Richard Peemüller (links) gehörte zuletzt zu den fleißigsten Punktesammlern der SVG Lüneburg

Nachlegen ist die Devise

Energieschub zu mehr nutzen

Zwei 3:0-Siege beflügeln jetzt gegen Herrsching

Der Start ins Jahr 2021 hätte besser nicht sein können, nachlegen heißt aber nun das Gebot der Stunde für die SVG Lüneburg, um die verbuchten sechs Punkte noch weiter zu veredeln. Denn mit den WWK Volleys Herrsching kommt am Sonnabend (19 Uhr, Live-Stream auf sporttotal.tv) ein direkter Rivale im Ringen um die Playoff-Plätze – ein Kampf, der sich in der Volleyball-Bundesliga spätestens am vergangenen Wochenende noch einmal richtig zugespitzt hat.

Ganz vorne in der Tabelle beginnen sich nun langsam Friedrichshafen und die Berlin Volleys, aber auch Düren, ein wenig abzusetzen. Dahinter jedoch herrscht ein Gerangel wie selten. Den Vierten und den Neunten auf dem ersten Nicht-Playoff-Platz trennen gerade einmal vier Punkte, das wird bis zum Ende der Hauptrunde am 6. März noch ein Hauen und Stechen geben. Und dabei kommt es dann vielleicht sogar auf das Satzverhältnis an. Nicht von ungefähr bilanzierte Bernd Schlesinger, der Sportliche Leiter der SVG, zufrieden: „Wir wollten die Reset-Taste drücken, das ist uns gut gelungen. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – und eigentlich waren das ja schon fast 7 Punkte.“ Denn zwei glatte 3:0-Erfolge sorgten für ein nun positives Satzverhältnis (21:20).

Hinter Platz drei ballt sich das Feld

In das Wochenende war die SVG als Neunte gegangen, seit Sonntagabend steht Platz 7 mit Tuchfühlung zum Vierten zu Buche. Der jetzige Gegner Herrsching ist Sechster mit nur einem Zähler mehr, es kann also bei einer erfolgreichen Heimpremiere in diesem Jahr gleich noch weiter hoch gehen. „Aber man kann nach zwei Niederlagen auch wieder Neunter sein“, wendet Chefcoach Stefan Hübner ein, der an solche Rechenspiele ebenso keinen Gedanken verschwendet wie an den Hinweis, dass es aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen gibt. „Es ist egal, gegen wen es geht, wir wollen den Energieschub nach dem letzten Wochenende nutzen, um uns weiter zu stabilisieren und konstant solche Leistungen abrufen zu können.“

Dennoch: Das Match in Herrsching war schon etwas Besonderes – besonders schlecht. Bei der 0:3-Abfuhr ließen die LüneHünen über weite Strecken den gewohnten Spirit vermissen, fügten sich zwei Sätze lang (17:25, 17:25) mit hängenden Köpfen in die sich anbahnende Pleite und wehrten sich erst in Durchgang drei (31:33). Ein Saison-Tiefpunkt, den Hübner damals verärgert so kommentierte: „Das ist nicht der Volleyball, den wir spielen wollen. Man kann verlieren, aber nicht so.“ Heute kann man sagen: Lektion gelernt, so ein blutleerer Auftritt blieb die Ausnahme.

Und nun scheint die SVG tatsächlich auf dem Weg, die insgesamt holprige Hinrunde vergessen zu lassen. Die Fortschritte waren zuletzt unverkennbar. Geblieben ist allerdings das Verletzungspech. Das will die SVG einfach nicht loslassen. Nach Dalton Solbrig, der zuletzt schon geschont wurde, hat nun auch Konrad Thole mit seinen Hüftproblemen einen Rückschlag erlitten und zwischendurch Ruhe verordnet bekommen. Gegen VCO Berlin bekam der lange Außenangreifer ja mal wieder viel Einsatzzeit, fand nach einigen verschlagenen Angriffsbällen noch gut ins Spiel (11 Punkte, darunter 3 Blocks) und war auch stabil in der Annahme.

Auffällig gegen VCO übrigens auch, wie Richard Peemüller seine anfangs schlechte Aufschlagquote (5 Versuche, 5 Fehler) im dritten Satz noch abhakte und plötzlich sogar zwei Asse raushaute. „An dem Thema sind wir mit ihm gerade verstärkt dran, technisch und psychisch“, berichtet Hübner aus der Trainingsarbeit und lobt den Diagonalangreifer: „Er lernt stetig dazu, im Block und in der Abwehr, die zwei anderen Baustellen zu Saisonbeginn, hat er sich schon um einiges verbessert.“ Im Hinspiel gegen Herrsching war „Richie“ übrigens der mit Abstand beste SVG-Scorer (21 Punkte).

Starke Blockspieler hüben und drüben

Damals wurde die SVG auch ein wenig mit den eigenen Waffen geschlagen, war der Gegner – was sonst selten vorkommt – stärker im Block (9:4 Punkte). Denn auch Herrsching verfügt mit Dorde Ilic und Luuc van der Ent über ein Duo, das wie Michel Schlien und Florian Krage unter den Top 5 der punktbesten Blocker steht. Und bemerkenswert, weil für ein Drei-Satz-Spiel nicht alltäglich, war auch die Tatsache, dass bei den Bayern gleich vier Spieler auf eine zweistellige Punkteausbeute kamen. Topscorer Jalen Penrose fehlte da sogar ebenso verletzt wie Jannik Pörner bei der SVG.

Pörner war ja vor Wochenfrist gegen KW erstmals wieder nach seinem Bänderriss dauerhaft auf dem Feld, hatte eine Angriffsquote von nur 25 Prozent, sorgte aber mit seinem Aufschlag für viel Druck (15 Versuche, kein Fehler), holte viele Bälle in der Feldabwehr und „hatte insgesamt eine sehr gute Ausstrahlung“, so Hübner. So galt wie bei Thole und Peemüller auch hier, wie der Coach generell befand: „Wichtig ist immer, positiv und geduldig zu bleiben. Dann kann man auch aus einem Tief herausfinden, wenn der Rest der Mannschaft funktioniert.“

Ein gutes Service, in dem es gegen KW insgesamt nur neun Fehler gab, wird die SVG neben der üblichen Block-Qualität auch jetzt wieder benötigen, um Herrsching zu bezwingen. Hinzu kommen muss eine starke Annahme, denn auch im Aufschlag sind die Gäste eine Macht, insbesondere Zuspieler Johannes Tille. Drei klare Niederlagen der Bayern zuletzt sollten jedenfalls nicht täuschen. Sie kamen gegen Berlin, Friedrichshafen und Frankfurt zustande, und die Sätze endeten fast durchweg äußerst knapp. Das wird in der Gellersenhölle also ein heißes Match.

NEWS AUS DER LIGA

Einen längeren Ausfall ihres besten Scorers beklagen die Bisons Bühl: Der Argentinier Tomás López hat sich im Training einen Bruch des Mittelfußknochens zugezogen. Der Außenangreifer ist Fünfter in der Rangliste der Topscorer.

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