Die Bühler Niklas Kronthaler (beim Schmetterball) und Florian Ringseis (r.) kämpfen mit Österreich in dieser Woche um die Qualifikation für die EM

Zwei weitere EM-Tickets

Internationaler Aufgalopp ins neue Volleyball-Jahr

Neues Jahr, neue Hoffnung bei den Volleyballern in der Corona-Pandemie: 2021 stehen gleich mehrere Großereignisse an – aber können sie auch stattfinden? Voller Zuversicht laufen die Planungen, die Termine für die Europameisterschaft, die Nations League, das olympische Volleyball-Turnier oder auch die internationalen Vereinswettbewerbe stehen weitgehend. Größte Unsicherheit ist, wie die Veranstaltungen ausgerichtet werden: mit oder ohne oder wenigstens einem Teil an Zuschauern. Ein erster internationaler Aufgalopp ins Jahr sind in dieser Woche zwei von insgesamt sieben Qualifikationsturnieren zur Europameisterschaft im Spätsommer dieses Jahres. Die Qualifikation wurde 2020 wegen der Pandemie verschoben.

Vier Spieler aus der Bundesliga im Einsatz

In Hadara (Israel) treten dabei im Pool B auch Spieler aus der deutschen Bundesliga an. Die Bisons Bühl stellen für Österreich gleich ein Trio ab: Libero Florian Ringseis, Außenangreifer Niklas Kronthaler und Mittelblocker Mathäus Jurkovics. Hinzu kommt noch von den Giesen Grizzlys Außenangreifer Anton Menner. Die Österreicher sind jedoch wie Gastgeber Israel nur Außenseiter, klarer Favorit in dieser Gruppe ist Bulgarien – 14. laut neuester Weltrangliste – um seinen Star im Diagonalangriff, Tsvetan Sokolov, derzeit Dynamo Moskau, zuvor u.a. bei Zenit Kazan und Cucine Lube Civitanova.

Ebenfalls in dieser Woche spielen im Pool C im nord-mazedonischen Skopje neben den Gastgebern noch die favorisierte Türkei und Bosnien-Herzegowina. Doch Mazedonien um seinen Diagonalangreifer und Kapitän Nikola Gjorgiev, in der vergangenen Saison in Friedrichshafen, rechnet sich auch gute Chancen aus. Dänemark hatte in dieser Gruppe im Herbst sein Team zurückgezogen. Sicher für das Endturnier qualifiziert sind die Gruppensieger, ob die jeweiligen Zweiten noch eine Chance haben, entscheidet sich Anfang Mai, wenn vier weitere Gruppen ihre Qualifikation spielen – darunter auch der Pool A mit zwei LüneHünen: Gijs van Solkema mit Holland und Viktor Lindberg mit Schweden.

Die EM-Endrunde mit 24 Teams soll dann im Zeitraum 15. August bis 13. September in vier Ländern (Polen, Estland, Finnland, Tschechien) stattfinden, der genaue Terminplan ist noch offen. Deutschland musste als Achter der letzten Titelkämpfe nicht in die Qualifikation.

BUNDESLIGASPIELE ZUSAMMENGEFASST

Statt der erhofften 6 Punkte nur 4: Bei ihrem Doppel-Einsatz zum Jahresbeginn mussten die United Volleys Frankfurt beim 2:3 daheim gegen KW-Bestensee erneut einen Rückschlag hinnehmen. Dabei kam ein weiterer Neuzugang der Hessen zum Einsatz: Zuspieler Leon Dervisaj, bis Ende November bei der SVG, wurde verpflichtet, weil Stamm-Zuspieler Matthias Valkiers schon länger Rückenprobleme plagen. Und mit Mario Schmidgall nur einen Mann auf dieser Position zu haben, schien Trainer Juan Manuel Serramalera schon wegen des Pokalendspiels am 28. Februar (auch gegen die Netzhoppers) zu riskant. Gegen den VCO Berlin gab es für United tags darauf das erwartete 3:0.

Die powervolleys Düren, zuvor wochenlang Seriensieger, verloren das zweite Mal in Folge 2:3 – nach dem Spitzenspiel gegen die Berlin Volleys nun bei den Giesen Grizzlys. Mit ein Grund war das Fehlen eines etatmäßigen Liberos. Den gab der sonstige Außenangreifer Craig Ireland, da Blair Bann weiterhin verletzt ausfällt und Ivan Batanov krank das Bett hütete. Die Hildesheimer verdrängten dagegen mit diesem Erfolg die SVG aus den Playoff-Plätzen.

Am Mittwoch stehen die nächsten beiden Matches auf dem Programm, dann werden wohl Friedrichshafen (gegen Herrsching) und die Berlin Volleys (gegen Unterhaching) am derzeitigen Tabellenführer Düren vorbeiziehen.

Die ersten Begegnungen in diesem Jahr:

Giesen Grizzlys – powervolleys Düren 3:2
(25:20, 22:25, 25:20, 19:25, 15:10)
116 Min., 0 Zuschauer
MVP: van Tilburg – Ernastowicz
beste Scorer: van Tilburg (26), Wagner (18), Eshenko (10) – Ernastowicz (19), Gevert (18), Brand, van Berkel (je 13)

United Volleys Frankfurt – Netzh. KW-Bestensee 2:3
(22:25, 25:23, 25:27, 26:24, 14:16)
139 Min., 0 Zuschauer
MVP: Tsuiki – Keturakis
beste Scorer: Malescha (35), Grozer (17), Baxpöhler (9) – Allik (29), Mönnich (15), Westphal (14)

United Volleys Frankfurt – VC Olympia Berlin 3:0
(25:23, 25:29, 25:12)
70 Min., 0 Zuschauer
MVP: Schöps – John
beste Scorer: Schöps (14), Imhoff (11), Grozer, Quiroga (je 5) – Röhrs (13), John (10), Hüther (5)

NEWS AUS DER SZENE

Angesichts der Verlängerung des Lockdowns durch die Politik hat der Deutsche Volleyball-Verband die Aussetzung des Spielbetriebs in den 3. Ligen und Regionalligen ebenfalls bis zum 31. Januar verlängert. Zudem hat der Nordwestdeutsche Verband (Niedersachsen und Bremen) beschlossen, die zunächst ausgesetzte Saison nun abzubrechen, somit gibt es keine Auf- und Absteiger. Das betrifft alle Ligen von der Oberliga abwärts sowie den Jugendspielbetrieb. Zur finanziellen Entlastung der Vereine werden einige Gebühren-Posten zurückgezahlt bzw. gar nicht erst eingezogen.