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Patrick Rogers kann Spiele entscheiden 

Außenangreifer beeindruckt mit starker Entwicklung

Patrick Rogers besetzt die letzte noch offene Position im SVG-Kader 2026/27. Der 21-jährige Außenangreifer kommt vom Team der Ball State University im US-Bundesstaat Indiana. Bei der SVG erhält er einen Zweijahresvertrag.

“Patrick ist ein spielstarker Typ, hat viel Länge im Angriff. Er bringt eine solide Annahme mit, ist auch in allen anderen Elementen gut – er ist ein sehr kompletter Spieler”, ist Chefcoach Stefan Hübner überzeugt. “Er hatte bereits viel Verantwortung, hat wichtige Bälle gemacht und schon große Spiele auf College-Turnieren gespielt. Ich hoffe, dass er sich zu einem Leistungsträger entwickeln kann.”

Auch der zwei Meter große Neuzugang ist voller Vorfreude auf den Schritt zum amtierenden Pokalsieger. “Ich habe nur Gutes gehört, kann es kaum erwarten, mit solchen hochkarätigen Spielern zu spielen.” Bundesliga-Input lieferte unter anderem der bisherige Teamkollege Daniel Günther (2022 bis 2025 Mittelblocker beim TSV Haching München). “Er hat mir gesagt, dass der Coach wirklich überragend ist. Die SVG ist sicher das beste Team, das ich finden konnte.” Auch von Nationalcoach Karch Kiraly, der sich im Januar selbst einen Eindruck von SVG und LKH Arena verschaffte, gab’s hilfreiche Tipps. “Wir haben telefoniert und er hat mir gesagt, das wäre der beste Ort. Und zu Karch kann man einfach nicht Nein sagen”, sagt Rogers augenzwinkernd.

Mit den “Cardinals” der Ball State schaffte es Rogers im Mai bis ins Halbfinale des nationalen College-Turniers NCAA (1:3 gegen UC Irvine), war dort Topscorer. Für diesen Einzug ins bedeutendste Spiel der Uni-Geschichte seit 34 Jahren hatte er selbst den Grundstein gelegt: Mit zwei Assen am Ende des Tiebreaks gegen Pepperdine (16:14) sicherte er als Kapitän zuvor seinem Team den Einzug ins Final-Four-Turnier der NCAA.

2026 sammelte er Ehrungen und Rekorde

Schon beim Titelgewinn in der Midwest-Staffel (MIVA) hatte Rogers dem Finalspiel mit sechs Assen seinen Stempel aufgedrückt. Damit nicht genug: Der Topscorer des Turniers wurde als MIVA-MVP 2025/26 gekürt und erhielt die Auszeichnung als MIVA-”Player of the year”, unter anderem als Sechster im US-weiten Ranking nach der Hauptrunde. Zudem wurde er in die All-American-Auswahl des Trainer-Verbandes AVCA gewählt. Bereits im Februar hatte er die 1000-Punkte-Marke der Karriere im Angriffspunkte-Ranking überschritten, im Saisonverlauf immer wieder mit starken Spielbilanzen überzeugt.

Damit nicht genug an Anerkennung: Vor zwei Wochen erhielt Rogers zudem den Karch-Kiraly-Award als bester Außenangreifer der NCAA. Vom Voting-Komittee aus Trainern und Sportredakteuren gab’s 33 Stimmen – ein klarer Vorsprung vor dem zweitplatzierten Sean Kelly (UCLA, 14 Stimmen).

Nach der erfolgreichen Saison gab’s auch positives Feedback aus dem Umfeld. “Player of the year on the team of the year”, schrieb etwa ein Fan bei Instagram. Das Feedback freut Rogers, aber er macht auch klar: “Man muss dafür Leistung bringen. Das gilt auch in Lüneburg. Aber ich freue mich darauf, mein Können dort unter Beweis zu stellen. Ich will jeden Tag besser werden.” Stadt und SVG haben jedenfalls schon überzeugt: “Das Team hat alle Mittel, um großartig zu sein. Die Stadt sieht toll aus. Und was ich von der Stimmung in der Arena gesehen habe … wow. Meine Eltern haben schon gesagt: ‘Da müssen wir hinfliegen!’. Ich freue mich riesig drauf, für alle diese Leute in der Halle zu spielen!”

Dass er viel Führungsqualität mitbringt, ist für Rogers nicht zentral. “Kapitän ist nur ein Name, ein Titel – jeder kann in seiner Rolle vorangehen”, ist er überzeugt. Als Spielertyp geht er aber gern voran: “Ich liebe es, emotional zu sein, bringe gern positive Energie ins Team. Das hat bisher gut funktioniert.”

Spannendes Neu-SVG-Duo mit US-Auswahlkollege Sani

Die Ball State University ist eine staatliche Universität und gilt als Volleyball-“Powerhouse” im Mittleren Westen. Vorher hatte Rogers für die St. Francis University (Pennsylvania), näher an seiner Heimat in Rutherford (New Jersey) gelegen, gespielt, sich dort schon mit der Auszeichnung als “NEC Freshman of the Year” im Nordosten Aufmerksamkeit gesichert. Der Wechsel zur Ball State folgte, als St. Francis 2023 sein Volleyball-Programm beendete. Ball-State-Coach Mike Iandolo, der das Team in seiner ersten Saison als Chef zur erfolgreichsten Bilanz seit Jahren führte, war als Zuspieler 2014/15 übrigens Teamkollege von Daniel Gruvaeus bei Falkenbergs VBK.

Rogers überzeugte aber nicht nur auf hohem Uni-Level. Auch in den US-Nationalteams machte er auf sich aufmerksam. 2023 stand er im U21-Team, 2025 in der U23-Auswahl. Mit dem Team holte er im vergangenen Sommer Silber beim Pan-American-Cup, im Oktober folgte Gold beim hochkarätigen NORCECA-Turnier mit Klubs aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Rogers wurde als MVP des Turniers geehrt, holte im Finale zwölf Punkte und verwandelte den Matchball zum dritten US-Turniersieg in Folge.

Mit im Siegerteam: Sebastiano Sani, ein weiterer SVG-Neuzugang in diesem Sommer. “Diese Achse mit Sani ist sehr spannend”, findet auch Stefan Hübner das eingespielte Neu-SVG-Duo interessant – und ist von Rogers’ Entwicklung in den vergangenen Jahren beeindruckt: “Er kam gewissermaßen aus dem Nichts, hat sich das erarbeitet.”

Auch in diesem Sommer hofft Rogers auf Zeit im Kreis der Auswahlkader. “Da dranzubleiben, ist einfach wichtig, um mein Spiel über den Sommer weiter zu verbessern”, betont er. “Nebenbei” hat er auch Qualitäten im Sand: 2024 war er Teil des US-Beachvolleyball-College-Nationalteams.

Ein universelles Sport-Ass, angesteckt von Vorbildern in der Familie

Rogers, der in der Uni das Hauptfach Allgemeine Studien mit dem Nebenfach Sportmanagement und Sportverwaltung absolvierte, hatte im zweiten Highschool-Jahr (vergleichbar mit der 10. Klasse) mit Volleyball angefangen – und war gleichzeitig auch bester Akteur im “Bulldogs”-Basketball-Team. Auch Baseball hatte er ausprobiert – und wurde überall gleich als Ausnahmeathlet erkannt. Immerhin: “Mein Lieblingssport ist definitiv Beach- und Hallenvolleyball”, sagte er schon früh.

Geholfen bei der Volleyballprägung hat sicher das “Vorbild Familie”. Denn auch Rogers’ ältere Schwestern gingen am Netz erfolgreich auf Punktejagd. Jessica holte einen neuen Angriffspunkte-Rekord an der High School (1.178), entschied sich später aber für Basketball (und holte auch dort einen 1000-Punkte-Rekord). Schwester Jenna übertrumpfte sie, baute den Rekord eindrucksvoll aus (1.432 Punkte) – und wurde später eine der besten Hochspringerinnen des Landes. Vor allem das “Peppern” mit den Schwestern im Garten hatte Wirkung. “Ich hab’ sie beide erfolgreich spielen sehen, als ich jünger war – und dachte: Das kann ich auch!”, war der junge Rogers überzeugt. Von den Schwestern gefordert zu werden, prägte seine Entwicklung und gab ihm früh ein Gespür für Pässe, Schläge und Abwehraktionen. Vater Dennis spielte Basketball, Mutter Lori ebenfalls Volleyball.

(gm, Fotos: Ball State/Brayden Goins)