
Mit Schlaghärte und Volleyball-Erfolg im Blut
Neuer Außenangreifer Reeve Gingera ist auf den Spuren seines Vaters
Reeve Gingera wird einer der neuen Außenangreifer der SVG Lüneburg. Der 21-Jährige, geboren in Calgary, kommt von den “Thunderbirds” der University of British Columbia (UBC) in seiner kanadischen Heimat. Er erhält bei der SVG einen Einjahresvertrag mit der Option auf eine längere Vertragslaufzeit.
“Reeve ist jemand mit viel Potenzial, hat in Kanada eine gute Saison gespielt. Er hat eine unheimlich gute Schulter und große Hände – das hört man förmlich in der Halle”, ist Chefcoach Stefan Hübner von der Schlagqualität des Zugangs überzeugt. “Wir holen gern athletische Leute.”
Vater Randy gab die Volleyball-Leidenschaft weiter
Für den 1,95-Meter-Mann, der bei den Thunderbirds zuvor auch als Diagonalangreifer spielte, gibt es im SVG-Team 2026/27 ein Wiedersehen mit Anselm Rein. Beide standen sich im März im Finale der kanadischen College-Meisterschaft gegenüber – Gingera musste sich mit dem UBC-Team 2:3 geschlagen geben. Dennoch war er einer der prägenden Akteure, holte als bester Scorer seines Teams 15 Punkte.
“Ich bin ein relativ fokussierter Spieler”, schätzt sich Gingera ein, “sicher nicht einer der exzentrischen Typen. Aber wenn es drauf ankommt, will ich alles reinwerfen, um den Teamkollegen zu helfen. Denn darum geht’s ja im Sport.”
In den vergangenen Jahren sammelte der junge Außenangreifer bereits einige Karriere-Highlights und Ehrungen. 2023 spielte er für Kanada bei der U21-WM und wurde in die Auswahlen der “Canada West”-Jahrgangsbesten nominiert. Mit Kanada holte Gingera 2023 und 2024 Silber beim Sechs-Nationen-Turnier Nord- und Mittelamerikas (NORCECA), gehörte außerdem zum Team Canada Nextgen, in dem die ambitioniertesten Nachwuchsspieler des Landes zu Top-Athleten geformt werden sollen.
Gingera hat übrigens Volleyball auf hohem Niveau im Blut. “Ich habe schon gegen seinen Vater gespielt, als er in der kanadischen Nationalmannschaft war”, erinnert sich Stefan Hübner an Randy Gingera. Der spielte als Profi unter anderem in Belgien, Japan und Frankreich, war mit Kanada Olympia-Teilnehmer 1992 und acht Jahre Teil des Nationalteams. “Er war ein athletischer Typ – das hat Reeve von ihm abgekriegt”, sieht Hübner Parallelen.
“Volleyball war immer Teil meiner Familie. Mein Vater und wie sehr er mich inspiriert hat, Volleyball zu spielen, ist einer der größten Gründe für meine Entwicklung”, betont Gingera den deutlichen Bezug. “Er war mein Vorbild, mein Trainer. Was ich von ihm gelernt habe: Die Chancen sind da, man muss sie ergreifen! Nicht jeder schafft es, ein professioneller Volleyballer zu werden – er hat mir gezeigt, wie man Besonderes erreichen kann.”

Inzwischen wandelt Reeve auf den Spuren seines Vaters, schaffte es – wie schon Randy Gingera von 1987 bis 1989 – 2024 in die Auswahl der Team Canada West All-Stars, übrigens gemeinsam mit Anselm Rein und Christopher Byam. In der abgelaufenen Saison standen Gingera und Rein gemeinsam im Auswahlteam der höchsten Kategorie (“1st”).
Elser, Byam und die jüngsten Erfolge waren die SVG-Botschafter
Einen SVG-Bezug hatte Gingera – wie andere – schon im direkten Umfeld. “Wir haben einen engen Draht zur Elser-Familie. Jesse hat schon nach seinem ersten Jahr in Lüneburg viele großartige Dinge erzählt und gesagt: “Wenn Du die Chance kriegst, dort zu spielen, wäre es die falsche Entscheidung, es nicht zu machen. Also wenn Jesse mich nicht angelogen hat, wird es eine großartige Saison”, ist Gingera augenzwinkernd überzeugt.
Zumal Elser nicht der einzige SVG-Botschafter war: “Ich habe auch Turniere mit Christopher Byam gespielt – auch er hat vieles im Klub, dem Staff und dem gesamten Erlebnis drumherum hervorgehoben. Dazu kommt der Erfolg, den der Klub hatte – das alles macht es sehr attraktiv.” Die Unterstützung der Fans beeindruckte den 21-Jährigen ebenfalls: “Ich habe das beim Spiel gegen Piacenza schon gesehen. Das sieht wirklich aus wie eine ganz besondere Umgebung. Es wird eine neue Erfahrung für mich, vor so vielen Leuten zu spielen, die da wirklich voll dahinter stehen.”
An der Universität von British Columbia absolvierte Gingera ein Studium in den Bereichen Kunst und Business. “Ich habe viele Interessen, wollte mir einfach möglichst viele Optionen offen halten”, begründet er die Wahl.
Neben Volleyballkarriere und Studium ist Reeve Gingera auch als Model und Schauspieler tätig, war etwa jüngst für einen Auftrag in Italien. “Es ist natürlich cool, für so einen Job zu reisen. Meine Schwester hat da schon großartige Erfahrungen gemacht”, blickt er auf Scarlett Gingera, die als Model erfolgreich ist und während der Uni-Laufbahn bis 2025 ebenfalls Volleyball spielte, es unter anderem bis in die U20-Auswahl und das Academic-All-Canadian-Team schaffte.
(gm, Fotos: UBC Thunderbirds)