
Eine Serie ist gerissen – jetzt muss die andere halten
LüneHünen wollen Finalserie offen halten
Die Finalserie um den Meistertitel hat spätestens nach dem zweiten Spiel an Dynamik gewonnen. Denn vor dem dritten Spiel gegen die Berlin Recycling Volleys am Mittwoch (19 Uhr) geht es aus SVG-Sicht schon um alles oder nichts. “Nichts” wäre zwar nach einer beeindruckenden Saison mit Pokalsieg und CEV-Cup-Finale untertrieben, doch das letzte, oft geäußerte Saisonziel der SVG-Cracks lebt weiter: “Wir wollen das letzte Spiel der Saison gewinnen”, hieß es im Saisonverlauf immer wieder. Heißt: Am Ende oben stehen.
Die Hürde dafür liegt mit dem 0:2-Stand in der Best-of-five-Serie hoch. Zudem ist die Serie gerissen, die die bisherigen Saisonduelle der beiden Topteams geprägt hatte: Stets setzte sich das Auswärtsteam durch – bis zum 1:3 aus SVG-Sicht am vergangenen Samstag. Ein Spiel, in dem mehr drin gewesen wäre. Die Niederlage schmerzt, doch der Blick geht nach vorn. Denn wie und dass es spielerisch drin ist, gegen Berlin zu bestehen, bewiesen die LüneHünen auch am Samstag.
Auch Chefcoach Stefan Hübner hatte “viel Gutes” von seinem Team gesehen, das sich in zwei Sätzen trotz solider Führung nicht belohnen konnte. “Das können wir nicht ändern. Jetzt ist es so, steht 2:0. Was wir kontrollieren können ist, wie wir damit umgehen, wie wir das verarbeiten, wie wir in das Spiel wieder reingehen. Und da bin ich sicher, dass die Mannschaft zuhause auch wieder die Chance sucht, alle Spielphasen noch konstanter zusammenzubringen. Und dann kann es vielleicht noch enger werden.”
Jetzt gilt es, eine andere Serie zu behaupten, die erst am 13. Mai enden soll: Noch nie wurde ein Deutscher Meister in der LKH Arena gekürt. Und trotz der Ausgangslage: Die Lust der SVG und ihrer Fans auf eine Comeback-Story ist groß. Diagonalangreifer Christopher Byam brachte es schon nach dem Spiel am Samstag auf den Punkt: “Wir gehen raus und spielen. Wir wissen, was das jetzt heißt, wir brauchen nicht drumherum reden: Wenn wir verlieren, sind wir raus. Also gehen wir mit der klaren Überzeugung rein, zu gewinnen!”
Mut können den LüneHünen die Erfolgsgeschichten anderer Teams machen. Gleich einen doppelten Beleg für eindrucksvolle Playoff-Comebacks lieferte – ausgerechnet – der Gegner: Die Berlin Recycling Volleys lagen sowohl 2022 als auch 2024 in der Fünfer-Serie gegen Friedrichshafen 0:2 zurück, holten sich am Ende jeweils den Titel. Doch solche Triumphe gibt’s nicht nur “Marke Berlin”. Gleiches gelang beispielsweise auch den Frauen des Dresdner SC (2021 gegen Stuttgart) oder dem Schweizer Klub Schönenwerd (2023 gegen Amriswil).
Klar, dass die Berliner mit einer anderen Absicht an die Ilmenau kommen. “Wir wollen natürlich das Spiel gewinnen. Das Ziel ist die Meisterschaft”, sagt BR-Volleys-Kapitän Ruben Schott. “Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Die Halle ist wieder ausverkauft, sehr laut. Es wird sehr warm sein. Ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir gewinnen wollen, noch besser spielen müssen als in den letzten beiden Spielen.” Dem will die SVG einen Riegel vorschieben – mit vollem Fokus und lautstarker Kulisse. Auf einen Berliner Wunsch, nach einem möglichen vierten Spiel vor eigener Kulisse feiern zu können, sollte auf Lüneburger Seite übrigens niemand hoffen: „Die Saison war lang, wir sind alle heiß darauf, das jetzt in drei Spielen zuzumachen“, sagte Ex-LüneHüne Florian Krage-Brewitz am Samstag im Dyn-Interview.
(gm)
Rund ums Spiel:
Tickets: Mit Ausnahme einzelner Tickets im Funcard-Bereich ist das Spiel bereits ausverkauft.
Starke Youngster: Im Rahmenprogramm werden die U14-, U18- und U20-Juniorenteams der SVG geehrt, die sich jeweils den Nordwest-Titel sicherten und nun zu den Deutschen Meisterschaften fahren. Für die U20-Junioren geht es schon am Wochenende in Saarbrücken um eine gute Platzierung.
Es findet im Anschluss keine Autogrammstunde statt.
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