
Mit hartem Schlag und Europa-Gen
US-Außenangreifer Sebastiano Sani wird ein LüneHüne
Sebastiano Sani wird einer der neuen Außenangreifer im SVG-Team 2026/27. Der 20-jährige kommt vom Team der University of California aus San Diego (UCSD). Bei der SVG erhält er einen Einjahresvertrag.
Der 2,03 Meter große Außenangreifer aus Bethesda (Maryland), gelegen nördlich von Washington D. C., hatte zunächst seit 2023 bis 2025 für die Universität Long Beach in Kalifornien gespielt, mit dem Team 2025 den nationalen College-Titel (NCAA) geholt. In der vergangenen Saison unterlag er mit San Diego im Halbfinale der Staffel Big West dem späteren NCAA-Champion Hawaii, holte anschließend Bronze.
Sani war in der Spielzeit einer der prägenden Akteure seiner UCSD-“Tritons”, wurde in die All-Star-Auswahlen der Big-West-Staffel (First Team) sowie des All-American-Teams (AVCA Second Team) gewählt. In fünf Statistik-Rankings gehört er zudem zu den Top 50 der USA. In der UCSD-Teamwertung stand er klar vorn, war erfolgreichster Akteur mit der besten Gesamtbilanz in Angriffen, Assen und Annahmen – am Saisonende waren es 129 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten. “Ich mag es, Punkte zu machen. Ich habe viel Kraft in den Armen, kann hart schlagen”, beschreibt Sani seine Stärken.
In Piacenza fürs Europa-Niveau trainiert
“Er ist groß, hat eine gute Athletik, eine gute Schulter und einen guten Aufschlag”, sieht Chefcoach Stefan Hübner Faktoren, die überzeugen. Er weiß: “Sebastiano hatte es im College schwerer als andere, musste viele Vorlagen mit mäßiger Qualität verwerten. Aber als er in Piacenza mittrainiert hat, sah das sehr spannend aus.”
Piacenza? Sani hatte im September 2025 mehrere Wochen beim späteren CEV-Cup-Finalgegner der SVG mittrainert, dort einen guten Eindruck hinterlassen. Zwei der Gründe für dieses Italien-Intermezzo liefert die Herkunft der Familie: Seine Mutter Amy Verhoeven war selbst Profi-Volleyballerin, spielte in Frankreich. Vater Stefano ist Italiener. “Er war in Trento in der Halle, als ich dort gespielt habe”, erinnert sich Stefan Hübner an seine Karrierestation (2003-2005) im Geburtsort von Sani Junior.
Sebastianos drei Jahre älterer Bruder Francesco ist ebenfalls Volleyball-Profi, spielte für die Irvine-Universität und seit 2023 für den italienischen SuperLega-Klub und Playoff-Halbfinalisten Rana Verona. “Vielleicht treffe ich ja in der Champions League auf ihn”, hofft Sani auf familiäres Losglück.

Dass die SVG erneut international vertreten ist, war für ihn ein wichtiger Faktor. “Champions League ist einfach beeindruckend. Mein Bruder spielt ja auch in europäischen Wettbewerben – die Atmosphäre ist super. Und was ich so von der SVG gesehen habe: Es gibt eine Menge Support von den Fans, die Halle ist voll und laut.”
Weitere Überzeugungsarbeit in Sachen SVG leistete Ex-LüneHüne Simon Torwie, mit dem Sani 2023/24 in Long Beach gespielt hatte. “Ich habe mit ihm telefoniert, er hat nur Gutes erzählt. Daher hoffe ich auf eine großartige Saison, kann es jetzt schon kaum erwarten. Der Umgang miteinander sieht sehr freundschaftlich aus, alle wollen Spaß haben und guten Volleyball spielen.” Sein Ziel mit den LüneHünen? “Zu gewinnen! Wir können den Schritt machen, um Gold zu holen. Allgemein hoffe ich auf eine gute Saison, will dem Team helfen, so gut ich kann.”
Mit dem Bruder “über Kreuz”
Neben dem Training in Italien bringt Sani weitere internationale Erfahrung mit: Mit den U19- und U21-Nationalteams der USA holte er beim hochkarätigen Pan-American-Cup Gold, 2025 war er Teil des Gold-Teams beim NORCECA-Turnier mit Teams aus Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik. Dort wurde er auch als Turnier-MVP gekürt. Im gleichen Jahr holte er mit den USA Bronze bei der U21-EM.
Kurios: Während Bruder Francesco in den USA geboren wurde, nach einem Wechsel der Staatsbürgerschaft aber seit 2025 italienischer Nationalspieler ist und schon WM und VNL spielte, wurde Sebastiano in Italien geboren und spielt für die US-Teams. Sein Ziel: es ins A-Team zu schaffen. Im Fokus von Karch Kiraly ist er jedenfalls schon: Der Nationalcoach berief Sani 2025 ins junge Team für das NORCECA-Turnier und machte ihn zum Kapitän.
Nach dem Abschluss des Studiums in “International Business” legt Sani jetzt den vollen Fokus auf die Volleyball-Karriere. “Mit dem Abschluss kann ich etwas anfangen, wenn meine Karriere vorbei ist. Jetzt ist mein erstes Ziel, ins Senior-Nationalteam zu kommen. Und Lüneburg ist der beste Ort dafür”, ist er überzeugt.
Coach Hübner ist gespannt, wie sich Sani im Wettbewerb auf der Außenposition behauptet: “Er ist ein anderer Typ als Daniel”, blickt er auf Daniel Gruvaeus, der als einziger Außenangreifer des Teams 2025/26 in Lüneburg bleibt. “Das wird ein offener Wettkampf. Wir werden sehen, wie das am besten funktioniert.” Auf das andere Niveau ist Sani jedenfalls eingestellt: “Mein Bruder hat mir schon gesagt, dass die europäischen Ligen im Vergleich zum College viel mehr fordern. Ich werde hart arbeiten, um mit dem Team gute Ergebnisse zu holen.”
(gm, Fotos: UCSD/Derrick Tuskan, Jeff Akins)
