
Angriff und Block die Mittel zum Sieg
LüneHünen überzeugen beim 3:0 bei den Netzhoppers
Zweites Auswärtsspiel – erster Sieg: Bei den Energiequelle Netzhoppers KW setzten sich die LüneHünen mit 3:0 (25:18, 25:22, 25:22) durch, holten ihren zweiten Saisonsieg.
Die SVG begann mit der gleichen Startaufstellung wie beim 3:0-Erfolg gegen Warnemünde. 498 Zuschauer, darunter 30 lautstarke mitgereiste SVG-Fans, sahen ein Lüneburger Team, das schnell seinen Rhythmus fand.
Die SVG behauptete früh eine Führung (2:0, 8:6, 11:8), doch Aufschlagfehler bremsten die Gäste aus und wurden auch später zum einzigen kleinen Manko des Abends: 17 Fehler von der Linie waren zu viel. Dafür lief es im Angriff – Axel Enlund etwa hatte schon vor der Satzmitte fünf Punkte gesammelt. Doch das zahlte sich nicht sofort aus. Mit Bisgaards Ass-Doppelpack glich KW sogar aus (12:12), ging dann sogar in Führung (13:14, 16:17). Zwei starke Blocks von Shane Holdaway und Rogers wirkten als Weckruf, brachten die SVG wieder nach vorn (19:17). Jetzt war der Weg frei: In einer Aufschlagserie von Daniel Gruvaeus, in der der Schwede ein Ass beisteuerte, holte die SVG mit Konsequenz acht Punkte in Folge. Blockpunkte von Rogers und Holdaway trieben die Bilanz ebenso wie wirksame Angriffe: Am Satzende kam die SVG auf eine Quote von 65 %. Rogers, der am Satzende auf sechs Angriffspunkte (Quote: 100 %) kam, krachte den Ball durch den Dreierblock, machte den ersten Satzgewinn perfekt.
Im zweiten Satz machte die SVG so weiter, sorgte früh für viel Angriffsdruck. Vor allem Rogers und Enlund waren schnell wieder auf Touren (6:2). Eine frühe KW-Auszeit wirkte kurz (8:6). Doch wirksame Angriffe und ein Block von Zuspieler Santeri Välimaa gegen Max Schulz brachten die SVG wieder klarer nach vorn (15:12). Dass die Netzhoppers noch heranrückten (18:16), brachte die SVG nicht aus dem Rhythmus. Välimaa droppte fast lässig auf den Marktplatz (20:16), Rogers’ Pipe-Angriff brachte eine Fünf-Punkte-Führung (22:17), kurz darauf sicherte der Außenangreifer mit seinem Punkt zum 25:22 die 2:0-Satzführung – verdient für die LüneHünen, die immer noch bei starken 60 % Angriffsquote lagen.
Im Angriff mit viel Konsequenz – und am Ende sind die Crunchtime-Kings zur Stelle
Mit dem besseren Start, angetrieben von Jubiläums-Netzhopper Theo Timmermann (300 Einsätze) marschierten die Gastgeber in den dritten Satz. Selbst die frühe SVG-Auszeit nach dem 0:3 wirkte noch nicht: vier Punkte lag KW vorn (3:7), bis Rogers’ Angriffe die Gäste vermeintlich ins Spiel holten (4:8, 5:8, 6:9). Das Zwischenhoch hielt nicht, KW setzte sich ab (12:17). Doch dann kam die Zeit, in der sich die LüneHünen am wohlsten fühlen: Zum Start in die Crunchtime fand Rogers den Briefkasten, holte die SVG damit ins Spiel (19:21). Ein Doppelwechsel zahlte sich danach voll aus: Anselm Rein und Lovis Homberger kamen aufs Feld. Rein startete eine Aufschlagserie, die den Gästen das Momentum brachte: Fünf Punkte in Folge, darunter zwei weitere harte Angriffe von Rogers, der mit Rein nahtlos weiterspielte, machten den 3:0-Erfolg nach 82 Spielminuten perfekt.
Der Erfolg fiel in allen Bereichen verdient aus: Die SVG erzielte 44 Angriffspunkte (Netzhoppers: 30). Auch bei der Angriffsquote lagen die Gäste klar vorn (56:39 %). Die SVG punktete zudem stärker im Block, holte hier zehn Punkte (KW: sechs).
Als MVP wurde Patrick Rogers ausgezeichnet. Der Außenangreifer war auch bester Scorer, holte bei überragenden 73 Prozent Quote 19 Angriffspunkte, kam auf insgesamt 21 Zähler. Auch Axel Enlund (16 Zähler) punktete stark, ebenso wie der beste Netzhoppers-Scorer Max Schulz (16).
SVG: Young, Välimaa, Gruvaeus, Holdaway, Enlund, Rogers – Goto; eingewechselt: Sani, Rein, Homberger
Stimmen zum Spiel
Patrick Rogers (SVG): “Im ersten und zweiten Satz hat sich ausgezahlt, dass wir nach den ersten Spielen oft über die Bedeutung von Block und Abwehr gesprochen haben. Das hat gut funktioniert, den Gegner die Fehler machen lassen. Wir sind gut drangeblieben. Als Anselm am Ende reinkam, hat das großartig funktioniert, uns den Spot gegeben, den wir gebraucht haben. Sein Aufschlag ist gut, richtig hart – das hat gewirkt, nachdem wir vorher zu viele Aufschlagfehler hatten.”
Stefan Hübner (SVG-Chefcoach): “Im Angriff war es ein sehr gutes Spiel. Sowohl aus der Annahme als auch aus der Abwehr hatten wir ein sehr, sehr stabiles Angriffsspiel. Im Aufschlag fehlten hier und da noch ein bisschen Druck und Rhythmus. Am Anfang des dritten Satzes hat Timmermann gut aufgeschlagen. In der Phase, in der wir hinterherlaufen, haben wir immer mal die Möglichkeit, wieder ranzukommen, da haben wir dann Chancen liegen gelassen. Mit dem Doppelwechsel am Ende hatten wir Druck im Aufschlag, haben vorn sauber blockiert, Bälle eingesammelt, Chancen genutzt und es gut ausgespielt. Das war dann wirklich sehr, sehr gut. Wenn wir noch ein bisschen mehr Druck entfalten, dann fühlen sich Sätze vielleicht noch ein bisschen deutlicher an. Aber dieses Angriffsspiel ist eine wirklich schöne Basis. Es geht Step by Step vorwärts.”
Theo Timmermann (Netzhoppers): “Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Wir haben uns eigentlich viele Chancen erpielt und die dann nicht genutzt, weil es immer an Kleinigkeiten gehapert hat – ob es jetzt die Connection mit dem Zuspieler war, die Sicherung oder etwas anderes. Ärgerlich auch, weil wir gefühlt 80% des Ballwechsels richtig gut machen und dann die letzten 20% vergeigen. Das ist auch sinnbildlich für den letzten Satz, wo wir über die ersten 80 % gut spielen und dann hinten raus irgendwie nicht mehr zusammenfinden.”


Fotos: VBL/Gersdorf