
SVG veredelt Englische Woche
LüneHünen gewinnen beim VCO Berlin mit 3:0
Die SVG hat ihre Englische Woche erfolgreich abgerundet: Mit dem 3:0 (25:19, 25:19, 25:16) beim VCO Berlin holten die “LüneHünen” den dritten Sieg in Folge.
Chefcoach Stefan Hübner hatte die Starting Six seines Team nach dem 3:0 bei den Netzhoppers am Vortag verändert. Mit Cory Schoenherr und Lovis Homberger starteten zwei SVG-Akteure, die in KW noch Einwechsler waren. Eine Überraschung gab’s obendrauf: Libero-Youngster Joris Backhaus stand beim Duell “seiner” beiden Klubs nicht auf der Berliner Seite, sondern im SVG-Trikot auf dem Feld. Die Berliner haben drei Liberos im Kader, wollten allen Spielzeit geben – und für Spielpraxis für den Youngster auf SVG-Seite war auch SVG-Coach Stefan Hübner schnell zu haben.
Die jungen Berliner zeigten sich motiviert und hielten schon in der Startphase mit (3:3, 5:5). Selbst ein erster Rückstand (9:5 aus SVG-Sicht) schreckte die Gastgeber nicht, die sich immer wieder behaupteten und in dieser Phase auch zwei Blockpunkte holten. Auch im Angriff setzten sie sich wiederholt durch. Der SVG fehlte häufig noch die Präzision, zudem gab es zunächst erneut eine größere Zahl von Eigenfehlern. Dennoch behaupteten die Gäste eine Führung (12:7, 16:12, 20:15). In der Crunchtime zogen die LüneHünen dann durch. Homberger kam nun öfter durch, sorgte auch für den Satzball (24:19). Ein Berliner Angriff ins Aus machte die SVG-Führung klar, die erarbeitet und mit Vorteilen in Angriff und Annahme letztlich verdient war.
Im zweiten Abschnitt startete der VCO erneut motiviert, holte gleich zu Beginn einen Blockpunkt gegen Rogers. Die Hausherren sorgten immer wieder für knifflige Aufgaben, verhinderten ein deutliches Absetzen der SVG (4:4, 6:5). Die Gäste kamen mit Routine noch öfter durch, auch Schoenherrs Ass (13:7) war ein Mittel. Berlin blieb weiter gefährlich, ließ sich auch nicht entmutigen, als die Lüneburger Führung dann doch deutlicher wurde (17:11, 19:13). Ein Rally-Gewinn in der Crunchtime und Schmiedekes harter Angriff waren VCO-Achtungszeichen (21:15). Mit einem Holdaway-Ass (23:17) war der Satz dann entschieden, der eingewechselte Gingera knallte zum ersten Satzball ins Feld. Ein Angriff von Rogers sicherte den Satzgewinn.
Den dritten Satz eröffnete eine Rally, die Gruvaeus abschloss. Holdaway legte einen Block nach, Rein ein Ass. Es lief gut für die SVG, die ihre Führung konsequent ausbaute (5:1, 8:2). Rogers und Homberger taten viel für ihre Angriffsbilanz, Schoenherr blockte zum Punkt und legte sein erstes Ass nach (12:5). Zudem brachten die LüneHünen die Aufschläge druckvoller und fehlerfreier ins Spiel als in den Sätzen zuvor, leisteten sich auch nur noch drei Eigenfehler im Satz. Mit einer Auszeit versuchte VCO-Coach Moreno Traviglia den SVG-Lauf zu stoppen, doch die LüneHünen hatten ihre Routine gefunden – und es wurde deutlich (16:6, 20:12). Ein Block von Holdaway sorgte nach 78 Spielminuten für den Schlussstrich unter dem SVG-Erfolg.
Als MVP wurde Lovis Homberger geehrt. Der Diagonale, der immer wieder angerannt war und mit 52 Prozent Angriffsquote auf 15 Zähler kam, war auch Topscorer des Abends. Die beste VCO-Bilanz holte Hannes Röhrs (11 Punkte).
SVG: Schoenherr, Välimaa, Gruvaeus, Holdaway, Homberger, Rogers – Backhaus; eingewechselt: Rein, Gingera
Stimmen zum Spiel:
Stefan Hübner (SVG-Chefcoach): “Der VCO hat es gut gemacht. Trotzdem hatten wir eine ganz gute Kontrolle über die Spielzeit. Das Mindset, die Punkte zu machen, war gut. Die Spieler haben selbst versucht, in der relativ leeren Halle über viel Einsatz die Energie hochzubringen. Das war wichtig.”
Joris Backhaus (SVG-Libero): “Es war nochmal was ganz anderes, mit Lüneburg gegen die Jungs zu spielen, weil ich ja seit anderthalb Jahren mit dem VCO trainiere. Ich hatte mich schon mental darauf vorbereitet – Angst war es nicht, aber Respekt davor, weil ich ja weiß, wozu das Team in der Lage ist, wie etwa beim Sieg gegen Freiburg. Wenn sie in einen Flow kommen, sind sie echt ziemlich gefährlich. Ich habe probiert, mir nichts anmerken zu lassen und trotzdem das Beste draus zu machen. Das hat ganz gut geklappt – beim Ende des dritten Satzes bin ich noch ein bisschen selbstkritisch.”
Moreno Traviglia (VCO-Coach): “Klar sind wir gegen die SVG machtlos, aber wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Was wir wirklich gut gemacht haben, war das Spiel in der Mitte. Wir haben viele Blocks gegen die Mitte geschafft, das war wirklich clever. Aber der Fokus war da, die Jungs haben versucht, den Plan umzusetzen, den wir ausgearbeitet hatten. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass die SVG mit einer guten Mannschaft gespielt hat – das ist eine wirklich gute Erfahrung. Am Ende war der Schwierigkeitsgrad einfach zu hoch, und deshalb sind wir auseinandergefallen. Aber: Wir haben nicht ans Gewinnen gedacht, sondern daran, Erfahrungen zu sammeln. Unsere Spieler sind noch weniger erfahren und waren deshalb manchmal leicht zu durchschauen.”
(gm)



Fotos: VBL/C. Pabel