Alles gegeben, aber nichts zu holen: Die LüneHünen verloren auch das sechste Bundesliga-Duell gegen United RheinMain. Zwar verbuchten sie auswärts erstmals einen Satzgewinn in der Frankfurter Fraport-Arena, konnten aber mit einem 1:3 (18:25, 23:25, 25:21, 19:25) nichts mitnehmen im Kampf um die beste Ausgangsposition für die Playoffs. In diese wird United wohl als Dritter gehen. Die SVG ist im dicht gedrängten Feld dahinter derzeit Siebte. Die Rüsselsheimer – ohne die verletzten Stützen Sebastian Schwarz und Lukas Bauer – erwischten vor 1648 Zuschauern den besseren Start, zogen kurz vor der zweiten technischen Auszeit erstmals auf drei Punkte davon (von 13:13 auf 16:13). Das Wachsen des Vorsprung auf fünf Zähler (20:15) konnte Trainer Stefan Hübner auch mit zwei Auszeiten schnell hintereinander nicht verhindern. Kollege Michael Warm beanspruchte diese Pause gar nicht – immer auch ein Indiz, wie gut es für ein Team läuft.

„Wir standen anfangs in der Annahme stark unter Druck, deshalb war es auch für Zuspieler und Angreifer nicht einfach. Aber wir haben uns dann gut reingearbeitet ins Spiel“, sah Hübner eine Steigerung.

Dafür sorgte er auch mit einem Wechsel des Zuspielers: Vor Durchgang zwei kam Gijs van Solkema für Adam Kocian. Und der Holländer rechtfertigte das Vertrauen, wurde am Ende sogar MVP. Er verteilte die Bälle meist präzise und variabel und kam selbst auf drei Punkte. Auch der Block der SVG, anfangs arg löchrig, stand jetzt zusehends besser. „So wurde es auch für United ein schwieriges Spiel“, gefiel dem Coach, wie sein Team dem Gegner alles abverlangte. Denn zudem wurde insbesondere Noah Baxpöhler nun öfter erfolgreich bei Schnellangriffen eingesetzt. Der Mittelblocker hatte am Ende bei einer Quote von 60 Prozent starke zwölf Punkte in der Bilanz. Bester Scorer war jedoch Ryan Sclater (22) vor Ray Szeto (14).

Bis zum letzten Ball stand Satz zwei auf des Messers Schneide, entwickelte sich zu einem verbissenen Kampf – letztlich mit schlechterem Ende für die SVG, obwohl es kurz vor der Crunchtime bei einer 20:17-Führung (nach 15:17) noch ganz anders aussah. Doch der Vorsprung war schnell wieder verspielt, weil nun United-Außenangreifer Adrian Aciobanitei aufdrehte, mit einer Aufschlagserie inklusive zweier Asse konterte. 20 Punkte hatte er am Ende auf dem Konto, auch Moritz Karlitzek war wieder einmal kaum zu stoppen (17). Zudem erwischte der Ende des zweiten Satzes eingewechselte japanische Diagonale Issei Otake einen Glanztag (10). Nach 32 Minuten stand dann die 2:0-Satzführung fest.

Abschnitt drei ließ die Gäste wieder hoffen. Das Spiel lief rund, aus einem knappen 6:7-Rückstand wurde ein 9:7, aus einem 9:9 eine 12:9-Führung, durch nichts ließ sich die SVG beirren. Annahme und Feldabwehr waren vorzüglich, im Angriff führte immer häufiger das erste Tempo zum Erfolg, der Vorsprung geriet nie mehr in Gefahr. Aber die Hausherren mit dem starken Zuspieler Patrick Steuerwald kamen zurück, wollten mit aller Macht den Ausgleich und einen Tiebreak vermeiden. Sie zogen nach einem 9:10 und einer Auszeit unwiderstehlich über 15:11 auf 21:13 davon, auch, weil sie mehrere lange, hochklassige Ballwechsel für sich entschieden. Da waren wir oft zu hektisch und unsauber,“ bedauerte Hübner. Nach nur 26 Minuten war schließlich das 3:1 perfekt.