Nur die Hälfte des 16er-Kaders bei den Länderspielen gegen Polen ist noch in der Bundesliga aktiv

LüneHünen gefallen im Elitekreis

Trio führt sich bei der Nationalmannschaft gut ein

Die Rückkehr in den Spielbetrieb ist gelungen, sowohl rein sportlich als auch unter den besonderen Bedingungen der Corona-Krise. Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr knapp dreiwöchiges Trainingslager in Kienbaum inklusive Covid-19-Tests und unter Beachtung von Hygienekonzepten ohne besondere Vorkommnisse problemlos absolviert und zum Abschluss mit zwei Testspielen beim Weltmeister Polen den neuen Olympia-Zyklus eingeläutet. Und aus Sicht der SVG Lüneburg war besonders erfreulich: Mittelblocker Florian Krage bekam in beiden Länderspielen viel Spielzeit und Außenangreifer Konrad Thole schaffte es vom ursprünglichen 22er- in den 16er-Kader, wenn er auch auf sein Debüt im Nationaldress noch warten muss.

Krage startet gleich, Thole ohne Einsatzminute

Die beiden LüneHünen waren zwei von insgesamt sechs absoluten Greenhorns ohne Einsatz im A-Team im DVV-Aufgebot, neben ihnen schaffte es noch Zuspieler Johannes Tille (Herrsching) in die Spieltags-Kader – und Krage am ersten Abend sogar in die Starting Six. Und da hatte er zweieinhalb Sätze lang einen überzeugenden Einstand, sammelte je drei Punkte im Block und im Angriff. Ein 25:18 und 25:23 hatten die Deutschen überraschend vorgelegt, beim Stand von 14:10 für Polen in Satz drei begann Bundestrainer Andrea Giani, munter durchzuwechseln.

Die Polen hatten inzwischen seit Beginn des dritten Satzes einige nachrückende, schon hoch dekorierte Youngster aus der PlusLiga ausgetauscht gegen gestandene Weltmeister von 2018 sowie den 2019 eingebürgerten kubanischen Superstar Wilfredo Leon. Dennoch boten die DVV-Mannen um Kapitän Christian Fromm weiter gut Paroli, wenn sie letztlich auch nach der 2:0-Führung noch 2:3 verloren (17:25, 22:25, 10:15 in den weiteren Sätzen).

Auch im zweiten Vergleich, von vornherein über vier Sätze vereinbart, zog das Team mit dem Ex-LüneHünen Anton Brehme erwartungsgemäß erneut den Kürzeren, war aber beim 1:3 (24:26, 16:25, 21:25, 27:25) drei Sätze lang ein starker Gegner, wenn auch nicht so überzeugend wie tags zuvor. Dieses Mal spielte Krage die Sätze 3 und 4 und kam immerhin auf vier Punkte, alle im Angriff bei einer Quote von 67%. Wie Krage und Thole die Zeit im Kreis der Nationalmannschaft beurteilen, darüber mehr im nächsten Newsletter.

Dervisaj bleibt im Wartestand

Zu Beginn des Lehrgangs gehörte auch SVG-Neuzugang Leon Dervisaj zum Kreis der von Bundestrainer Andrea Giani Auserwählten. Der Zuspieler konnte im Trainingsbetrieb auch überzeugen, zum Aufgebot für die Polen-Spiele gehörte er aber dann aus formalen Gründen nicht – sein Status ist noch nicht endgültig geklärt. Der Zuspieler hat zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, gilt aber noch als Volleyball-Schweizer, weil er im Nachbarland – dem Lebensmittelpunkt seiner Eltern – als Kind mit der Sportart begann. Das Verfahren des Lizenzwechsels läuft noch und soll wohl im August, spätestens September abgeschlossen sein.

„Es ist natürlich schade, dass ich deshalb die Testspiele versäumt habe, aber Kienbaum war trotzdem eine Hammer-Erfahrung für mich. Das war schon ein unglaubliches Level. Außerdem habe ich Florian und Konrad schonmal gut kennenlernen können“, zieht der 23-Jährige Bilanz. „Giani hat mir im Abschluss-Gespräch gesagt, dass er zufrieden mit mir war. Und wenn ich weiter gut arbeite, dann sei ich im nächsten Sommer wieder dabei“, hat er ein gutes Feedback für seinen ersten Auftritt im Kreis der Nationalmannschaft bekommen. „Meine Zeit kommt also noch“, fügt Dervisaj lachend ohne einen Anflug von Enttäuschung an.