Joe Worsley (Nr. 1) war in den letzten Wochen nicht nur ein guter Regisseur, sondern bekam immer mehr Lust, selbst zu punkten - hier auch beim Hinspiel gegen Giesen im Drückduell gegen Jori Mantha (r.) und Jakob Günthör. Foto; WW

Dreier macht Rechenspiele überflüssig

Im Derby bei den Giesen Grizzlys können schon zwei Punkte zu Platz 3 nach Ende der Hauptrunde reichen

Der Ausklang des Januar hat es noch einmal in sich für die LüneHünen: Es steht die vorerst letzte englische Woche mit drei schweren Spielen bevor. Es beginnt mit dem Nordderby an diesem Sonnabend (20 Uhr) bei den Giesen Grizzlys in Hildesheim. Dann elektrisiert wieder das europäische Geschäft mit dem Rückspiel am Mittwoch in Modena, bevor zum Hauptrunden-Abschluss der Bundesliga Düren in die LKH Arena kommt. Für dieses Match am Sonnabend, 28. Januar, 19.30 Uhr, ist es ratsam, wieder den Vorverkauf zu nutzen – nach dem überwältigendem Fan-Interesse an den letzten Heimspielen der SVG könnte es voll werden…

Nordrivale ist mehr unter Druck

Drei Dreier in Serie haben das Team von Cheftrainer Stefan Hübner in eine komfortable Ausgangsposition im Endspurt um einen Platz unter den ersten Vier gebracht, doch noch ist das Ticket in die obere Zwischenrunde nicht gebucht. Dass Überraschungen wie in den letzten Wochen immer wieder in der Luft liegen, zeigte sich gerade wieder Mittwoch. Düren (in Berlin) und Giesen (in Friedrichshafen) führten nach dem ersten Satz, Düren war sogar eineinhalb Sätze lang die bessere Mannschaft – hätte das angehalten, würde die Lage für die SVG nun viel dramatischer aussehen. Darauf angesprochen, meinte Hübner nach dem eigenen 3:1 gegen KW-Bestensee: „Wir schauen weniger darauf, was andere machen, konzentrieren uns auf unsere Spiele. Da haben wir alles in eigener Hand.“

Das gilt vor dem kommenden Spieltag mehr denn je. Mit einem Sieg bei den Grizzlys selbst mit zwei Punkten könnte sogar schon Rang 3 fest gebucht sein. Dann müsste Düren schon gleichzeitig in Friedrichshafen 3:0 und zum Abschluss 3:0 in Lüneburg gewinnen. Für die Giesener (5.) wird es noch schwerer, die SVG abzufangen, die müssen sich auf Düren als Hauptrivalen konzentrieren. Und Herrsching (6.) braucht viel Schützenhilfe und ein Wunder.

Giesen – zum Abschluss auswärts gegen Herrsching – ist nun also in der Neuauflage des Nordderbys mächtig unter Druck. Aber dort herrscht gerade ähnliche Euphorie wie bei der SVG. Die Leistungen sind gut und stabil wie selten in den Vorjahren, die Volksbank-Arena ist meist gut gefüllt. Das dürfte nun nach dem 1:3 in vier knappen Sätzen am Bodensee nicht anders sein. Dort war mal wieder der eingewechselte, nur zwei volle Sätze spielende Routinier Hauke Wagner sehr auffällig wie schon zuvor beim Aufsehen erregenden 3:0 gegen Berlin. Er scheint Augusto Renato Colito als Diagonalangreifer gerade den Rang abgelaufen zu haben. Im heiß umkämpften Hinspiel, das die SVG 3:1 gewann, war der Spanier noch bester Scorer (17 Punkte), ebenso zu schaffen machte aber Jori Mantha (14)

Heiß auf klare Verhältnisse

Auch bei den LüneHünen wird interessant, wer speziell im Diagonalangriff beginnt. Wieder Lukas Maase? Oder erneut der zweimal in Folge sehr starke Yann Böhme? Aber auch Auke van de Kamp und Xander Ketrzynski unterstrichen ihren Wert. Zudem dürfte den Viel-Spielern Jordan Ewert und Colton Cowell, die sich gegen KW gegenseitig abwechselten, ein wenig Durchschnaufen mal ebenso gut getan haben wie Jordan Schnitzer, dem zweitbesten Blocker im Liga-Ranking (zusammen mit Djordje Ilic/Herrsching). Egal wer – alle sind heiß darauf, Platz 3 nach der Hauptrunde endgültig klar zu machen. Im Idealfall schon vorzeitig in Hildesheim.

Das Derby ist natürlich auch wieder zu sehen auf Twitch, im Kanal Spontent 1 (www.twitch.tv/spontent_one), mit Vorberichterstattung ab 19.30 Uhr. Und im Restaurant „Alexander der Große“ in Kirchgellersen gibt es wieder ein Public Viewing.

Bundesliga-Spieltag zusammengefasst

Die Berlin Volleys schließen die Hauptrunde als Erster ab, Friedrichshafen ist nur noch theoretisch von Platz 2 zu verdrängen – diese Entscheidungen fielen am Mittwochabend. Dahinter bleibt der Vierkampf um zwei weitere Plätze unter den ersten Vier in der kommenden Zwischenrunde heiß.

Die Spiele im Stenogramm:

SVG Lüneburg – Netzhoppers KW-Bestensee 3:1

(25:19, 25:17, 22:25, 25:21)

101 Min., 1430 Zuschauer

MVP: Böhme (SVG)

Scorer: Böhme (17), Eshenko (13), van de Kamp (11), Cowell (7), Ewert (6), Ketrzynski (5), J. Worsley, Schnitzer (je 2), Gerken (1) – Barsemian (14), Westphal, Schulz (je 13), Goralik, Presho (je 6), Keturakis (3), Deweese (2), Schmidgall (1)

Berlin Recycling Volleys – powervolleys Düren 3:1

(31:33, 27:25, 25:17, 25:20)

140 Min., 3691 Zuschauer

MVP: Brehme (Berlin)

Beste Scorer: Sotola (21), Schott (17), Brehme (16) – Gevert (16), M. Andrei (15), Brand (14)

VfB Friedrichshafen – TSV Giesen Grizzlyes 3:1

(23:25, 25:19, 25:23, 25:22)

107 Min., 938 Zuschauer

MVP: Bann (VfB)

Beste Scorer: Superlak (21), Vicentin (16), Stern (13) – Mantha (16), Wagner (15), Karlitzek (10)

NEWS aus der Szene

Der Italiener Roberto Piazza bleibt Trainer der holländischen Männer-Nationalmannschaft, hat bis 2024 verlängert.

Der australische Zuspieler Arash Dosanjh, der übergangsweise bei den Berlin Volleys für den verletzten Angel Trinidad ausgeholfen hatte, spielt künftig beim polnischen PlusLiga-Schlusslicht BBTS Bielsko-Biala.

SVG-NEWS in Kürze

Die SVG Lüneburg II steht am nächsten Spieltag der Männer-Regionalliga Nordwest vor einer immens hohen Hürde, muss am Sonnabend (19 Uhr) zum souveränen Spitzenreiter TK Hannover.

Beach-NEWS

Laura Ludwig und ihre neue Partnerin Louisa Lippmann haben sich nach nur drei Monaten von ihrem Cheftrainer Martin Engvik getrennt. „Wir konnten uns nicht zu 100 Prozent auf den Weg einigen, den wir in Richtung Olympia 2024 gehen wollen“, so der Norweger. „Die beiden wollten etwas anderes ausprobieren, wir sind absolut im Guten geschieden, ich wünsche ihnen nur das Beste.“

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