Ryan im Angriff

LüneHünen haben keine Lust auf schnelles Saisonende

SVG brennt auf die Playoffs gegen Frankfurt

Sicherheit in den Aktionen, Kombinationsfluss, ja spielerische Klasse sind zurück, leichte Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit sind zerstreut und durch neues Selbstvertrauen ersetzt, gerade rechtzeitig vor den Playoffs haben die LüneHünen zu alter Stärke zurückgefunden. Mit breiter Brust gehen sie folglich in die Saisonphase, die auch mit „do or die“ bezeichnet wird: gewinnen und im Geschäft bleiben – oder ausscheiden, so lautet jetzt die Losung, im Viertelfinale zunächst im Modus „best of 3“, danach dann jeweils in einer Serie „best of 5“. Erster Gegner sind bekanntlich die United Volleys Frankfurt. Auftakt ist an diesem Sonnabend um 19 Uhr in der CU Arena Hamburg-Neugraben, die Abendkasse öffnet um 18 Uhr.

Zwei Siege sind nötig, um weiterzukommen – da wäre es somit überaus positiv, zumal mit Heimrecht im Rücken, gleich mal ein 1:0 vorzulegen. So wird also auch die Unterstützung der Fans zu einem entscheidenden Faktor. Die haben ja schon oft genug gezeigt, welche wertvolle Rückenstärkung sie der SVG geben können. Nicht umsonst betonte auch der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger nach dem letzten Hauptrundenspiel gegen Friedrichshafen noch einmal: „Die Heimspiel-Atmosphäre aus der Gellersenhalle müssen wir nun auch in die größere Halle in Hamburg hinüber bekommen.“

 

Heimspiel-Atmosphäre in die CU Arena mitnehmen

Dort haben die LüneHünen inzwischen auch wieder ein paar Trainingseinheiten absolviert, um sich umzustellen. Und neben der wiedergefundenen Bestform sind inzwischen auch die Köpfe wieder frei. „Es gab eine Phase, da kam etwas Unruhe auf, weil sich einige zu viel Gedanken um ihre Zukunft gemacht haben“, räumt Trainer Stefan Hübner ein, „darüber sind wir aber jetzt hinaus. Alle sind nochmal richtig heiß. Man merkt auch im Training, wie sie brennen. Das macht richtig Spaß.“

Schon nach dem Friedrichshafen-Spiel hatte Hübner festgestellt: „Die Mannschaft hat noch keinen Bock, auseinander zu gehen. Wir hatten bisher viel Spaß zusammen und das soll noch weiter anhalten. Wir haben noch mehr vor. Klares Ziel ist: Wir wollen in die nächste Runde.“ Und Cody Kessel hat den Ehrgeiz stellvertretend für seine Mitspieler so ausgedrückt: „Alle sind bereit für die Playoffs. Ich liebe Spiele in der CU Arena. Unser Spiel ist in einer großen Halle noch besser.“

Wie die LüneHünen hatte auch Gegner Frankfurt im Februar eine Formdelle, verlor da vier Spiele, ist aber seit einem überraschenden 3:2 beim damaligen Spitzenreiter Haching (3:2) am 9. März wieder in der Spur (4 Siege). „Das war und ist eine starke Mannschaft, durch die Teilnahme an der Champions League hat ein wenig die Bundesliga gelitten. Da waren sie an manchem Wochenende etwas müde“, hat Schlesinger beobachtet. Schon vor dem Bundesligastart hatten die Hessen die ersten Qualifikationsspiele zur Königsklasse. Diese 6 inklusive kamen da bis zum Ausscheiden nach der Gruppenphase am 27. Februar insgesamt 12 Matches, verbunden mit Reisestrapazen quer durch Europa, zusammen.

 

Karlitzek ist wieder Dreh- und Angelpunkt

So startet United – sonst stets Dritter – nach Hauptrunden-Platz 5 nun erstmals mit einem Auswärtsspiel in die Playoffs. Den 5. Rang sicherte nicht zuletzt ein überragender Moritz Karlitzek, bei dem sich zwischendurch auch ein Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht hatte. Der nur 1,91 Meter große, sprunggewaltige Außenangreifer mit dem großen Repertoire – vom Aufschlag über Block und Hinterfeld-Angriff bis zur guten Annahme – steht im Ranking der Topscorer sogar knapp vor Ryan Sclater, der gegen United bisher stets auftrumpfte und ebenfalls zuletzt wieder fleißig punktete.

„Es wird auf jeden Fall eine Top-Leistung nötig sein – für jede Mannschaft in den Playoffs“, glaubt Hübner angesichts dieser so ausgeglichen verlaufender Saison, in der nicht mehr nur Friedrichshafen und Berlin deutlich den Ton angeben, sondern die ersten Sechs dicht beieinander liegen. Und er ist sogar auf einen „Überraschungsgast“ eingestellt: „Nach meine Informationen steht Patrick Steuerwald wieder voll im Trainingsbetrieb und ist sehr weit – kann sein, dass er dabei ist.“ Der vielfache Ex-Nationalspieler und etatmäßige Zuspieler Frankfurts, seit einem Jahr verletzt und zweimal operiert, könnte also ausgerechnet jetzt dem Ex-LüneHünen Adam Kocian nach einer guten Saison den Platz streitig machen.