Ein turbulentes Volleyball-Jahr ist für die Männer der SVG 2 nach vielen Hochs und Tiefs zuletzt doch noch belohnt worden. Erschöpft aber glücklich verabschiedet sich die Mannschaft vorerst mit dem Wissen, die gesteckten Ziele erreicht zu haben, in die Sommerpause.

Die Erwartungshaltung war groß, und im Großen und Ganzen lässt sich festhalten, dass sich der LZ-Artikel von Holger Remus vom Saisonstart fast komplett bewahrheitet hat. Die Saison begann äußerst zerfahren. Die völlig neu zusammengewürfelte Mannschaft fand nach den Sommerferien nicht die Zeit, um sich vor Saisonstart zu finden, und die ersten beiden Spiele gingen gehörig in die Binsen. Es stimmte vorne und hinten nichts, die Annahme war katastrophal, Zuspiel und Block wussten sich nicht zu helfen und auf und neben dem Feld herrschte Totentanz. Das Projekt Aufstieg schien sich schon früh zu zerschlagen, obwohl mit Lars Pickbrenner und Sven Tennert zwei gestandene Zweitliga-Angreifer den Kader verstärkten.

Zum Glück folgte nach den Auftaktniederlagen eine längere Spielpause und zwei Heimspiele gegen vier schwächere Gegner, wodurch sich endlich ein Teamgefühl und die Siegermentalität entwickeln konnten, die für die Saison gebraucht wurden.

Mitten in den aufkommenden Optimismus kehrte Zuspieler Ronnie Karohs der Mannschaft den Rücken, sodass die Meisterschaft kurzzeitig in unerreichbare Sphären verschwinden zu schien. Glücklicherweise fand sich mit Heimkehrer Joni Ficht ein hochkarätiger Ersatz, der sich super ins Team einfügte und die Mannschaft direkt zu zwei Tie-Break-Siegen in der Ferne gegen knüppelharte Gegner (Voxtrup und Oldenburg) führte.

Es folgte die Winterpause, und das größte Problem, mit dem sich Trainer Thomas Koch die gesamte Saison über konfrontiert sehen musste, verschlimmerte sich noch: Die Trainingsbeteiligung. Mal standen dort acht mehr oder minder motivierte Spieler, mal 15 in einem Hallendrittel.

Generell ein Problem im höherklassigen „Hobby“-Bereich des Volleyballs, zeigte sich auch bei der SVG 2 ein gewaltiger Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Wurde zu Hause in der gesamten Saison nur ein einziger Satz abgegeben, war das Satzverhältnis auswärts mit 18:14 gerade mal positiv. Natürlich war es dadurch schwer, wirklich Rhythmus ins Spiel zu bekommen. Die Unkonstanz blieb, doch der so oft fehlende Spielfluss konnte im Laufe des Jahres zusehends mehr durch Kampfgeist, Teamleistung und den nötigen Biss und Erfahrung in entscheidenden Spielphasen wett gemacht werden. Die großen Heimspiele gegen die Spitzenteams wurden mit Bravour gemeistert, und auch die Auswärtsspiele konnten zum Großteil erfolgreich gestaltet werden.

Dies war vor allem möglich, weil sich die SVG 2 trotz individueller Klasse mit der Zeit immer weniger als „One Man Show“ verkaufte. Neben dem überragenden Lars Pickbrenner gab es immer wieder auch andere Spieler, die sich durch besonders starke Leistungen auszeichneten. Ludger Wessels in der Feldabwehr, Rico Stender, Marcus Salow und Johannes Metzler mit stabiler Annahme, Joni Ficht und Dominik Mau mit starkem Block oder die im Saisonverlauf immer konstanter und sicherer agierenden Michael Schönen und Phillip Ohnesorge sowie Feuerwehrmann Marco Grande, der es fertig brachte, innerhalb einer Saison vier verschiedene Positionen zu füllen. In jeder Situation fand sich jemand, der Verantwortung übernahm und für entscheidende Punkte sorgte, sodass die Mannschaft unterm Strich Stolz sein kann, verdient die Meisterschaft in der Oberliga geholt zu haben.

Wie es weitergeht, steht allerdings in den Sternen. Beruflich orientieren sich einige zur Zeit neu, einige wollen den erhöhten Aufwand der Regionalliga nicht mitgehen. Auch die Trainerfrage wird sich erneut stellen, da die Statuten eine B-Lizenz erfordern, die Thomas Koch nicht hat. Das Johanneum wird den Hallenanforderungen nicht gerecht, sodass auch hier Handlungsbedarf besteht. Es gibt viel zu klären, aber es bleibt auch genug Zeit, um die Dinge positiv zu gestalten.