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SVG überzeugt bei Halbfinal-Start

Souveränes 3:0 gegen Düren eine gute Basis

Es war “nur” das erste Spiel der Halbfinalserie. Doch mit dem 3:0 (25:18, 33:31, 25:15) gegen die SWD powervolleys Düren legten die LüneHünen einen wichtigen Grundstein für den Weg in Richtung Finale.

Erneut zeigten die Lüneburger, die mit der zuletzt bewährten Starting Six ins Spiel gingen, einen spielerisch und kämpferisch rundum gelungenen Auftritt. “Die Mannschaft hat es sehr gut gelöst”, fand dann auch Chefcoach Stefan Hübner.

SVG schiebt Dürener Hoffnung Riegel vor

Sein Team hatte gleich gut losgelegt, sich vor 3007 Fans in der LKH Arena schnell eine souveräne Führung herausgespielt (2:0, 4:1, 12:8, 15:10). Mittendrin: Aktionen, die die Fans begeisterten, wie Santeri Välimaas Zuspielerball (4:1) oder der Spielzug zum 12:8: Daniel Gruvaeus war die Abwehr nicht optimal gelungen, Välimaa warf sich rettend in den Ball – und Gruvaeus knallte den Ball zum Block-Aus auf die Seite der Gäste. Auch zwei Blocks in Folge von Axel Enlund und Jackson Howe begeisterten.

Die Gäste, die ohne ihre angeschlagenen Stammakteure Robin Baghdady und Zach Hutcheson antraten und deshalb auch ihre Formation anpassten, leisteten sich mehr Aufschlagfehler als die Hausherren (sechs im ersten Satz, SVG: zwei) und hatten auch gegen die starke Annahme der SVG (Perfekt-Quote: 23:4 %) das Nachsehen. Und wann immer Düren kurz Aufhol-Morgenluft witterte, hatte die SVG das richtige Gegenmittel, zog weiter durch. Cole Young punktete mit zwei konsequenten Angriffen (18:12, 20:14) – ein Start in die Crunchtime, die nicht mehr so “crunchig” wurde. Ethan Champlin holte mit einem diagonalen Angriff den Satzball, ein Ass von Enlund machte das Lüneburger 1:0 klar (25:18).

Zweiter Satz liefert Volleyball-Action vom Feinsten

Im zweiten Abschnitt legte die SVG erneut gut los (2:0, 4:2), doch jetzt kam auch Düren ins Spiel. Erstmals holten die Gäste eine Führung (4:5), lieferten sich dann einen spannenden Schlagabtausch mit den Hausherren. Auch einen Zwischensprint der SVG (8:5) konterten die powervolleys, Mittelblocker Siebe Korenblek stand nun öfter im Fokus, unter anderem mit einem Ass. Zur Satzmitte nahm das Duell weiter an Fahrt auf und begeisterte mit tollen Ballwechseln und sehenswerten Szenen, für die es von Fans viel Applaus gab. Youngs Angriff zum 19:17 wirkte wie ein wichtiger Moment, doch Düren blieb dran. Schreckmoment zum Start in die Crunchtime: Howe knickte vor dem Netzpfosten um, musste auf der Bank getaped werden. Für ihn kam Shane Holdaway.

Ein Block von Enlund sorgte für den ersten Satzball (24:22), doch beide Teams lieferten sich einen Nachschlag – und was für einen! Viele packende Szenen und Führungswechsel folgten, auch Düren hatte zwei Satzbälle. Die Fans fieberten begeistert mit, feierten die großartige Volleyball-Action beider Teams. Stark auf SVG-Seite: Die Rally zum 31:30. Zwei Rettungsaktionen hielten den Ball im Spiel, dann verwandelte Enlund zum Dürener Block-Aus und ließ die Fans richtig laut ausflippen. Das wilde Rennen ging weiter – erst als Young den Ball direkt hinters Netz drückte, war der Satz entschieden (33:31). Und das erneut verdient für die SVG, die in allen Belangen überzeugte. Stark: Allein Enlund hatte bis dahin 72 Prozent Erfolgsquote im Angriff (zehn aus 14).

Zum Start in den dritten Satz war Howe zurück auf dem Feld – und sein Team gleich wieder “on fire”. Ein Ass von Danel Gruvaeus (3:1), ein weiterer Zuspielerball von Välimaa (7:4), ein Ass von Young (11:5) – die SVG begeisterte weiter mit guten Aktionen, ließ sich auch von Dürener Auszeiten nicht bremsen. Howe steuerte einen Killblock bei (14:6), Champlins Pipe-Angriff ließ die Fans ebenfalls jubeln – Volleyball aus einem Guss. Neun Punkte Vorsprung hatte sich die SVG bei Youngs Ass (20:11) zum Start in die Crunchtime schon herausgespielt. Doch die LüneHünen ließen nicht locker. Der eingewechselte Joscha Kunstmann knallte einen starken Angriff kompromisslos aufs Feld (21:12), auch Young zog im Angriff konsequent durch (24:15), holte den Matchball. Den verwandelte Enlund nach 82 Spielminuten per Ass (25:15) – eine Challenge der Gäste hatte keinen Erfolg.

“Das war kein einfaches Spiel”, machte Stefan Hübner im Anschluss trotz des Sieges deutlich. “Düren hatte drei Verletzte auf der Position 4. Da spielen dann andere, über die wir keine Informationen haben. Das sieht dann anders aus, die Bälle werden anders geschlagen. Düren geht in dieser Situation locker rein, hat nichts zu verlieren. Umso wichtiger war es, dass die Mannschaft gut und sehr fokussiert in die Sätze gestartet ist, gleich den Ton gesetzt hat. Es gehört auch das Glück dazu, dass wir den zweiten Satz gewinnen. Wenn der anders ausgeht, kann es ein anderes Spiel werden – so war es der Genickbruch.”

Als MVP wurde Sho Takahashi gekürt. Der Libero kam auf starke 79 Prozent in der positiven Annahme und 36 Prozent in der perfekten Annahme. Topscorer war Axel Enlund (18 Punkte), der seine eindrucksvolle Angriffsquote (78 Prozent) bis zum Spielende konstant hielt. Doch auch seine Kollegen hielten mit: Alle (!) Akteure in der SVG-Statistik kamen auf 50 Prozent oder mehr Angriffsquote.

SVG: Champlin, Young, Välimaa, Gruvaeus, Howe, Enlund – Takahashi; eingewechselt: Larsen, Holdaway, Kunstmann

(gm)

Weitere Stimmen zum Spiel:

Christophe Achten (Chefcoach SWD powervolleys Düren): “Wir haben unsere Chancen im zweiten Satz nicht genutzt, darüber bin ich enttäuscht. Wenn man das mit dieser Mannschaft gegen dieser Gegner nicht macht, dann verlierst Du. Kann ich meiner Mannschaft etwas vorwerfen? Nein. Wir können leider nicht wie in Frankreich einen Medical Joker holen. Wir arbeiten hart daran, Robin zurückzubekommen und besser zu spielen, als wir gespielt haben.”

Sho Takahashi (SVG Lüneburg): “Im ersten Satz war es gar nicht so schwer für uns, aber im zweiten Satz haben sie permanent Druck auf uns gemacht. Ihre Angriffe waren da wirklich schwer unter Kontrolle zu kriegen, aber wir haben großartige Momente gezeigt und auch das geschafft.”

Jordan Canham (SWD powervolleys Düren): “Wir mussten einiges verändern – und Lüneburg hat richtig gut gespielt. Uns haben viele kleine Dinge gefehlt, ein paar Details. Bei den wichtigen Punkten haben wir den Abschluss nicht gefunden. Jetzt freuen wir uns auf unser Heimspiel und hoffen, dass wir das gewinnen können.”