
Mit vollem Fokus zu guter Ausgangslage
SVG feiert klaren CEV-Cup-Sieg gegen Poitiers
Das war ein Ausrufezeichen: Nur vier Tage nach dem DVV-Pokaltriumph gegen den VfB Friedrichshafen zeigte sich die SVG schon wieder mit vollem Erfolgsfokus: Das Hinspiel des CEV-Cup-Viertelfinales gegen Alterna SPVB Poitiers gewannen die LüneHünen mit 3:1 (25:23, 25:22, 22:25, 25:14), sorgten so für ein weiteres Highlight auf europäischer Bühne.
Der deutsche Vizemeister hatte sein französisches Pendant vor 2.676 Zuschauern in der LKH Arena fast durchweg im Griff. “Eine absolute Energieleistung gegen einen guten, spielstarken Gegner”, war SVG-Chefcoach Stefan Hübner daher nach 109 Spielminuten angetan.
SVG sorgt früh für Druck
Sein Team legte einen guten Start hin (4:1, 6:4). Die Gäste erhöhten den Druck, kamen heran (8:7, 11:10, 14:13). Doch die LüneHünen fanden immer wieder die richtigen Mittel, um einen Ausgleich zu verhindern – wie Diagonalangreifer Axel Enlund, der auf vollen Touren agierte, beim 15:13 schon seinen fünften Punkt holte und zum Satzende auf starke 73 % Angriffsquote kam (8 aus 11). Es folgten weitere Highlight-Momente: Daniel Gruvaeus riss die Fans mit einem harten Angriff gegen einen Dreierblock mit (16:14), Jackson Howe knallte den Ball aus großer Höhe auf den Boden (17:14) und legte wenig später ein Ass nach. Bis auf fünf Punkte bauten die Hausherren ihre Führung nun aus (21:16). Doch der klare Vorsprung (24:20) schrumpfte in der Crunchtime – nach einem Angriff von Ex-LüneHüne Pearson Eshenko war Poitiers wieder dran (24:23). Den vierten Satzball verwandelte Gruvaeus mit einem Angriff zum Block-Aus.
Im zweiten Satz waren die Gäste deutlicher im Spiel. Ein Block von SVG-Zuspieler Santeri Välimaa (3:1) hatte die Fans schon früh wieder begeistert von den Sitzen gerissen, doch die Partie wurde zum intensiven Schlagabtausch. Beim 6:7 holte Poitiers seine erste Führung des Spiels. Doch die hielt nur kurz. Wenig später hatte Howe nach richtig gutem Zuspiel erneut mit Wucht vollendet (13:10). Eine verlorene Challenge ließ Gästecoach Daniel Lewis emotional mit den Referees diskutieren. Die SVG zeigte sich unbeeindruckt, auch als der Vorsprung zwischenzeitlich verloren ging (18:18, 21:21). In einer sehenswerten Phase beider Teams zeigten die LüneHünen mehr Konsequenz: Ein starker Aufschlag des eingewechselten Axel Larsen, dem ein Hammer-Block von Howe folgte (23:21), ebnete den Weg. Kevin Kobrine traf vor Enlund ins Netz – 25:22, zweiter Satzgewinn für die Hausherren.
Die Intensität des Spiels setzte sich auch im dritten Satz fort. Im engen Schlagabtausch duellierten sich beide Teams der Crunchtime entgegen (4:4, 15:15, 17:17). Dann kam die SVG unter Druck, Dusan Nikolics Ass hatte Wirkung (17:19). Der gut aufgelegte Eshenko baute die Führung aus, die SVG hingegen unterbrach eine Sieben-Punkte-Ausbeute der Gäste nur durch einen Punktgewinn. Trotz Zwei-Punkte-Rückstands blieb die SVG weiter voll im Rennen um den Matchball. Erst ein Aufschlagfehler des eingewechselten Christopher Byam brachte die Gäste entscheidend nach vorn, Ethan Champlins Angriff ins Aus (22:25) besiegelte den Satzgewinn der Gäste.
LüneHünen dominieren den vierten Satz
Im vierten Satz legte die SVG stark los. “Das erinnerte etwas an den fünften Satz in Mannheim”, zog Stefan Hübner eine Parallele zum Pokalfinale. Jetzt zeigte die SVG in allen Bereichen einen starken Auftritt. Starke Angriffe, ein Ass von Gruvaeus und fast schon lässige Angriffe von Champlin sorgten ebenso für eine Sieben-Punkte-Führung (12:5) wie ein Challenge-Gewinn. Die Fans waren da längst wieder in Feier-Stimmung – und das zurecht, sahen sie doch weiter starke Szenen wie den Doppelblock von Välimaa und Young (13:6). Der Vorsprung wuchs weiter (17:8) – zu Peter Schillings “Major Tom” fühlten die Fans sich und ihr Team nun wohl wirklich völlig schwerelos im Volleyball-Raumschiff dahingleiten.
Gäste-Coach Lewis probierte es noch mit Challenges, doch obwohl er im Spielverlauf sein Kontingent ausschöpfte, blieb er ohne Positiv-Feedback von Challenge-Referee Lemonia Moula. Die SVG zog nun zielstrebig durch: Champlin punktete mit Wucht zum Block-Aus (21:11), Välimaa steuerte einen Angriffspunkt bei, Enlund baute seine starke Quote weiter aus – 24:13. Ein Aufschlagfehler von Simon Gill (25:14) ließ die Fans schließlich jubeln und einen verdienten SVG-Erfolg feiern.
Als MVP wurde Axel Enlund gekürt. Der Schwede war mit 22 Punkten auch Topscorer, kam mit 20 Punkten aus 35 Angriffen (57 %) zudem auf eine starke Quote. Auch Gruvaeus (52 %) und Howe (50 %) holten bei zweistelliger Ausbeute starke Quoten. Bester Scorer der Gäste war Thomas Pujol (20), der die Abwehr der Hausherren mit harten Angriffen immer wieder gefordert hatte.
“Nach dem Highlight vom Wochenende wussten wir vor dem Spiel in der Kabine selbst nicht, wie sich das anfühlt und wo wir stehen”, gab Stefan Hübner einen Einblick in die Rolle als frischgebackener Pokalsieger. “Aber wir haben das Gefühl hingenommen, haben trotzdem klargemacht, dass es eine gute Chance für eine interessante Ausgangspositon ist. Das hat hervorragend geklappt.”
SVG: Young (6), Välimaa (6), Gruvaeus (16), Howe (12), Enlund (22), Champlin (12) – Takahashi; eingewechselt: Larsen, Elser, Byam
Weitere Stimmen zum Spiel:
Pearson Eshenko (Alterna SPVB Poitiers und Ex-LüneHüne): “Wir haben definitiv nicht unser bestes Spiel gezeigt, das ist frustrierend. Aber wir ziehen den Hut vor der SVG, in engen Situation haben sie deutlich cleverer agiert als wir. Das war einfach schwer zu stoppen, egal ob sie ‘in system’ waren oder nicht. Jetzt lecken wir unsere Wunden und wissen: Es ist noch nicht vorbei. Nächste Woche kommen wir stärker zurück. Ich hab’s aber wirklich genossen, wieder in dieser Halle zu spielen. Ich glaube wirklich, das ist die beste Halle für Volleyball in Europa! Es war großartig, strahlende Gesichter der Fans zu sehen. Es war nicht das Ergebnis, das ich wollte – aber trotzdem toll, wieder hier gewesen zu sein! Nächste Woche wird es sicher ähnlich, aber dann zu unseren Gunsten.”
Axel Enlund (MVP, SVG Lüneburg): “Wir hatten einiges an Selbstvertrauen aus dem Pokalfinale. Wir wollten das beibehalten, mit Selbstbewusstsein auftreten. Poitiers hatte heute eine schwere Zeit, wir haben gut gespielt. Wir hoffen, dass wir diesen Schwung beibehalten und bis in die Playoffs mitnehmen können. Wir sind happy. Wir wollen unsere Europa-Reise fortsetzen, das müssen wir in jedem Spiel unter Beweis stellen – und das haben wir heute getan. ”
(gm)
Fotos vom Spiel












Fotos: SVG/Anton Höfel