
Berlin setzt sich die Meisterkrone auf – Silber für die SVG
Leidenschaftliche LüneHünen unterliegen im dritten Final-Spiel 1:3
SVG-Spieler und Stab gaben dem Abend ein Gesicht: Erst enttäuscht, die Meister-Entscheidung nicht noch länger offen gehalten zu haben – aber dann mit viel Stolz auf eine eindrucksvolle Saison. Mit viel Leidenschaft hatten sich die LüneHünen im dritten Spiel der Playoff-Finalserie im Rennen gehalten, mussten sich den Berlin Recycling Volleys dann aber doch 1:3 (19:25, 22:25, 25:22, 12:25) geschlagen geben.
“Man will immer das letzte Spiel gewinnen – das kann nur einer. Man muss Riesen-Respekt vor der Leistung von Berlin haben”, gratulierte SVG-Chefcoach Stefan Hübner dem alten und neuen Meister. “Sie waren super-konstant in der Breite, haben nach einer sehr unruhigen Saison Ruhe ins Team bekommen, stark und stabil gespielt. Ich habe es schon oft gesagt: Berlin ist da erfahren genug, die werden hinten raus sehr stark sein. Das hat sich bestätigt.”
Für die SVG Lüneburg endet damit eine erfolgreiche Saison, die vom Gewinn des DVV-Pokals als erster Titel der Klubgeschichte gekrönt wird. Team und Fans feiern die Saison am Freitag beim Fanfest auf dem Lüneburger Marktplatz – mehr Infos am Ende des Berichts.
Berlin macht Anspruch deutlich
Der Abend hatte mit viel Vorfreude der 3200 Fans in der ausverkauften LKH Arena begonnen. Grund zur Freude hatten jedoch zunächst die Fans der Gäste. Berlin holte sich früh eine Fünf-Punkte-Führung, fand dabei gute Mittel gegen SVG-Aktionen – wie Kapitän Ruben Schott, der den Ball gegen eine gewiefte Aktion von Santeri Välimaa ins Feld drückte (3:6). Die SVG verkürzte den Rückstand (7:10), doch nach Howes Angriff zum 13:17 riss der Kontakt ab. Bis auf 14:20 zogen die Gäste davon, unter anderem mit dem bereits dritten Berliner Ass von Fedor Ivanov. Florian Krage-Brewitz stellte mit einem Angriff zum Abwehr-Aus (19:25) auf 1:0 für die Gäste.
Im zweiten Satz gelang der SVG ein guter Start. Mit viel Druck und guten Aktionen, etwa einem Ass von Daniel Gruvaeus, setzten sich die Gastgeber ab. Auch der nach der Pause eingewechselte Diagonale Axel Enlund machte schnell Dampf, schloss eine der packendsten Rallys der Partie ab (3:0). Die SVG blieb vorn, baute den Vorsprung bis auf vier Punkte aus (11:7) und lieferte dem Meister ein Spiel, das nun richtig Spaß machte. Doch die Gäste fanden erneut Mittel, machten mit einer Knigge-Aufschlagserie aus ihrem 10:12-Rückstand eine 14:12-Führung. Die SVG blieb mit viel Einsatz weiter im Spiel: Enlund blockte stark gegen Reichert (15:15), Champlin brachte einen diagonalen Angriff durch (16:16). Zum Start in die Crunchtime waren die Hausherren mit Jackson Howes Abschluss einer Rally noch in Schlagdistanz (19:20), doch dann setzte sich Berlin ab (19:24). Die LüneHünen zögerten die Entscheidung zwar noch hinaus, doch Reicherts Angriff zum Block-Aus besiegelte die 2:0-Satzführung der Gäste.
SVG-Kraftakt wird belohnt
Im dritten Satz starteten die Gäste mit leichten Vorteilen. Doch die SVG machte es Berlin früh schwer, blieb mit gefeierten Aktionen wie Cole Youngs Angriff (4:4) im Rennen. Berlin setzte sich dann zwar ab (6:9), doch die LüneHünen blieben im Spiel, bejubelten emotional die eigene Aufholjagd und waren mit einem Young-Ass zur Satzmitte endgültig im Flow (15:15). Gruvaeus’ Angriff zur 16:15-Führung ließ die Arena brodeln. Die guten Momente blieben auch nach einer Berliner Auszeit. Die SVG hatte sich jetzt einen intensiven, offenen Schlagabtausch erarbeitet – und belohnte sich. Die Hausherren profitierten von Fehlern der Gäste, hatten aber auch selbst Wucht wie bei Champlins Pipe-Angriff (23:21). Ein Block von Gruvaeus gegen Hanes (25:22) brachte den umjubelten Satzgewinn.
Hanes-Show sichert Berlin den Titel
Der vierte Satz wurde nun zur Kraftfrage. Wer könnte nach dem intensiven Pensum noch etwas nachlegen? Diese Frage beantworteten zwei Ex-Lüneburger zugunsten der Gäste: Knigges Aufschlagserie mit zwei Assen des Mittelblockers und einem Block von Krage-Brewitz brachten die Gäste klar nach vorn (0:5). Danach kam die SVG ins Spiel, lief dem Rückstand aber hinterher – und einem immer wieder auftrumpfenden Jake Hanes, der früh zwei Angriffspunkte in Folge machte (3:8) und Punktemotor des Berliner Spiels blieb. Auch Krage-Brewitz war erneut stark, knallte erst zum Abwehr-Aus rein und legte dann ein Ass nach (4:10). Hanes packte in enger Folge mit druckvollen Angriffen weitere Punkte aufs Konto – allein zwölf wurden es im vierten Satz.
Zur Satzmitte war die Berliner Führung schon überdeutlich (9:17), auf SVG-Seite gab es jetzt Einsatzzeit für Joscha Kunstmann, Youngster Joris Backhaus (diesmal auf der Außenposition) und auch Neo Laumann. Hanes führte sein Team mit einem Doppelpack in die Crunchtime (11:22). Ein Lüneburger Angriff ins Aus brachte den Gästen den Satzball – aber schon ganz viel Applaus der SVG-Fans für eine starke Saison. Hanes machte um 21:02 Uhr nach 104 Spielminuten den Deckel drauf, verwandelte einen Angriff zum Sieg und Meistertitel.
Als MVP wurde Matthew Knigge gekürt, Topscorer war erneut Jake Hanes, der diesmal 28 Punkte holte. Die beste Bilanz auf Lüneburger Seite hatten Ethan Champlin und Axel Enlund (je 13).
SVG-Libero Sho Takahashi wurde zudem als Saison-MVP der Bundesliga ausgezeichnet.
„Uns ist so ein bisschen die Puste ausgegangen, gerade bei denen, die viel Last getragen haben, etwa Daniel und Ethan“, fasste Stefan Hübner die Finalserie zusammen. Doch der Chefcoach betonte schnell das, was überwiegt: „Die Saison war unglaublich – jetzt eine Nacht drüber schlafen und dann wird der Stolz auf das Erreichte durchkommen. Die Jungs haben die Zeit miteinander unheimlich genossen.”
SVG: Gruvaeus, Howe, Byam, Champlin, Young, Välimaa – Takahashi; eingewechselt: Enlund, Kunstmann, Backhaus, Naumann
Die SVG Lüneburg gratuliert dem Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys. Zum zweiten Mal nach 2025 lieferten sich die beiden Topteams intensive Finalduelle – das macht schon bald wieder Lust auf mehr!
(gm)

Gezeichnet von einer intensiven Saison – aber stolz auf das Erreichte: Die Silber-LüneHünen 2025/26. Foto: SVG/Höfel
Weitere Stimmen zum Spiel (und zur Saison):
Santeri Välimaa (SVG Lüneburg): “Zuerst einmal: Respekt an Berlin! Sie sind ein großartiges Team und zur Stelle, wenn es um etwas geht. Und dann ist es traurig, hier zu stehen, wenn uns nicht unser Bestes gelungen ist. Wir haben es nicht geschafft, unser Bestes zu zeigen, als es darauf ankam. Das tut jetzt weh – aber ich weiß auch, dass wir eine großartige Saison hatten, mit dem Pokalsieg etwas Großartiges zum ersten Mal erreicht haben.”
Markus Steuerwald (Chefcoach BR Volleys): “Ein wilder Ritt in dieser Saison, am Ende haben wir den wichtigsten Titel gewonnen, in den letzten zwei Wochen auch wirklich gut gespielt. Die Mannschaft ist nochmal zusammengerückt. Wir hatten zwei, drei Sachen, die wir ändern wollten und mussten – und die Mannschaft hat da zu 100 Prozent mitgezogen. Das hat man auch gesehen. Wir sind superglücklich. Es war keine einfache Serie – Spiel 1 nach den ersten zwei Sätzen ein knappes Ding, Spiel 2 verliert man häufiger, als dass man es gewinnt. Und auch heute hat Lüneburg nie aufgesteckt, alles probiert. Sie haben uns nichts einfach gemacht, wir mussten es uns hart erarbeiten.”
Sho Takahashi (SVG Lüneburg): “Es war ein hartes Spiel für uns. Aber über die gesamte Saison war es überragend für uns. Wir haben den Pokalsieg geholt, sind ins europäische Finale gekommen. Ich bin einfach glücklich, mit solchen tollen Teamkollegen, mit so einem Trainer und Staff spielen zu können – und mit der gesamten Lüneburg-Familie und den Fans!”
Florian Krage-Brewitz (Berlin Recycling Volleys): “Wir sind froh, dass wir am Ende zeigen konnten, welche Qualität in den Spielern steckt. Natürlich hätten wir lieber in Berlin gewonnen, aber das hatten wir uns durch die Hauptrunde verbaut. Und jetzt war es unser Anspruch, Lüneburg maximalen Respekt zu zeigen, indem wir mit Vollgas in das Spiel reingehen. Beide Mannschaften sind wohl froh, dass wir nicht noch mehr Spiele machen müssen, weil wir alle auf dem Zahnfleisch laufen.”
Ethan Champlin (SVG Lüneburg): “Es war eine schwere Serie. Wir haben versucht, ihnen eine Schlacht zu liefern und guten Volleyball zu zeigen, aber sie haben uns gepackt. Aber insgesamt haben wir eine starke Saison mit vielen Finals gespielt. Ein paar Niederlagen tun mehr weh, wie diese. Aber ich bin stolz auf jeden, es war eine große Freude mit diesen Spielern, Trainern und Fans. Jetzt freue ich mich erstmal auf eine Pause.”
Kim Oszwald-Renkema (Geschäftsführerin der Volleyball Bundesliga): “Das Finale war gut, wir hatten volle Hallen und Super-Reichweiten auf Dyn. Am Ende war Berlin der verdiente Sieger. Sie waren rechtzeitig wieder in Topform – und wenn man zehnmal in Folge Meister wird, ist das etwas Besonderes. Man hat aber auch gesehen, dass sich andere Mannschaften weiterentwickeln und näher rankommen. Lüneburg ist Pokalsieger, international Silber – diese Saison ist auch fantastisch. Berlin ist immer noch vorn, aber die anderen kommen näher. Ich finde, das war die spannendste Saison bei den Männern seit vielen Jahren – eine tolle Entwicklung!”
Eine starke Saison – das wird gefeiert!
Fanfest am Freitag
Für die SVG Lüneburg endet eine erfolgreiche Saison, die vom Gewinn des DVV-Pokals als erster Titel der Klubgeschichte gekrönt wird. Team und Fans feiern die Saison beim Fanfest am Freitag auf dem Lüneburger Marktplatz. Seid dabei!
Die Mannschaft fährt im Doppeldecker durch die Innenstadt – mit euch! Begleitet das Team im Fanmarsch (Treff: 18 Uhr am Lambertiplatz) zum Marktplatz. Dort steigt danach das Fanfest mit dem offiziellen Saisonausklang-Programm mit dem Team. Neben der Chance auf Fotos mit Spielern und dem DVV-Pokal gibt’s am Fanshop-Stand 10 Prozent Rabatt auf alle verfügbaren Artikel sowie Imbiss und Getränke zu fairen Preisen.
Haltet euch am besten in den kommenden Tagen auf allen unseren Info-Kanälen (Website, Newsletter, Social Media) auf dem Laufenden – dort findet ihr alles, was ihr wissen müsst.