Die neue Heimat des VfB Friedrichshafen - Die umgebaute Zeppelin CAT Halle A1 auf dem Messegelände

Bundesliga-Hit wirft Schatten voraus

Friedrichshafen heiß auf Heimspiel gegen Berlin Volleys

Wie stark sind die Berlin Volleys wirklich in dieser Saison? Der vermeintlich übermächtige amtierende Meister, der ja kürzlich zum ersten Mal nach 18 Monaten wieder ein Bundesligaspiel verloren hat (1:3 in Bühl), steht am kommenden Sonnabend auf dem Prüfstand, wenn es zum ewigen Rivalen VfB Friedrichshafen geht.

Beim Hauptstadtclub regiert derzeit Understatement. „Unser Spiel läuft weiterhin nicht wirklich rund. Wir sind etwas vom Pech verfolgt, quasi jede Woche fällt ein neuer Spieler aus. Mir macht es Sorgen, dass wir nie über mehrere Wochen hinweg mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Deswegen sind wir noch lange nicht im gewünschten Rhythmus. Der müsste aber langsam kommen, um das schwere Programm der kommenden Wochen gut bewältigen zu können,“ wird Manager Kaweh Niroomand zitiert. Der sieht die Spieler in der Corona-Krise auch ganz besonders gefordert: „Die komplette Situation zerrt zusätzlich an den Nerven. Da auch mental immer 100 Prozent abrufen zu können, ist eine große Herausforderung. Deswegen glaube ich, dass es eine Saison der Zufälle wird.“

Auch am Bodensee läuft es noch nicht wirklich rund. Nach vier Spielen und vielen Trainingseinheiten in der Fremde wird der Hit gegen Berlin für die Häfler nun aber die Heimpremiere. Seit diesem Montag trainieren sie in ihrer neuen Spielstätte Zeppelin CAT Halle A1, die in den letzten Wochen auf dem Messegelände umgerüstet wurde, nachdem die ZF Arena Ende September – wie berichtet – für immer geschlossen worden war. Zuschauer sind in der neuen Arena im Lockdown light natürlich (noch) nicht zugelassen, das Match wird aber am Sonnabend ab 14 Uhr auf Sport1 live im Free-TV übertragen.

SPIELTAG ZUSAMMENGEFASST

Kräftig durcheinander gerüttelt wurde die Bundesliga-Tabelle durch das ungewohnt umfangreiche 7-Spiele-Programm am Wochenende mit je zwei Auftritten der Giesen Grizzlys, der Netzhoppers KW-Bestensee und des VCO Berlin.

Den vierten Sieg beim vierten Auftritt feierte Bühl in Bestensee, musste aber die Tabellenspitze wegen des schlechteren Satzverhältnisses dennoch an die Berlin Volleys abgeben, die auch ohne den verletzten Zuspieler Sergey Grankin (Wade) und ohne den noch geschonten Mittelblocker Anton Brehme (genesen nach Knie-Reizung) 3:0 gegen Giesen gewannen. Auf Platz 3 kletterte Düren mit einem 3:1 im Topspiel gegen Frankfurt, obwohl mit Libero Blair Bann und Mittelblocker Tim Broshog zwei Stützen fehlten. Aber Diagonalangreifer Sebastian Gevert war „on fire“, punktete satte 29 Mal. Und Frankfurt hatte im Außenangriff erneut Probleme: Tim Grozer und Youngster Ben Bierwisch fehlten, der Diagonale Daniel Malescha musste wieder aushelfen.

Überraschung des Wochenendes war der Satzverlust von Friedrichshafen beim 3:1-Sieg in Unterhaching mit seinem Team der Youngster, in dem der 16-jährige Libero Leonard Graven MVP war. Dennoch konnten es sich die Häfler leisten, Spieler wie Marcus Böhme und Nehemiah Mote ganz und andere Stars teilweise auf der Bank zu lassen.

Am Mittwoch und Donnerstag stehen schon die nächsten beiden Matches bevor, dann tritt Herrsching erst bei KW-Bestensee und tags darauf bei VCO Berlin an.

Die Begegnungen des Wochenendes:

WWK Volleys Herrsching – SVG Lüneburg 3:0
(25:17, 25:17, 33:31)
82 Min., 0 Zuschauer
MVP: J.Tille – Peemüller
Scorer: Kaminski, Mantha (je 12), Peter (11), Illic (10), van der Ent, J.Tille (je 6) – Peemüller (20), Craft (8), Schlien (7), Ewert (5), Lindberg (4), Krage (3), Dervisaj (1)

VC Olympia Berlin – TSV Giesen Grizzlys 0:3
(13:25, 15:25, 17:25)
70 Min., 0 Zuschauer
MVP: Röhrs – van Tilburg
beste Scorer: Röhrs (9), Frohberg, Hoyer, John (je 4) – van Tilburg, Wagner (je 12), Eshenko (8)

Netzhoppers KW-Bestensee – Bisons Bühl 1:3
(23:25, 25:22, 21:25, 23:25)
116 Min., 0 Zuschauer
MVP: Westphal – Vaskelis
beste Scorer: Westphal (21), Allik (13), Weir (8) – Vaskelis (20), Kronthaler (17), Lopez (16)

Berlin Volleys – TSV Giesen Grizzlys 3:0
(25:15, 25:21, 25:21)
70 Min., 0 Zuschauer
MVP: Carle – Kapur
beste Scorer: Carle, Patch (je 17), Tuia (10) – Mayaula (10), Wagner (9), Menner (8)

TSV Unterhaching – VfB Friedrichshafen 1:3
(20:25, 25:20, 18:25, 13:25)
93 Min., 0 Zuschauer
MVP: Graven – Maase
beste Scorer: Zahar (17), J.Sagstetter (16), Topuzliev (10) – Maase (14), Fiel (13), Juhkami (12)

Netzhoppers KW-Bestensee – VCO Berlin 3:0
(25:22, 25:13, 25:21)
74 Min., 0 Zuschauer
MVP: Timmermann – Schulz
beste Scorer: Mönnich (16), Westphal (12), Timmermann (11) – Schulz (10), Hoyer (7)

powervolleys Düren – United Volleys Frankfurt 3:1
(25:14, 18:25, 25:16, 25:21)
98 Min., 0 Zuschauer
MVP: Gevert – Tsuiki
beste Scorer: Gevert (29), Brand (16), van Berkel (10) – Malescha (14), Quiroga (12), Schöps (10)

NEWS AUS DER SZENE

In der Champions League steht nun auch der vierte und letzte Gruppengegner der Berlin Volleys fest. Jastrzebski Wegiel aus Polen setzte sich in der 2. Qualifikationsrunde gegen Kaposvar (Ungarn) und Galati (Rumänien) jeweils mit 3:0 durch. Zuspieler bei den Polen ist seit Jahren Deutschlands Kapitän Lukas Kampa. Im anderen Pool der 2. Qualifikationsrunde buchte Trentino Itas/Italien das Ticket für die Gruppenphase.

Der frühere LüneHüne Ryan Sclater hat mit Montpellier UC das Achtelfinale im CEV-Cup erreicht, steuerte im Rückspiel des 16tel-Finals bei Mladost Zagreb starke 23 Punkte zum 3:1-Erfolg bei. Das Hinspiel ging kampflos an die Franzosen.