Mit Schnellangriffen immer wieder erfolgreich: Anton Brehme (l.) verwandelte 10 seiner 11 Angriffe und kam mit 2 Blocks noch dazu auf insgesamt 12 Punkte. Foto: CEV

Viertelfinale steht vor der Tür

Bei der EM ist noch mehr möglich

Im Viertelfinale nun am Mittwoch gegen Italiens Youngster

Wieder einmal stehen die deutschen Volleyballer im Viertelfinale einer Europameisterschaft, aber jetzt droht wie so oft das Aus. Denn nach einem 3:1 (25:14, 18:25, 25:19, 25:22)-Erfolg gegen Bulgarien geht es an diesem Mittwoch (16 Uhr) gegen eins der Schwergewichte in dieser Sportart: Italien ist die Hürde, die es zu nehmen gilt – hoch, aber nicht unüberwindbar.

Das Achtelfinale gegen Bulgarien war das Spiel des Moritz Karlitzek. Der Außenangreifer, schon in der Vorrunde immer stärker geworden, zeigte von Beginn an eine überragende Vorstellung und war vom Gegner nie zu stoppen, sammelte Punkte mit wuchtigen und raffinierten Bällen gleichermaßen, per Pipes und Blocks, und zeigte auch wieder einmal seine Qualität im Service mit sechs Assen.

Karlitzek im Achtelfinale nicht zu stoppen

Wie alle anderen – auch die Bulgaren – begann sein Aufschlagspiel allerdings höchst fehlerhaft. Fünf der ersten sechs deutschen Aufschläge waren Rohrkrepierer, erst als das DVV-Team dieses Problem in den Griff bekam, zog es langsam davon, erst auf 8:5, dann über 13:8 und 18:9 zum klar gewonnenen Eingangssatz, den vor allem Karlitzek prägte. In Durchgang zwei rannte er dann aber mit seinen Nebenleuten von Beginn an einem Rückstand hinterher, der langsam wuchs (3:5, 6:10, 14:19, 17:22), weil auch Bulgarien nun besser servierte und zudem einige deutsche Angriffe wegblockte.

In Satz drei fingen sich der spät auf Touren kommende Georg Grozer & Co. wieder. Zuspieler Jan Zimmermann baute immer öfter auf das erste Tempo, insbesondere über Anton Brehme, der am Ende auf eine überragende Angriffsquote von 83 Prozent und insgesamt 12 Punkte kam. Doch auch Karlitzek (58%) und Grozer (57%) hatten gute Quoten – im Gegensatz zu Bulgariens Star Tsvetan Sokolov. Der Diagonalangreifer hatte am Ende nur 8 Punkte auf dem Konto (44%). Da auch die deutsche Annahme und Feldabwehr besonders mit Libero Julian Zenger immer besser wurde, war Satz drei eine sichere Sache.

Doch das Match blieb offen, im vierten Abschnitt war zunächst wieder Bulgarien besser (3:7), bis beim 11:13 Karlitzek mit zwei Assen den Gleichstand herstellte. Beim 16:16 setzte dann Grozer zwei Blocks hintereinander, 18:16. Und als dann Sokolov erst von Tobias Krick und gleich danach von Karlitzek geblockt wurde und es 21:17 stand, war den Bulgaren der Zahn gezogen.

Es spielten: Karlitzek (19 Punkte), Grozer (17), Brehme (12), Krick (6), Kaliberda (4), Zimmermann, Zenger, eingewechselt: Schott, Tille, Weber.

Stern von Michieletto ging in diesem Sommer auf

Gegen Italien wird es nun aber wohl schwerer, auch wenn die ganz großen Erfolge des Weltranglisten-6. (dreimal Welt-, sechsmal Europameister) schon einige Jahre zurückliegen. Zudem fehlt derzeit Top-Diagonalangreifer Ivan Zaytsev verletzt und setzen die Italiener nach Olympia auf ein ganz junges Team. Das wird allerdings angeführt von Star-Zuspieler Simone Giannelli und hat mit dem erst 20-jährigen Alessandro Michieletto einen brandgefährlichen Außenangreifer in seinen Reihen, dessen Stern in diesem Sommer aufging. Er ist auch bester Scorer bisher (80 Punkte) vor Außen Daniele Lavia (23 Jahre, 73 Punkte) und dem Diagonalen Guilio Pinali (24 Jahre, 69 Punkte). Zum Vergleich: bester deutscher Scorer ist bisher Grozer (74).

Für eine Sensation sorgte dann am Abend Tschechien mit einem 3:0 gegen Frankreich. Der Olmypiasieger konnte zwar eine ganze Reihe von Matchbällen abwehren, musste sich dem Weltranglisten-34. dann aber im dritten Satz mit 32:34 doch geschlagen geben.

Alle Achtelfinals:

Italien – Lettland 3:0, Deutschland – Bulgarien 3:1, Slowenien – Kroatien 3:1, Frankreich – Tschechien 0:3, Russland – Ukraine 3:1, Polen – Finnland 3:0, Niederlande – Portugal 3:2, Serbien – Türkei 3:2.

Viertelfinal-Ansetzungen:

Niederlande – Serbien (Di., 17.30), Polen – Russland (Di., 20.30), Deutschland – Italien (Mi., 16.00), Slowenien – Tschechien (Mi., 19.00).

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