine Note Eins bekommt, aber gar nichts dafür getan hat”, sagt er lachend.

Doch am Montag war die losgelöste Lockerheit vom Sonntag wieder dem Fokus auf die Arbeit im Training gewichen. Wie immer gut gelaunt, aber ebenso fokussiert ging es für das Team auf dem Feld zur Sache. Immerhin: Von Stefan Hübner gab’s einen kleinen “Titel-Bonus”: Die Trainingseinheit am Nachmittag lief kürzer als angesetzt. “Erholt euch” – mit dieser Botschaft schickte der Coach seine Pokalhelden nach Hause.

Denn schon am Mittwoch wartet mit dem CEV-Cup-Spiel gegen Poitiers die nächste Aufgabe – und auf die Fans das nächste Europa-Highlight. Der Coach muss sein Team trotz des gerade errungenen Erfolges nicht motivieren: “Die kommenden Aufgaben sind auch spannend, das reicht als Motivation. Und Poitiers ist ein richtig guter Gegner. Die Jungs sind heiß auf weitere gute Spiele.”

(gm)

Das Finale 2026 in der Statistik:

So spielten sie:

SVG: Champlin (20 Punkte), Young (12), Välimaa (4), Gruvaeus (14), Howe (10), Byam (12) – Takahashi; eingewechselt: Elser, Larsen, Enlund (7).

Bestwerte: Young 5 Blocks, Byam 3 Asse, Takahashi 60% Annahme positiv (53% perfekt).

VfB: van Buren (17 Punkte), Cacic (16), Maciel (4), Batak, van Huizen (24), L. Kunstmann (9) – Graven; eingewechselt: Peter, Kohn.

Teamwerte, SVG: Blocks: 9. Aufschläge: 5 Asse, 18 Fehler bei 109 Versuchen; Angriffsquote 52%, Annahmequote 56% positiv (29% perfekt) – VfB: Blocks: 7, Aufschläge: 2 Asse, 21 Fehler bei 99 Versuchen; Angriffsquote 52%, Annahmequote 45% positiv (15% perfekt)

Wenn ihr euch noch einmal an den Samstag in Mannheim erinnern wollt: Hier gibt’s den ausführlichen Spielbericht.

Ein paar Motive von Spiel, Jubel und der Feier danach:

Fotos: Anton Höfel, Justus Stegemann, Kevin Mattig

Die Pokalparty in der Ritterakademie: