Colton Cowell (hinten, im Sprung) war vor allem eine Bank in der Annahme, aber auch ein Faktor im Angriff - wenn er hier auch geblockt wird. Aber der 1,85-Meter-Mann setzte auch selbst drei Blocks. Foto: VBL

Haken dran ans erste Teil-Ziel

Obere Zwischenrunde und sogar Platz 3 ist der SVG sicher

Selten hat die SVG Lüneburg ein Nordderby so dominiert wie dieses. Nach einem nie gefährdeten 3:0 (25:21, 25:18, 25:23)-Erfolg bei den Giesen Grizzlys ist ein Platz unter den ersten Vier schon vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag perfekt – mehr noch: Als sichere Dritte werden die LüneHünen in die Zwischenrunde einziehen und dann 4 von maximal 8 möglichen Startpunkten (Berlin als Erster) auf dem Konto haben. Sicher ist damit auch der Einstieg in die sich dann anschließenden Playoffs mit Heimrecht im 1. und 3. Match im Viertelfinale. Ob ein eventuelles Halbfinale auch im Modus „best of 3“ oder „best of 5“ gespielt wird, steht derzeit noch nicht fest.

Rückkehr zur üblichen Starting Six

Vor 2110 Zuschauern, darunter viele aus Lüneburg, setzte Chefcoach Stefan Hübner wieder auf die meist auflaufende Starting Six, schickte im Diagonalangriff den zuletzt zweimal pausierenden Lukas Maase zurück auf den Court, auf dem sein Vertreter Yann Böhme ja zweimal herausragend performed hatte. Im Mittelblock spielte wieder Jordan Schnitzer statt Xander Ketrzynski. Und natürlich war auch wieder Topscorer Jordan Ewert von Beginn an dabei, dem aber die Erholung durch den letzten Teilzeiteinsatz sichtlich gut getan hatte. Er mischte die Gastgeber im Eingangssatz mit 8 Punkten auf, wurde von Zuspieler Joe Worsley fast schon zuviel gesucht, war aber in seinem Tatendrang nicht zu bremsen.

Nach einer 8:6-Führung zur ersten technischen Auszeit drehte Giesen aber erst einmal das Geschehen auf 9:8, von den Mittelblockern Jakob Günthör und Noah Baxpöhler ging die meiste Gefahr aus (je 3), anfangs auch vom zuletzt so starken Diagonalen Hauke Wagner – der aber hatte sein Pulver schnell verschossen. Als die SVG von 17:16 aus Giesener Sicht, auch mit Fehlern von Wagner, auf 17:21 stellte, musste der für Augusto Renato Colito Platz machen, der dann im nächsten Durchgang in den Mittelpunkt rückte. Erst einmal aber sorgte auf der Gegenseite der auf Touren kommende Maase dafür, dass der Vorsprung ins Ziel gebracht wurde.

Satz 2, in dem eigentlich ein Aufbäumen der Hausherren zu erwarten war, begann kurios: Block Maase gegen Jori Mantha, Block Colton Cowell gegen Colito, nochmal Block Cowell gegen Colito – 0:3. Damit war den eingeschüchterten Grizzlys frühzeitig der Zahn gezogen. Denn in einer schnellen Auszeit fassten die Bären nur kurz neuen Mut (2:3). Cowell legte das 2:4 auf den Markplatz, Ewert ließ den Ball ins Feld tropfen, Ewert bockte gegen Colito – da war der alte Abstand wieder hergestellt. Vor allem aber war nun Maase im Spiel: 7 Punkte bei einer 83%-Quote hielten die Gastgeber auf Abstand, insgesamt kam die SVG auf eine 62%-Angriffsquote und legte noch weitere Blocks durch Eshenko und Ewert sowie Asse von Ewert und Cowell drauf, sodass die Führung zwischendurch auf sechs Punkte wuchs.

Das Nordderby jederzeit beherrscht

In Abschnitt drei schien nach einer Aufschlagserie von Maase schnell alles klar, 4:8 stand es bei der ersten technischen Auszeit. Doch insbesondere Lorenz Karlitzek, vom neuen Zuspieler Jan Röling viel besser eingesetzt als zuvor von Fedor Ivanov, hielt Giesen mit 6 Punkten am Leben, wurde sogar noch deren bester Scorer (11) vor Günthör (10). So schmolz der Vorsprung erst auf 11:12, nach einem Zwischenspurt (13:17 und 16:20) dann auf 20:21 zusammen. Man bekam aber nie das Gefühl, dass da noch etwas anbrennen könnte. Maase sorgte dann auch mit seinem 22:24 für den ersten Matchball, Günthör blockte aber Ewerts Pipe – und sorgte dann mit einem Aufschlag ins Aus selbst auch für das Ende nach 86 Minuten.

Dritte nach der Hauptrunde: Das ist die bisher beste Platzierung im nun neunten Bundesliga-Jahr. Entsprechend froh gestimmt waren alle, auch Hübner wirkte rundum zufrieden: „Das war eine hochkonzentrierte Leistung auf einem sehr guten Level. Wir haben gut abgewehrt und druckvoll aufgeschlagen und sind im Angriff geduldig vorgegangen, haben lieber neu aufgebaut, statt zu früh und hektisch abzuschließen.“ So lässt sich nun die Reise nach Modena am Dienstagfrüh befreit von allen Bundesligagedanken angehen – es ist wieder Europacup-Nervenkitzel.

SVG: Schnitzer, J. Worsley, Cowell, Eshenko, Maase, Ewert – G. Worsley; eingewechselt: Ketrzynski, Böhme, Gerken.

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