SVG noch heiß auf Bonus-Punkte

LüneHünen können sich Platz 3 von Berlin zurückholen

Die letzten beiden Heimspiele der SVG Lüneburg in der Bundesliga-Hauptrunde bringen an Gegnern das Beste, was der deutsche Männer-Volleyball in den letzten Jahrzehnten zu bieten hatte: erst die Berlin Volleys an diesem Sonnabend (19 Uhr, Gellersenhalle), zwei Wochen später kommt dann der VfB Friedrichshafen. Zwei absolute Publikumsmagneten also. So ist das jetzt anstehende Match auch bereits restlos ausverkauft – schließlich gab es gegen Berlin stets auch ganz besondere Duelle.

Seit 1998 gab es keinen anderen Meister als die beiden Schwergewichte. Daran gab es nichts zu rütteln, selbst nicht durch gelegentliche Überraschungen im Saisonverlauf, die insbesondere auch den LüneHünen immer mal wieder gelangen. Doch nun haben sich die Gewichte verschoben, und dazu hat auch die SVG einen großen Teil beigetragen. An der Spitze ist es ausgeglichener geworden und die Lüneburger sind mittendrin – mit der fast schon sicheren Gewissheit, letztlich mindestens Vierter zu werden.

 

Die alten Tugenden wiederbelebt

Theoretisch ist sogar noch mehr drin, wenn auch Cheftrainer Stefan Hübner mit Blick auf die ausstehenden Gegner Berlin, Herrsching und Friedrichshafen einräumt: „Wir haben schon ein sehr schwieriges Restprogramm.“ Da ist nun eigentlich jeder weitere Punkt auf dem Konto ein Bonus. Aber diese Ausgangsposition gibt auch Sicherheit, zumal die Formkurve eindeutig wieder nach oben zeigt. So hatten Ryan Sclater beim 3:2 gegen die Giesen Grizzlys eine Erfolgsquote seiner Angriffe von sagenhaften 78%, Ray Szeto immerhin 57% – beide in den Spielen zuvor mit Durchhängern.

„Es tat der ganzen Mannschaft gut, wie sie sich selbst aus der Situation herausgezogen hat“, hat nicht nur Hübner beobachtet, dass der Spielverlauf mit der Wende nach einem 0:2-Rückstand wieder den Rücken gestärkt hat, dass die zuletzt etwas verschütteten Tugenden noch vorhanden sind und es auch spielerisch wieder besser läuft. Und gegen Berlin waren die LüneHünen ja ohnehin schion immer zu besonderen Leistungen fähig…

 

Mit Sergei Grankin auf Touren gekommen

Auf der anderen Seite des Netzes steht nun aber eine Mannschaft, die offenbar inzwischen zur Bestform gefunden hat. Seit Mitte Dezember haben die Berliner von 12 Bundesligaspielen nur eins verloren (0:3 gegen Friedrichshafen), kommen mit einer aktuellen Serie von sechs Siegen. Dabei war der neue Zuspieler Sergei Grankin oft der entscheidende Mann. Der routinierte Russe (34) hat in seiner Laufbahn so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann – bis hin zu Olympia-Gold in London 2012. Seit er da ist, lebt vor allem Diagonalangreifer Benjamin Patch auf und hat dessen Konkurrent Kyle Russell, Liebling der Berliner Fans, nur noch wenig Spielzeit.

„Grankin ist natürlich eine Attraktion für die Liga, dass so einer nach Deutschland kommt, ist schon toll für die ganze Sportart“, schwärmt selbst Hübner, „mal sehen, wie er in unserer Halle klar kommt, so etwas ist er ja aus Russland nun gar nicht gewöhnt.“ Zu sehr herausstellen will er den neuen Star der Liga dann auch nicht: „Auch er macht Dinge, die man lesen kann.“ Und dann vermeldet Hübner noch: „Bei uns sind alle fit und gut drauf.“