
Halbfinale soll noch nicht das Ende sein
SVG will gegen selbstbewusste Dürener vorlegen
Die LüneHünen haben Anlauf genommen für die nächsten und letzten englischen Wochen dieser Saison, vier an der Zahl im Idealfall. In diesem Drei-bis-Vier-Tage-Rhythmus gab es Spiele satt im alten und auch schon im neuen Jahr, und ab Sonntag geht es nun national und international noch einmal Schlag auf Schlag. Zunächst steht der Auftakt im Playoff-Halbfinale der Bundesliga an, die powervolleys Düren sind zu Gast in der LKH Arena (So., 17 Uhr). Mit den eigenen Fans im Rücken soll in der „best-of-3“-Serie der Grundstein für den Vorstoß in die Endspielserie ab dem 29. April gelegt werden.
Wer zuerst zwei Matches gewinnt, ist weiter
Zum Finaleinzug sind nach mehreren Jahren mal wieder „nur“ zwei Siege nötig statt drei in einer Serie „best of 5“. Für die Verkürzung durch die Liga hat die SVG Lüneburg höchstselbst durch ihren Erfolgsweg im CEV Cup gesorgt. Der führte bekanntlich bis in die beiden Endspiele am 15. und 22. April gegen Piacenza. Für die SVG soll nach diesem Höhepunkt noch nicht Schluss sein, die dann dritte Final-Teilnahme in dieser Saison ist das erklärte Ziel. Eine Spielzeit 2025/26, die durch den Gewinn den DVV-Pokals schon außergewöhnlich genug ist.
Wozu die Mannen um Kapitän Jesse Elser in der Lage sind, haben sie oft genug gezeigt. Und dass sie diesen steinigen Weg unbedingt bis zum Ende gehen wollen, haben sie mehrfach unterstrichen. Ein strammes Programm steht also noch bevor bis zum Saisonende spätestens am 13. Mai, dem Datum des fünften Playoff-Finals. Zwei freie Tage nach dem zweiten Viertelfinalsieg am Ostermontag gegen Herrsching kamen gerade recht, um dafür noch einmal die Akkus aufzuladen. „Alle an Bord, alle gesund“, meldet Chefcoach Stefan Hübner, dem es egal ist, dass viele Experten durch die Verkürzung der Playoff-Serie gestiegene Chancen für Düren sehen.
„Über so etwas machen wir uns keine Gedanken. Wir sind durch diese Saison ohnehin alles gewöhnt – Hin- und Rückspiel, „Do-or-die“-Spiele, enger Rhythmus. Wir machen unseren Job und beschäftigen uns nicht mit solchen Fragen – auch nicht mit den Diskussionen, wer Favorit ist. Alle vier Mannschaften gehen mit einer gewissen Zuversicht ins Halbfinale, alle vier haben eine gute Saison gespielt. Die Grundlage dafür ist immer die eigene Leistung. Aber natürlich ist ein Halbfinale auch etwas Besonderes“, beschreibt Hübner die Stimmungslage.
Etwas länger Zeit zum Durchschnaufen hatte der Gegner, Düren buchte seinen zweiten Sieg gegen die Giesen Grizzlys schon am Sonnabend. Und umkämpfter war der Gesamterfolg auch, schon das 3:1 daheim, dann aber vor allem das 3:2 in Hildesheim. Das kam unter erschwerten personellen Bedingungen zustande. Denn Außenangreifer Robin Baghdady, einer der Leistungsträger, fehlte mit Rückenbeschwerden, mit denen er sich schon im Hinspiel durchgeschleppt hatte und die ihn auch immer mal wieder im Saisonverlauf quälten. Da mit Zachary Hutchinson ein zweiter Außen ausfiel (Knöchel), drehte sich intern das Personalkarussell.
Der sonstige Mittelblocker Kyle Paulson spielte auf Außen und machte seine Sache lange gut (9 Punkte). Ab Satz 4 übernahm der Diagonale Jordan Canham, dessen Position wiederum Ersatzmann Sjors Tijhuis nun stark ausfüllte (noch 8 Punkte). Auch ein zweiter Joker stach mit Philipp Lauter, im Saisonverlauf vorwiegend ein klassischer Aufschlagjoker. Nun machte der Mittelblocker noch sechs, teils wichtige, Punkte. Der Kanadier Canham, 2025 in der Nations League zeitweise erstmals im Nationalteam (aber wenig Einsatzzeit), hat übrigens gerade für ein zweites Jahr in Düren verlängert.
Überragend beim letzten Auftritt in Hildesheim waren aber der irische Außen Ryan Poole (20 Punkte, darunter vier Blocks bei 44 % Angriffsquote), der auch stets emotional voran geht und in beiden Matches gegen Giesen MVP wurde, und der holländische Mittelblocker Siebe Korenblek, wieder fit nach einer Verletzungspause. Der mit 2,14 Metern größte Spieler der Liga sammelte 15 Zähler (73 % Quote) inklusive 7 Kill-Blocks. Im ersten Spiel war Canham der Topscorer (23 Punkte, 51 %).
Powervolleys nach Erfolgserlebnis mit ganz neuer Power
Gerade das Spiel vor einer Woche in Hildesheim hat den Nordrhein-Westfalen ordentlich den Rücken gestärkt. „Wir sind hochmotiviert, unser Selbstvertrauen ist groß. Jetzt setzen wir alles daran, dass es noch weiter geht“, schaut Chefcoach Christophe Achten auf das Spiel in Lüneburg, obwohl er erwartet, dass er erst am Spieltag weiß, ob die Sorgenkinder Baghdady und Hutchinson wieder zur Verfügung stehen. Und tiefstapelnd fügt er an: „Wir sind gegen diese starke SVG sicherlich der Außenseiter.“ Immerhin ist seine Mannschaft ja eine von nur zwei (neben Berlin), die die SVG während der Hauptrunde schlagen konnte: 3:0 im Heimspiel im November. Und vom 0:3 im Halbfinale des DVV-Pokals gibt es noch etwas gut zu machen.
Eine Modus-Änderung für das Halbfinale von maximal fünf auf nur drei Spiele ist übrigens gar nicht so selten, gab es zuletzt aber 2021. Damals zog die SVG noch knapp gegen Friedrichshafen den Kürzeren (2:3 und 2:3), und wieder einmal kam es zum damals noch alljährlichen Showdown zwischen den Häflern und Berlin. Die stehen sich nun zu diesem Klassiker schon im Halbfinale gegenüber, erstmals seit 14 Jahren dort.
Noch ein Blick zurück: In der Saison 2015/16 gewannen die Berliner den CEV Cup, die Meisterschaft dann anschließend auch. Die Bundesliga-Playoffs waren auch verkürzt und im Halbfinale hieß der Gegner SVG, nach dem Aufstieg 2014 noch ein Frischling. Zweimal hieß es äußerst knapp 2:3 – das Heimspiel noch in der brodelnden Gellersenhalle. Lang, lang ist es her. Und was für eine phantastische Entwicklung hat die SVG Lüneburg seitdem genommen …
(hre)
Rund ums Spiel
Tickets: Im Online-Ticketshop gibt es noch einzelne Karten im Sitzplatz- und Funcard-Bereich sowie Stehplatztickets – schlagt schnell zu, wenn ihr dabei sein wollt!
Autogrammstunde: Nach dem Spiel erfüllen Jackson Howe und Cole Young Autogramm- und Selfie-Wünsche der Fans im Unterrang (hinter dem Lüneblock).
Spieltagsflyer: Am Spieltag findet ihr im digitalen Spieltagsheft „Crunchtime“ wieder alle Infos rund ums Spiel. Schaut also gern am Sonntag in der Rubrik „Spieltagsflyer & Saisonheft“ der SVG-Website oder in der SVG-App vorbei. Dort findet ihr übrigens auch die bisherigen Ausgaben.
Dauerkarten-Verkauf: In einer ersten Information zum freien Verkauf der Dauerkarten für 2026/27 hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen – das bitten wir zu entschuldigen. Jetzt aber steht er wirklich vor der Tür: Ab Montag (13. April) gibt es ab 12 Uhr die Chance für weitere Saisontickets im Ticket-Onlineshop. Das Kontingent dafür ist begrenzt, daher gilt auch hier: Am besten schnell sein!