Außenangreifer Konrad Thole versucht gerade in einer intensiven Reha-Phase wieder fit zu werden

Konrad Thole vor dem Neuanfang

Keine Vertragsverlängerung für verletzten Youngster

Das Quartett im Außenangriff der SVG Lüneburg bekommt in der neuen Saison ein fast komplett neues Aussehen. Nach Will Craft und – wie gerade berichtet – Viktor Lindberg wird auch Konrad Thole nicht mehr dem Kader 2021/22 angehören. Somit bleibt auf dieser Position nun nur Jordan Ewert aus der vergangenen Spielzeit übrig.

Youngster Konrad Thole (21) war – vom VC Olympia Hamburg gekommen – seit 2017 bei der SVG, zunächst eine Saison in der 2. Mannschaft (3. Liga), dann im Bundesligakader mit zunehmenden Einsatzzeiten. Im Sommer 2020 schaffte der 2,12-m-Schlaks es nach ständiger Verbesserung sogar zum Lehrgang der Nationalmannschaft zusammen mit Florian Krage. Während dieser aber in zwei Testspielen gegen Polen auch sein Länderspieldebüt feierte, blieb Thole in beiden Matches auf der Bank.

Nach gutem Saisonbeginn schon lange auf der Ausfallliste

Dennoch kehrte der Leuphana-Student mit großem Selbstvertrauen zu den LüneHünen zurück, zumal er beim Verband ein Kandidat für den Neuaufbau der Auswahl blieb und zum Jahresanfang weiter auf einer Longlist stand. Und bei der SVG bekam Thole anfangs der abgelaufenen Saison auch mehr Spielzeit als je zuvor. Doch immer mehr behinderten ihn Rücken- und Hüft-Probleme, die schließlich im vorzeitigen persönlichen Saisonende gipfelten. Die Ärzte verordneten erst absolute Schonung, dann Krankengymnastik und Reha-Maßnahmen. Am 17. Januar stand er zum letzten Mal auf dem Feld, sein 34. Pflichtspiel-Einsatz für die SVG.

Da weiterhin ungewiss ist, wann der Rechtshänder wieder spielfähig ist, haben Verein und Spieler vereinbart, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, zumal Thole nach der langen Pause auch lange brauchen wird, um sein altes Leistungsniveau zu erreichen. Und die SVG, die in der vergangenen Rückrunde schon personell gebeutelt war, möchte nicht mit neuen Sorgen die Saison beginnen, sondern sich auf dieser Position anderweitig noch verstärken. Vielversprechende Verhandlungen laufen bereits. Thole unterzieht sich aktuell einer intensiven Reha-Phase und hofft, seine Karriere anderen Orts erfolgreich fortsetzen zu können.

NEWS AUS DER LIGA

Bühl gibt auf: Kein neuer Lizenzantrag

Ganz bittere Pille für die Volleyball-Bundesliga der Männer: Nach dem TV Rottenburg im letzten Sommer ziehen sich nun die Bisons Bühl Corona bedingt zurück. Der Playoff-Viertelfinalist der letzten Saison, der die Hauptrunde als 8. abgeschlossen hatte, stellt keinen Lizenzantrag mehr.

Nachdem der Verein schon durch die vergangene Corona-Saison nur durch erhebliche Einsparmaßnahmen kam, z.B. durch einen abgespeckten und mit Youngstern aufgefüllten Kader, stelle sich nun „die Situation noch schlechter dar als im Vorjahr“, heißt es in der Begründung. Weitere Sponsoren seien abgesprungen, Ersatz wurde nicht gefunden. Die Kosten dagegen würden steigen und es gäbe noch zu viele Fragezeichen im künftigen wirtschaftlichen Budget, wie z.B. ob es wieder Ticket-Einnahmen gibt. „Es wäre unseriös, unter diesen Umständen eine Lizenz zu beantragen“, so Achim Kammerer, Geschäftsführender Gesellschafter. Denn eventuell könnte dann die Insolvenz während der nächsten Saison drohen.

Am Kader wollten die Badener nicht weitere Einsparungen vornehmen: „Der Spielbetrieb macht nur Sinn, wenn wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufs Feld stellen können.“ Somit enden 12 Jahre Bundesliga mit auch zwei Teilnahmen am Pokalfinale (2016, 2018) und anfangs sogar Europacup-Starts.

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Personalien:

Die Zukunft von Außenangreifer Viktor Lindberg ist geklärt: Der Schwede wechselt zu den United Volleys Frankfurt und damit zu seinem Ex-Trainer Christophe Achten, der ihn vor seiner SVG-Zeit in der finnischen Liga bei Raision Loimu unter seinen Fittichen hatte.

Diese Nachricht freut auch viele Fans der SVG Lüneburg: Ex-LüneHüne Cody Kessel hat seinen Vertrag bei den Berlin Volleys verlängert, bleibt ein drittes Jahr in der Hauptstadt.

Der kanadische Außenangreifer Jori Mantha hat seinen Vertrag bei den WWK Volleys Herrsching um ein Jahr verlängert.

Einen neuen Coach haben die Netzhoppers KW-Bestensee gefunden. Nachfolger von Christophe Achten (nach Frankfurt) wird der Pole Tomasz Wasilkowski, der einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieb. In der Bundesliga ist er aber kein Neuling durch seine Arbeit als Co-Trainer bei den Berlin Volleys 2018/19. Zuletzt war der 37-Jährige, der auch schon verschiedene Anstellungen als Chefcoach hatte, Co-Trainer von Arago de Sète in der 1.Liga Frankreichs.

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