Libero Nikola Pekovic ist aktueller Nationalspieler Serbiens. Der Neuzugang in Kraljevo war in diesem Sommer auch in der Nations League und bei der Europameisterschaft auf dem Feld. Foto: CEV

Schlüsselpositionen von Kraljevo sind neu und erstklassig besetzt

Starke Zugänge Diagonal und auf der Liberoposition

Ein 15 Mann großer Kader, ein Mix aus Oldies und Youngstern zwischen 40 und 21 Jahre alt, aktuelle und ehemalige Nationalspieler ebenso wie weitgehend unbeschriebene Blätter, Weltenbummler und Spieler aus dem eigenen Nachwuchs – das ist die aktuelle Mannschaft von OK Ribnica Kraljevo, Gegner der SVG im CEV-Cup, die wir nun in Teil 3 unserer Serie beleuchten.

Das Team, das 2020 den serbischen Pokal gewann und damit die Rückkehr ins internationale Geschäft nach vier Jahren Pause perfekt machte, ist mächtig umgekrempelt worden. Ein stabiles Gerüst ist durch sieben, teils sehr starke Neuzugänge weiter gefestigt worden, denn Ziel des Vereins ist, etablierten Konkurrenten wie Nojvodina Novi Sad oder Partizan Belgrad Druck zu machen.

Die ersten Dämpfer für das Team von Trainer Milan Simojlovic gab es jedoch schon: der Supercup Anfang Oktober gegen Meister Novi Sad endete 1:3. Und im serbischen Pokal setzte es ein ernüchterndes 0:3 gegen Mladi Radnik aus dem Städtchen Pozarevac im Hinspiel der 2. Runde. Der Chefcoach arbeitete übrigens früher auch schon als Scout in Kuwait, China, Aserbaidschan und der Türkei sowie als Co-Trainer in Russland und für Serbiens Nationalteam. In Kraljevo hat er seit 2020 seine zweite Cheftrainer-Anstellung nach KS Szeczecin in Polens PlusLiga 2015 bis 2017.

Erste Saison-Dämpfer für die „Musketiere“

Herausragend im aktuellen Kader der „Musketiere“, wie die Mannschaft genannt wird, ist wohl – wie schon berichtet – Neuzugang Nikola Pekovic, Libero der Nationalmannschaft und mit ihr 2019 Europameister. Der 31-Jährige hat – natürlich – auch schon in Novi Sad gespielt und wurde mit dem herausragenden serbischen Club der letzten Jahre Meister, Pokalsieger und Gewinner des europäischen Challenge Cups 2015.

Viel getan hat sich im Diagonalangriff, da gönnt sich Ribnica gleich ein neues Trio. Stefan Okošanović ist ein Ex-Nationalspieler mit dort allerdings überschaubarer Bilanz (etwa 40 Einsätze, EM-Bronze 2017). Der 27-jährige, 2,05 m groß, kam aus Nancy (2. Liga in Frankreich), war davor einige Jahre in Tschechien. Sein Haupt-Konkurrent ist auch ein interessanter Mann: der junge Kanadier Xander Ketrzynski, sogar 2,07 m groß und schon mit einer Auslandsstation in Katar. Er wurde in diesem Sommer zusammen mit Neu-LüneHüne Pearson Eshenko Zweiter bei den Meisterschaften von Nord- und Mittelamerika sowie Karibik (NORCECA), war dabei ein absoluter Leistungsträger.

Aus Kanada kam schon 2020 Außenangreifer Žarko Ubiparip, dort nach der Auswanderung der Eltern geboren und studiert. Der knapp 22-Jährige hat auf seiner Position die Konkurrenten Dimitrije Pantic (28) als Welt- und Europameister der U19 im Jahr 2011, Rückkehrer Branislav Seizovic (25) und Ivan Todorovic, den knapp 40-jährigen Senior und Kapitän, der nach sieben Auslandsstationen 2020 zurückkehrte.

Mittelblocker mit Gardemaß – auch aus Russland

Ebenso wechselvoll lief die Karriere von Alexander Safonov, einen 2,12 Meter langen russischen Mittelblocker. Der 30-Jährige stammt von Belogorie Belgorod, einem der führenden Clubs Russlands, der auch schon dreimal die Champions League gewann. Safonov, der mehrmals wechselte und immer wieder zurückkehrte, war daran nicht beteiligt, half aber jeweils mit, den Challenge Cup (2019), CEV-Cup (2018) und die Klub-Weltmeisterschaft (2015) zu gewinnen und war zudem U21-Welt- und Europameister 2011. Neben ihm blockt aus dem Quartett zumeist Vladimir Gajović (21), 2,05 m groß, oder Aleksandar Stefanović (23), 2,02 m groß. Beides sind Eigengewächse und gehörten zu den Pokalsiegern 2020.

Dirigiert wird die Mannschaft entweder von Predrag Bićanin (33), der seine Zuspieler-Laufbahn in Kraljevo begann, aber auch durch Europa tourte und dabei sogar Station beim Süd-Zweitligisten L.E. Volleys in Leipzig machte (2016/17). Eine schillernde Karriere legte sein Konkurrent Vlado Petković hin. Der 38-Jährige wurde mit Serbien 2011 Europameister, 2010 WM-Dritter und 2008 Olympia-Fünfter. Der Wandervogel mit Stationen in Griechenland, Türkei, Iran, Libanon, Italien, Slowenien, Südkorea wurde 2013 als bester Zuspieler der Asienmeisterschaft ausgezeichnet – was für eine Vita.

Bundesliga-Spieltag zusammengefasst

Das war knapp: Fast hätten die Berlin Volleys nicht nur ihren ersten Satzverlust kassiert, sondern sogar einen Punkt abgegeben – gegen die Netzhoppers ging es im vierten Satz in die Verlängerung, bevor der 3:1-Erfolg unter Dach und Fach war. Bei den Berlinern feierte Außenangreifer Samuel Tuia ein Comeback nach einem Muskelfaserriss, Cody Kessel musste dafür auf die Bank. Beim VfB Friedrichshafen gab es zwei Comebacks nach Verletzungspausen: Libero Blair Bann und der 2. Diagonalangreifer Lukas Maase.

In der Tabelle verdrängte Düren, nächster Gegner der SVG an diesem Mittwoch, Frankfurt durch dessen erste Niederlage eben gegen die SVG vom zweiten Platz. Mit insgesamt fünf Matches, drei am Mittwoch, zwei am Donnerstag, geht es im Bundesliga-Programm schon weiter.

Die Spiele im Stenogramm:

United Volleys Frankfurt – SVG Lüneburg 2:3

(25:21, 24:26, 22:25, 25:20, 14:16)

136 Min., 820 Zuschauer

MVP: Malescha – Nath

Scorer: Malescha (29), Keturakis, Baxpöhler (je 12), Lindberg (11), Baghdady (7), Staples (6) – Ewert (24), Nath (15), Solbrig (13), Eshenko (12), Pörner (7), Worsley (2), Schlien (1)

Netzhoppers KW-Bestensee – Berlin Volleys 1:3

(23:25, 25:19, 19:25, 25:27)

105 Min., 678 Zuschauer (in Potsdam)

MVP: Rattray – Grankin

Beste Scorer: Rattray (24), Westphal (12), Chamberlain (10) – Patch (18), Tuia (15), Jendryk (14)

TSV Haching München – VfB Friedrichshafen 0:3

(21:25, 16:25, 7:25)

79 Min., 200 Zuschauer

MVP: B. Sagstetter – Hirsch

Beste Scorer: Petrusic (10), Topuzliev (7) – Muniz (12), Cacic, Hirsch (je 11)

powervolleys Düren – TSV Giesen Grizzlyes 3:0

(25:20, 25:17, 25:20)

71 Min., 823 Zuschauer

MVP: Gevert – Mayaula

Beste Scorer: Gevert (17), M. Andrei (8), B. Andrae (7) – van Tilburg (12), Colito (7), Wagner (6)

WWK Volleys Herrsching – VfB Friedrichshafen 0:3

(22:25, 12:25, 17:25)

75 Min., 1000 Zuschauer

MVP: Jeanlys – Vincic

Beste Scorer: Jeanlys (12), Mantha (7), van der Ent (6) – Cacic, Hirsch (je 14), Muniz (11)

NEWS aus der Szene

Auch der Gegner der powervolleys Düren in der 1. Runde des CEV-Cups steht jetzt fest: Shaktior Soligorsk aus Belarus, ausgeschieden in der 2. Qualifikationsrunde zur Champions-League-Gruppenphase gegen Pazardzhik/Bulgarien.

Mit einer 0:3 (17:25, 21:25, 16:25)-Niederlage in 64 Minuten kehrte die ersatzgeschwächte SVG Lüneburg II vom Auswärtsspiel der Regionalliga Nordwest vom Oldenburger TB zurück. MVP wurde Ole Jürges, ferner spielten Timo Kaufhold, Magnus Timm, Noel Langschwager, Patrick Kruse, Anton Mohwinkel, Ole Goroncy, Jakob Willms, Matthis Niehoff.

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