
Ein starker Scorer mit viel Athletik
Diagonalangreifer Lovis Homberger wird ein LüneHüne
Lovis Homberger wird als Nachfolger von Christopher Byam neuer Diagonalangreifer der SVG Lüneburg an der Seite von Axel Enlund. Der 22-Jährige spielte zuletzt drei Jahre für den Ligakonkurrenten Energiequelle Netzhoppers KW. Bei der SVG erhält er einen Zweijahresvertrag.
“Lovis hat Schlaghärte und Höhe, bringt Physis und eine unheimliche Athletik mit”, ist Chefcoach Stefan Hübner vom Zugang überzeugt. “Er hat ein spannendes athletisches Potenzial – und man sieht, dass da noch mehr drin steckt. Wir setzen darauf, dass er sich in unserem Umfeld stabilisiert.” Zudem ist Hübner gespannt auf das Zusammenspiel der DVV-Akteure im SVG-Team 2026/27: “Es wird auch mit Anselm Rein gut passen. Wir haben gern physische Leute in der Halle.”
Im Scorer-Ranking weit vorn
Der 2,04 Meter große gebürtige Kölner war als bester Scorer eine wichtige Stütze im Angriffsspiel der Netzhoppers. Im Liga-Scorer-Ranking war Homberger nach der Hauptrunde viertbester Akteur. “Er hat eine sehr gute Saison gespielt”, betont Hübner. Im vergangenen Sommer war Homberger nach einem Positions-Intermezzo im Außenangriff (2024/25) auf die Diagonalposition zurückgekehrt.
“Ich habe die ganze Saison durchgespielt, bin verletzungsfrei geblieben, alles hat gut geklappt”, fällt auch Hombergers Fazit der abgelaufenen Spielzeit positiv aus. “Das war jetzt auch das Sprungbrett für diesen Wechsel. Ich habe mir diesen Schritt erarbeitet. Wie groß er wird, weiß ich noch nicht”, ist auch der 22-Jährige auf die SVG gespannt. “Es gibt auf jeden Fall viel Professionalität um den Klub herum, auch im Training, dem Krafttraining, …”
Dem Neuzugang ist auch das Positionsduell mit Axel Enlund bewusst – der junge Schwede hatte in der vergangenen Saison auf Anhieb überzeugt. “Ich freue mich darauf und denke, dass uns das beiden gut tut. Ich will alles aufsaugen, so viel mitnehmen, wie es geht – und meine Chance nutzen, wenn ich sie bekomme.”
Mit seiner Entwicklung hatte sich Lovis Homberger nicht nur bei den Netzhoppers etabliert. Auch in den DVV-Kader rückte er. 2025 bestritt er mit dem U23-Team Spiele bei den FISU Games (Universiade, die Weltspiele der Studenten), unter anderem mit dem bisherigen LüneHünen Joscha Kunstmann und dem Neu-Lüneburger Anselm Rein. In diesem Jahr gehört er erneut zur 30er-Longlist, die sich auf die Volleyball Nations League (VNL) und die EM vorbereitet.

Geschult im starken Friedrichshafen-Jahrgang
Schon früh war Homberger ein Spieler mit Potenzial. Im Nachwuchs spielte er bei der FT 1844 Freiburg, nahm mit den Badenern an Deutschen Meisterschaften teil – und wurde schon mit 14 Jahren ins Jugendnationalteam nominiert. Mit 16 Jahren ging es zum Bundesstützpunkt nach Friedrichshafen, wo er mit den YoungStars in der 2. Bundesliga spielte – in einem Jahrgang, der zahlreiche weitere Bundesliga-Spieler hervorgebrachte, wie etwa Simon Kohn (VfB Friedrichshafen), Anton Jung (FT Freiburg), Linus Engelmann (Giesen, Netzhoppers) und Fabian Hosch (Freiburg).
Mit Carl Möller bildete Homberger besonders lange ein Volleyball-Doppel. Seit 2020 spielten sie gemeinsam für die YoungStars, den VCO Berlin und die Netzhoppers. Jetzt trennen sich die Wege: Homberger wechselt nach Lüneburg, Möller nach Giesen. “Ich freue mich, dass Carl den Platz bei den Grizzlys gefunden hat – und freue mich schon tierisch darauf, gegen ihn zu spielen”, schickt der Rechtshänder augenzwinkernd eine erste Duell-Ansage ins südliche Niedersachsen.
In seine Karriere und den Alltag als Profi gibt Lovis Homberger auch Einblick in regelmäßigen Videos bei Youtube. “Es macht mir einfach Spaß, ist auch so eine Art Tagebuch für mich”, sagt der Diagonalangreifer. “Das Feedback ist sehr positiv. Cool, dass Volleyball so Anklang findet und es die Leute interessiert.” Auch sein künftiger Coach begrüßt das Hobby: “Es ist gut, wenn jemand Kreativität und andere Interessen mitbringt”, findet Stefan Hübner.
Das gilt sicher auch für ein weiteres Homberger-Interesse: Musik. Mit dem früheren Netzhoppers-Teamkollegen Leo Bernsmann ist er unter dem Label “BoysDoCry” aktiv, hat mehrere Songs auf den gängigen Musik-Plattformen veröffentlicht. “Wir haben das Hobby entdeckt, als wir zusammengewohnt haben. Es hat einfach Spaß gemacht. Was da noch kommt, kann ich nicht sagen – aber das wird nicht völlig untergehen.”
(gm, Fotos: VBL/Schneider, SVG/Höfel)